Promotion - entgeltliche Einschaltung

"Die ständige Herausforderung, das Bestehende durch etwas Besseres zu ersetzen"

4. Mai 2012, 15:00

Wie ein Wettbewerb die Kommunikation der Wissenschaftler von morgen fördert

Warum Wissenschaft für den Standort Österreich von besonderer Wichtigkeit ist, die heimischen Wissenschaftler auch in der Kommunikation zu den Besten gehören sollten und wie die Initiative Famelab dazu beiträgt.

Ein Interview mit Doz.-FH Mag. Alf Netek, MA, Chief Marketing Officer der Kapsch Group.

Famelab: Herr Netek, in der Forschung und Wissenschaft geht es oft um zündende Ideen - wann waren Sie das letzte Mal mit einer konfrontiert...

Alf Netek: Neulich hat mir ein Freund, der Byzantinistik studiert hat, auf die packendste Weise von seiner Forschungsarbeit erzählt. Das war wirklich eindrucksvoll...

Famelab: Schon erstaunlich, dass der Marketing-Manager eines so großen Unternehmens Interesse an so genannten "Orchideen-Themen" hat...

Alf Netek: Das ist für mich der klassisch europäische Bildungsansatz. Ich bin zwar der Meinung, dass die Forschung nicht zum bloßen schöngeistigen Selbstzweck verkommen darf. Aber es sagt viel über eine Gesellschaft aus, wie sie zu Kultur und Bildung steht. Die Wissenschaft beschränkt sich nicht allein auf einige, wenige populäre Bereiche.

Famelab: In einem weltweiten Unternehmen wie der Kapsch Group muss das wohl anders sein. Welche Themen stehen bei Kapsch in der Innovation im Vordergrund?

Alf Netek: Innovation ist für ein eine Einstellungssache - man ist getrieben durch die ständige Herausforderung, das Bestehende durch etwas noch Besseres zu ersetzen. Um diesen Elan, diese Begeisterung für das Neue über 120 Jahre aufrecht zu erhalten, braucht es aber auch die passenden Strukturen. Kapsch adressiert heute stark diversifizierte Geschäftsfelder. Unserem Unternehmen ist es gelungen, international zahlreiche Top-Entwickler anzulocken. Umso wichtiger ist es uns, dass unsere Mitarbeiter - und besonders unsere Entwickler und Forscher - sich untereinander austauschen. Das ist bei mehr als 4.000 Mitarbeitern für unser Innovationsmanagement eine Herausforderung; aber unsere Mitarbeiter haben die Freiheit, sich einzelner Themen anzunehmen und mit eigenen Projekten zu starten.

Famelab: Das klingt sehr groß - was kommt bei so viel Forschung konkret heraus?

Alf Netek: Kapsch hat in den 120 Jahren seiner Unternehmensgeschichte als Technologieführer an wesentlichen Schritten in der Technologisierung der Gesellschaft mitgearbeitet. Wir haben schon in vielen unterschiedlichen Produktbereichen erfolgreich geforscht. Selbst in Bereichen, von denen es eingangs hieß, dass diese "keine Zukunft" hätten. Für erfolgreiche Forschung und Entwicklung braucht man eben auch eine Vision und Durchhaltevermögen.
Bei Kapsch im Empfangsbereich steht eines der ersten Mobiltelefone in Österreich - von uns selbst entwickelt. Selbst wenn man heute den Begriff "mobil" für diesen 20 Kilo-Kasten wohl nicht mehr verwenden würde - damals war es ein Erfolg. Ein anderes Beispiel ist die Verkehrs-Telematik. Als wir vor zehn, zwölf Jahren gesagt haben, dass Verkehrssysteme und Telematik Zukunftstechnologien sind, haben wir nur Kopfschütteln geerntet. Heute ist das ein hochdynamischer Forschungs- und Geschäftsbereich mit enormer Exportquote und großem Marktpotenzial.

Famelab: Enorme Entwicklungen ‚Made in Austria‘ also. Wie schätzen Sie unsere heutigen ForscherInnen und WissenschaftlerInnen ein?

Alf Netek: Ich sehe großes Potenzial. Von unseren Universitäten, Fachhochschulen und HTLs kommen hervorragende Leute. Ambitioniert und fachlich versiert gleichermaßen. Leider herrscht bei uns die typisch österreichische Grundtendenz, unser Licht unter den Scheffel zu stellen. Dabei ist das oft gar nicht angebracht...
Ich sehe allerdings schon auch strukturelle Mängel; etwa bei der Ansprache von Jungen und insbesondere Mädchen. Unsere Kinder müssen die Neugier wieder lernen. Vor allem auch Mädchen, von denen wir noch immer zu wenige in Technik und Naturwissenschaften haben. Aber selbst heute gibt es noch Schulen, wo Mädchen eine Mathe-Schularbeit zurückbekommen mit dem Kommentar "für Mädchen nicht schlecht". Das muss endlich aufhören.

Famelab: Wer kann diese Neugier und Begeisterung wirklich erzeugen? Was können Unternehmen hier beitragen?

Alf Netek: Eltern und Schulen sind sicher gleichermaßen gefordert. Besonders gut, weil viel authentischer, sind natürlich die ForscherInnen selbst. Ich würde mir Forscher als Botschafter für ihre eigene Sache und den Wissenschafts-Nachwuchs wünschen. Daran arbeiten wir als Unternehmen - deshalb unterstützen wir Initiativen wie Famelab: Alle jungen Wissenschaftler, die sich hier auf die Bühne stellen, beweisen Mut und Engagement über ihren Kernbereich hinaus. Wissenschaft muss ihre Freiheit haben; aber sie darf sich auch nicht im viel zitierten Elfenbeinturm verstecken. Wissenschaft muss einer breiten Öffentlichkeit wieder verständlich gemacht werden. Es kann nicht sein, dass der durchschnittliche Österreicher schon nach zwei Sätzen aus der Wissenschaftsbeilage w.o. gibt.
Bei Famelab wird die Fähigkeit sichtbar, Hochkomplexes in einfachen Worten zu erklären. Wir wissen alle, wie schwierig das sein kann. Wenn bei so einem Wettbewerb eine Elektrotechnikerin, die über Messung mittels hochfrequenter Signale forscht, ihre Rede mit dem Thema Waffelbacken beginnt, dann steckt da wirklich viel Überlegung dahinter. Das begeistert mich bei Famelab immer wieder aufs Neue.

Famelab: Das klingt ja schon fast wie ein Tipp für den Sieger. Wer wird gewinnen?

Alf Netek: Noch ist alles offen. Aber so viel steht fest: Alle TeilnehmerInnen nehmen eine persönliche Bereicherung durch diesen Wettbewerb mit in ihre künftige Wissenschaftler-Karriere. Ich bin überzeugt, dass auch alle Besucher des Finales am 14. Mai im Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz begeistert sein werden, von der Vielfalt und dem Talent der heimischen Wissenschaft.

  • Alfred Netek

    Alfred Netek

Share if you care.