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Bundesminister o.Univ.Prof.Dr. Karlheinz Töchterle über die Rhetorik "als eine der bedeutendsten Disziplinen"

4. Mai 2012, 11:20

Famelab: Herr Minister - mal im Ernst: War die Nervosität vor der ersten Rede im Nationalrat groß? Wann haben Sie zuletzt so ein Kribbeln gespürt - als Universitätsprofessor waren Sie das Reden von vollen Hörsälen ja gewohnt.

Töchterle: Meine Nervosität war gering, weil ich ähnliche Redesituationen schon oft erlebt und generell ein sehr bewusstes Umgehen mit rhetorischen Herausforderungen eingeübt habe.

Famelab: Denken Sie, dass bei uns konsequentes Präsentationstraining für unsere jungen ForscherInnen zu kurz kommt? Wie wichtig ist das aus Ihrer Sicht?

Töchterle: Ich bin insgesamt für eine Höherwertung der Rhetorik. Sie ist eine der ehrwürdigsten und bedeutendsten Disziplinen der europäischen Kultur und erst in den letzten Jahrhunderten zu Unrecht in Verruf geraten. Sie umfasst natürlich weit mehr als Präsentationstechniken, umschließt diese aber.

Famelab: Famelab findet in Österreich zum sechsten Mal statt. Als Minister haben Sie das Projekt auf Anhieb unterstützt - wieso?

Töchterle: Einmal aus den in der letzten Antwort enthaltenen Aspekten, dann aber auch, weil das Mitteilen von Erkenntnissen aus vielerlei Gründen hochwichtig ist.

Famelab: In Zeiten von Galileo und Co - droht da nicht die Banalisierung der Wissenschaft? Muss jede Forschung transparent und für jedermann verständlich gemacht werden?

Töchterle: Klarerweise kann nicht „jede Forschung" „für jedermann" verständlich sein, zumal in der heutigen Zeit extremer Spezialisierung. Und den Preis der Banalisierung darf man keinesfalls zahlen. Als Herausforderung sollte dieses Bemühen aber allemal gesehen werden.

Famelab: Wie groß schätzen Sie die Lücke zum so öffentlichkeitsaffinen angloamerikanischen Raum ein? Müssen wir viel aufholen? Und wenn, wo setzen Sie als verantwortlicher Minister an?

Töchterle: Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Raum so viel mehr „öffentlichkeitsaffin" (sic) ist. Was ich schon und seit langem feststelle: Wissenschaftliche Texte aus diesem Raum sind häufig besser verständlich und damit lesbarer gehalten als solche in deutscher Sprache. Als Minister kann ich Initiativen unterstützen, die zur weiteren Verbreitung von Wissenschaft und Forschung beitragen, wie z. B. Kinderuni, Sparkling Science, ...

Famelab: Erst vergangenen Freitag hat die Lange Nacht der Forschung stattgefunden. Mit über 1.300 Stationen eine enorm große Initiative. Ein gutes Zeichen, im Kampf gegen das "Elfenbeinturm-Image" der Forschung?

Töchterle: Natürlich, so wie anderes auch (vgl. Antwort auf Frage 5). Im Übrigen sollte man der Metaphorik vom Elfenbeinturm keine so negative Konnotation geben. Er stammt meines Wissens aus der lauretanischen Litanei und ist dort ein lobendes Epitheton für Maria.

Famelab: Verraten Sie uns zum Abschied noch, wie Sie sich geholfen haben, wenn Sie da oder dort mal Lampenfieber gehabt haben?

Töchterle: Grundsätzlich versuche ich, solchen Spannungsmomenten positive Energie zu entlocken, was häufig gelingt. Es bedarf aber entsprechender Übung.

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    foto: l. hilzensauer
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