Super-Sparkommissar hilft beim Abspecken

4. Mai 2012, 11:24
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Enrico Bondi muss in sechs Monaten 4,2 Milliarden Euro in Italiens Verwaltung einsparen. Sonst ist die höhere Mehrwertsteuer fix

Italiens Regierungschef Mario Monti muss sparen. Er will sein Land wettbewerbsfähiger machen, dazu gehört auch eine schlankere Verwaltung. Richten soll das ein "Super-Sparkommissar", der Parmalat-Sanierer Enrico Bondi. Zur Abwendung einer Mehrwertsteuererhöhung muss dieser in den kommenden sechs Monaten die öffentlichen Ausgaben um rund 4,2 Milliarden Euro senken. Schafft er das nicht, wird Monti seinen Einnahmentrumpf, 23 statt 21 Prozent Steuer auf Waren aller Art, wieder aus der Tasche ziehen.

Vorschläge aus der Bevölkerung

Um Bondi das Leben zu erleichtern, können die Bürger ihre Einsparungsvorschläge im Internet kund tun. Über 1.000 Menschen haben governo.it in den ersten Tagen dafür genutzt. Die Seite ist aber nicht nur als Forum für potenzielle Sparmaßnahmen gedacht, auch mutmaßliche Korruptionsfälle können eingereicht werden.

Unternehmen gegen Anhebung der Mehrwertsteuer

All das soll die per Ende 2012 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer von 21 auf 23 Prozent unnötig machen. Vor allem die Wirtschaft bezeichnet das als weiteren Dolchstoß für das rezessionsgeplagte Land.  Die Unternehmer protestieren, so auch Marco Limido, ein Berater für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). "Der Markt hier in Italien ist in großen Schwierigkeiten. Was wir jetzt wirklich nicht brauchen können, ist eine Mehrwertsteuererhöhung. Die Menschen geben schon jetzt kaum mehr was aus. Das ist der Todesstoß für viele kleine und mittlere Unternehmen", wird er von Ö1 zitiert. 

Man möge also hoffen, dass der Supercommissario sein Ziel erreicht. Denn prinzipiell ist die Steuererhöhung schon beschlossen. (Reuters/red, derStandard.at, 4.5.2012)

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    Italiens Premier Mario Monti (re.) erhofft sich von "Supercommissario" Enrico Bondi Milliardeneinsparungen.

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