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Viennale-Direktor Hans Hurch hat 50 Projekte angekündigt, mit denen das Jubiläum des Filmfestivals gefeiert wird.
Wien - Kein Feuerwerk, sondern viele kleinere und größere Glanzlichter entzündet die Viennale anlässlich ihres 50. Festivaljubiläums, das im Herbst (25. Oktober bis 7. November) bevorsteht. Den Auftakt macht am Samstag, 5. Mai, ein Konzert von Genesis P. Orridge im Rahmen des Donaufestivals in Krems, insgesamt stehen bis zum Jahresende 50 Projekte am Programm.
Das Spektrum reicht von Filmreihen und internationalen Gastspielen bis hin zu spielerischen Geburtstagsgeschenken wie einer eigenen Viennale-Eissorte oder einer Sonderbriefmarke. "Wir feiern den Geburtstag als Stadtfestival", verkündete Direktor Hans Hurch am Freitag bei der Pressekonferenz und bedankte sich bei allen bisherigen Direktoren und Mitarbeitern für ihre Beiträge.
Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny freute sich über die "wunderbare Entwicklung" des internationalen Filmfestivals, das im 52. Jahr seines Bestehens - zweimal fiel das Festival aus - "eines der anerkanntesten cineastischen Filmfestivals weltweit" sei. 1960 war die Viennale noch als "Internationale Festwoche der interessantesten Filme des Jahres 1959" von einigen österreichischen Filmjournalisten mit acht Langfilmen und zehn Kurzfilmen ins Leben gerufen worden. Es folgte eine wechselhafte Geschichte, während der das Festival unter anderem vom Filmemacher Werner Herzog und dem nunmehrigen Filmmuseumsdirektor Alexander Horwath geleitet wurde.
"Nobler Instinkt für das Populäre"
In den vergangenen Jahren unter der Leitung von Hurch sind jährlich rund 300 Filme für ein Publikum von knapp 100.000 Personen im Spätherbst in Wien zu sehen: "Die Viennale hat einen noblen Instinkt für das Populäre, ohne sich zeitgeistigen Strömungen anzubiedern", lobte Mailath-Pokorny. "Nicht modernisiert, sondern verbessert" (Hurch) wurde etwa im Zuge der Feierlichkeiten auch die Grafik, eine neue Homepage soll ebenfalls folgen. Dazu ist eine DVD-Edition gemeinsam mit dem Falter und Hoanzl geplant, ORF III wird zwei Wochen lang von der Viennale bespielt, die ORF-Sendung "Wien heute" macht sich auf die Suche nach persönlichen Erinnerungsstücken an das Festival.
Auch prominente Namen dürfen zum Jubiläum nicht fehlen: Der Schriftsteller Peter Handke wolle zwar seinen eigenen 70. Geburtstag nicht großartig feiern, werde aber mit einer subjektiven Filmauswahl den Geburtstag des Festivals im Gartenbaukino feiern. Gemeinsam mit den Festwochen wird die Schauspielerin Cate Blanchett mit einer Filmreihe gewürdigt, Patti Smith wird eine Ausstellung gestalten, und Werner Herzog wird seine Doku-Reihe "Death Row" im Rahmen der kommenden Festivalausgabe präsentieren.
Zum 100. Geburtstag des Burgkinos erinnert eine gemeinsame Filmschau an die glorreichen Jahre des Lichtspielhauses, und auch das Filmcasino, das Filmmuseum und das Stadtkino werden in den Reigen miteinbezogen.
20 Little Films
Im Sommer freut sich die Filminstitution auf einige besondere Tage: Im Augarten lässt man an 50 Tagen die 50 Jahre des Festivals mit je einem Film Revue passieren, am Rathausplatz wird das Opernprogramm durch die Viennale mit etwas anderen Musikfilmen ergänzt. Und beim Sommerfestival in Locarno werden mit dem Projekt "20 Little Films" die Trailer der Viennale erstmals gesammelt präsentiert.
Außerdem wird eine CD mit legendären Viennale-Konzerten veröffentlicht, ein Zug mit dem Namen des Festivals unterwegs sein, der legendäre Avantgardist Peter Kubelka sein "Monument Film" für das Gartenbaukino vorbereiten und dort auch der 70mm-Projektor wieder in Gang gesetzt. Wohl nicht nur Mailath-Pokorny wünschte daher: "Ad multos annos!" (APA, 4.5.2012)
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