Gutes Zeugnis für Prostatakrebs-Therapie in Österreich

4. Mai 2012, 10:00
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Sinkende Mortalität bei steigenden Erkrankungszahlen

Wien/Atlanta - Vermehrte Frühdiagnosen und verbesserte Therapien führen in Österreich zu immer besseren Behandlungsergebnissen Prostatakarzinompatienten. In einer epidemiologischen Vergleichsstudie unter 53 Staaten, die jetzt in der Fachzeitschrift "European Urology" erschienen ist, zeigt sich, dass die Alpenrepublik beim Rückgang der Sterblichkeit im Spitzenfeld rangiert - bei steigenden Erkrankungsraten.

"Die Erkrankungsrate (Neuerkrankungen pro Jahr, Anm. Red) ist seit Mitte der 1990er-Jahre in Österreich (Tirol), Frankreich und der Schweiz um vier bis fünf Prozent pro Jahr gestiegen (...). Im Gegensatz dazu reduzierte sich die Mortalitätsrate in allen sechs analysierten westeuropäischen Staaten mit einem Rückgang zwischen 2,3 Prozent pro Jahr in Deutschland und in den Niederlanden sowie um vier Prozent pro Jahr in Österreich", schreiben Mellisa A. Center, von der American Cancer Socienty in Atlanta/Georgia und ihre Co-Autoren.

In Österreich - hier wurden ausschließlich die Daten des Tiroler Krebsregisters ausgewertet - driften Abnahme der Mortalität und Zunahme der Erkrankungshäufigkeit in ihrer Entwicklunge weit auseinander. In den USA wurde in den Jahren 2000 bis 2009 bei einem Rückgang der Mortalität um pro Jahr 4,3 Prozent praktisch kein Zuwachs an Neuerkrankungen pro Jahr registriert. In Dänemark gab es dagegen keinen Rückgang der Sterblichkeit bei Männern mit Prostatakarzinom, jedoch eine Steigerung der Erkrankungsrate (plus 8,2 Prozent pro Jahr).

Den Grund für verringerte Sterblichkeitsraten sehen Epidemiologen in der verbesserten Therapie und gesteigerten Frühdiagnostik. (APA/red, 4.5.2012)

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