"Liebe illegale Fans": FM4 und Ö3 verabschieden sich von Facebook-Fans

4. Mai 2012, 10:25

ORF-Kunstgriff: Radios übergeben ihre Facebook-Seiten an die Fans und mobilisieren so gegen Gesetzesänderung

"Liebe illegale Fans!": So beginnt der aktuellste Eintrag von Radio FM4 auf Facebook. Der Radiosender reagiert darin auf das Facebook-Verbot für den ORF und verabschiedet sich von den Fans. "Vielen Dank! Es waren schöne Jahre mit euch auf Facebook. Don't be afraid, babies - wir geben nicht so schnell auf! Aber bis auf weiteres müssen wir laut dem neuen Bescheid der Medienbehörde alle Tätigkeiten auf dieser ... Facebook-Seite einstellen. Wir übergeben hiermit an eine kleine Gruppe engagierter FM4-Fans, die ab sofort die Seite an unserer statt betreuen werden", heißt es.

FM4 hat rund 129.000 Fans auf Facebook. Auch die Betreiberinfo wurde geändert, dort heißt es jetzt: "Betrieben wird diese Facebookseite von Fans des Radiosenders FM4, der laut Bescheid der Medienbehörde keine eigene Facebook-Präsenz betreiben darf."

Diese Änderung kann freilich als Kunstgriff des ORF gesehen werden, um die Seiten weiterlaufen zu lassen und die Fans für eine Gesetzesänderung zu mobilisieren, die dem ORF das Betreiben von Facebook-Seiten erlauben soll.

Auch Ö3 übergibt an Fans

Ö3 kommt auf mehr als 270.000 Fans auf Facebook. Auch dort verabschiedete man sich am Donnerstag von den Fans: "Die Medienbehörde hat in der 2. Instanz entschieden, dass Ö3 bei Facebook nicht aktiv sein darf. Dies ist daher vorläufig unsere letzte offizielle Meldung aus den Ö3-Studios in Heiligenstadt. Wir vertrauen auf unsere Hörer und Fans. Wir kämpfen mit allen Rechtsmitteln gegen diesen Bescheid, der uns den Kontakt mit Euch auf diesem Wege verbietet. Eure Beschwerden, Wünsche, Anregungen und Beiträge erreichen uns natürlich weiterhin. Wir lesen natürlich die Facebook-Seite unserer Fans, nur dürfen wir selbst nicht aktiv antworten und keine Beiträge mehr posten", heißt es dort.

Auch Ö3 hat die Info geändert in "Dies ist die Seite aller Fans des Hitradio Ö3". In der Beschreibung heißt es: "Ö3 bekämpft diese Entscheidung bei den Höchstgerichten, um sich hier bald wieder in die Diskussion einzuschalten."

Dass der ORF die Social-Media-Plattformen seit Mittwoch kontinuierlich abschaltet, geschehe auf Anraten der Rechtsabteilung, berichtet horizont.at. Am Mittwoch hat der Bundeskommunikationssenat die Auffassung der Medienbehörde Kommaustria bestätigt: 39 Präsenzen des Gebührenfunks auf Facebook widersprechen dem Gesetz. Der ORF will gegen den Senatsentscheid Höchstgerichte anrufen, er drängt parallel auf eine Lockerung dieses Verbots, mehr dazu lesen Sie hier. (red, derStandard.at, 4.5.2012)

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Dass es Fans von solchem Enthusiasmus gibt,

dass sie gratis für den ORF arbeiten, ist irgendwie toll.

Info-Ministerium

Der ORF ist eigentlich mit einem Informationsministerium vergleichbar:
- es gilt öffentliches Recht
- per Gesetz eingerichtet
- Mitarbeiter unkündbar
- Steuer- und Zwangsgebühren-Finanzierung

Jetzt ruft das Quasi-Informationsministerium den Obersten Gerichtshof an, weil es mit seinem Gesetz unzufrieden ist. Ein Hohn!

