Timoschenko immer schwächer

4. Mai 2012, 10:25
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Verurteilte Ex-Ministerpräsidentin weiter im Hungerstreik - Inhaftierung führte zu Konflikt im Umgang mit der Fußball-EM

Berlin - Der Gesundheitszustand der hungerstreikenden ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat sich nach Einschätzung ihrer Tochter weiter verschlechtert. "Sie ist viel schwächer, als sie noch vor ein paar Tagen war", sagte Jewgenija Timoschenko im ZDF am Donnerstagabend, nachdem sie ihre Mutter nach eigenen Angaben am selben Tag im Gefängnis besucht hatte. Sie müsse liegen und könne sich derzeit "praktisch gar nicht bewegen". Die Bitten der Familie, den Hungerstreik zu beenden, seien bisher erfolglos geblieben. "Sie hat aus verschiedensten Gründen ein Interesse an diesem Hungerstreik", sagte die 32-Jährige.

Die Inhaftierung der früheren Ministerpräsidentin hat in Europa zu einem Konflikt im Umgang mit der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine und Polen geführt. Alle Mitglieder der EU-Kommission haben angekündigt, der Veranstaltung fernzubleiben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hält einen Boykott hingegen für den falschen Weg. Stattdessen sollten Politiker und Sportfunktionäre, die in die Ukraine reisen, die Gelegenheit nutzen, um auf die schweren Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen und von der ukrainischen Regierung einen besseren Menschenrechtsschutz zu fordern, sagte der Generalsekretär von Amnesty Deutschland, Wolfgang Grenz, gegenüber "Handelsblatt Online". (APA/Reuters, 4.5.2012)

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    Timoschenko-Tochter Jewgenija mit Ehemann Sean Carr.

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