Blinde Sportlerin darf bei Frauenlauf doch von Mann begleitet werden

4. Mai 2012, 12:39
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Nach einem Bericht des STANDARD schwenken die Organisatoren um

Liliana Prerowsky wollte am 3. Juni am Wiener Frauenlauf teilnehmen. Weil sie fast blind ist, ersuchte sie die Organisatoren, ihren Mann über die Zehn-Kilometer-Strecke als Begleiter zuzulassen. Laut Wettkampfbestimmungen sei "das Begleiten durch Männer oder nicht zum Laufbewerb angemeldete Personen" allerdings nicht erlaubt. Nach einem Bericht des STANDARD lockerte die Geschäftsführung der Österreichischer Frauenlauf GmbH nun die Bestimmungen, männliche Begleitpersonen sind ab diesem Jahr erlaubt.

So heißt es per 4. Mai nun in Punkt sechs der Teilnahmerichtlinien: "Ausgenommen sind Läuferinnen mit nachweislicher Behinderung, die zu deren Sicherheit einer Begleitperson bedürfen. Sie dürfen eine Person, egal ob Frau oder Mann, kostenlos als Begleitung registrieren."

Hilfe bei Suche nach weiblicher Begleitung

Ilse Dippmann und Andreas Schnabl vom Veranstalter erklärten in einer Stellungnahme: "In den letzten Jahren sind zahlreiche Frauen mit einer Sehbeeinträchtigung beim Österreichischen Frauenlauf mitgelaufen, viele davon mit unterstützender Begleitung von Läuferinnen. Bis dato gab es jedoch nie den Fall, dass eine Läuferin keine weibliche Begleitläuferin finden konnte."

Das Organisationsteam habe bei derartigen Anfragen auch immer Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Begleitpersonen geboten, so Dippmann und Schnabl. Diese Unterstützung sei auch in diesem Fall angeboten worden. Weil es aber "offensichtlich nicht für alle sehbehinderten Läuferinnen möglich ist, eine weibliche Begleitung zu finden, haben wir uns dazu entschlossen, unsere Teilnahmebedingungen dahingehend anzupassen". (red, derStandard.at, 4.5.2012)

  • Wende: Ab 2012 sind männliche Begleiter beim Frauenlauf in Wien zugelassen.
    foto: agentur diener/georg diener

    Wende: Ab 2012 sind männliche Begleiter beim Frauenlauf in Wien zugelassen.

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