"Opportunity" entdeckt Indizien für lebensfreundliche Vergangenheit

5. Mai 2012, 17:57
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Gipsadern am Rande eines Kraters müssen sich gebildet haben, als Wasser durch Risse und Spalten im Gestein floss

Tübingen - Die Anzeichen dafür, dass der Mars einst lebensfreundliche Bedingungen geboten hat (was natürlich noch nicht bedeutet, dass sich dort auch wirklich Leben entwickelt hat), verdichten sich. Eines davon hat nun der nimmermüde Mars-Rover "Opportunity" am Rande des Meteoriten-Einschlagskraters Endeavour entdeckt - in Form von Gips. Gips wird in Wasser nämlich mit einer Temperatur unterhalb von 60° C abgeschieden. Die Entdeckung von Gipsadern belegt damit zumindest vorübergehend lebensfreundliche Bedingungen auf dem Mars, wie die Universität Tübingen berichtet.

"Opportunity" ist seit nunmehr acht Jahren auf der Oberfläche des Mars unterwegs und hat dabei mehr als 33 Kilometer zurückgelegt. Der Endeavour-Krater hat einen Durchmesser von 22 Kilometern und ermöglicht den Zugang zu Gestein aus einer geologisch älteren Periode als der schwefelreiche Sandstein, der eine große Fläche um die Landestelle "Opportunitys" bedeckt. Der Krater war daher ein Fernziel des Rovers.

Gips bildet sich nur im Beisein von Wasser und grenzt die Temperatur des Wassers auf maximal 60° C ein. Bei höherer Temperatur hätten sich andere Minerale wie etwa Anhydrit gebildet. Das Wasser muss einst durch Risse und Spalten im Gestein des Kraterrandes zirkuliert haben, nachdem dieser entstanden war. Die gleiche Quelle schwefelreichen Wassers hat wahrscheinlich auch zur Ablagerung des schwefelreichen Sandsteins an "Opportunitys" Landestelle beigetragen. (red, derStandard.at, 5.5.2012)

  • Diese etwa einen halben Meter lange Gipsader wurde mit "Opportunitys" Panoramakamera aufgenommen und hat den Namen "Homestake" erhalten.
    foto: nasa/jpl-caltech/cornell/asu

    Diese etwa einen halben Meter lange Gipsader wurde mit "Opportunitys" Panoramakamera aufgenommen und hat den Namen "Homestake" erhalten.

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