Ein korrekt arbeitender ORF würde danach trachten, seine ihm aufgetragene Leistung effizient und sparsam zu erbringen, statt Geld für Rechtsanwälte zu verschleudern, die gegen den eigenen Auftraggeber zu Gericht ziehen.

Ein ORF-Gebührenzahlen blecht Euro 300 pro Jahr. Die nächste Erhöhung ist schon angekündigt.

Ich würde sehr gerne lesen, dass die ORF-Gebühren wegen sparsamen Haushaltens um 25% gesenkt werden.

undkündbar?

wie um alles in der welt kommen sie drauf? gibts da hieb- und stichfeste beweise, mit denen sie diesen stumpfsinn belegen können??? ... bei allem gebotenen respekt. manchmal hab ich den eindruck, dass das booten von hirn 2.0 erst erfolgt, wenn finger 5.1 schon längst getippt haben. oder gar nicht bootet.

der mensch. der erste pc der ohne prozessor auskommt.

An alle die hier laut "FB braucht eh keiner" posten

darum geht es NICHT. Der ORF dürfte auch kein eigenes Gesichtsbuch entwerfen. Defacto darf der ORF fast nichts mehr im Internet seit dem ORF-Gesetz von 2010. Und daran ist nicht nur die VAZ schuld, sondern auch die damals Verantwortlichen im ORF selbst. 2010 wurde die Internetpräsenz gegen zusätzliche Gelder eingetauscht. Die damaligen Verantwortlichen waren der Meinung Internet und Rundfunk seien zwei unterschiedliche Dinge. Jedoch ist das Internet einfach nur eine Technologie. Es zu verbieten wäre als ob man das Farbfernsehen oder die digitale Übertragung verbieten würde. Und ich stimme Postings weiter unten zu die aufwerfen, dass diese Bestimmung(A)dem Auftrag des ORF zuwiderläuft und(B)einer Zensur der Pressefreiheit gleich kommt.

Internet und Rundfunk _sind_ zwei unterschiedliche Dinge, dem widerspricht die Eigenschaft des Internet, eine Technologie zu sein, nicht.

Es gibt ein Leben ohne Facebook. Willkommen, FM4.

oh, orf schaut und hört jemand unter 50?

na, dann 100% privatisieren und dann gehts wieder.

ausserdem zahlen die jungen hörer freiwillig die orf gebühren?

Tschüss

Was will der ORF noch alles?

Der ORF will:
- reichlich Werbung (zwischen 19:00 Uhr und 20:15 Uhr mehr als die Privatsender)
- reichlich Gebühren

Der ORF ist der einzige öffentlich-rechtliche Privatsender der Welt.

Man müsste nur auf Werbung oder Zwangsgebühren verzichten, schon wäre Facebook wieder erlaubt.

(tcp)

stop mal die werbedauer über 24 stunden bei puls4 oder atv. die senden durchschnittlich ein drittel bis zur hälfte mehr werbung, über den tag, als der orf. zusätzlich unterbricht der orf keine sendungen für werbung.

ich hab vor kurzen feststellen dürfen, dass man sich einen spielfilm auf atv auch mit einer magen-darm-grippe anschauen kann, ohne was vom film zu verpassen, da alle 10 minuten ein 10 minütiger werbeblock kommt.

Lieber Zwangsabgabe + Werbung als die sogenannten Alternativen!

Wir sind nimmer im 19. Jahrhundert.

Selbstverständlcih war die Kommunikation mit der Hörerschaft für den öffentlichen rundfunk immer gestattet.

Das Verbot der Internetauftritte ist katastrophalster Protektionismus und ist nichts anders als ob dem ORf die Kontakte zu den Hörern früherer Zeiten mittel Post verboten worden wäre.

wenn die Zeitung es nicht schaffen mit dem ORf vergleichbare Inhalte anzubieten und sich hinter irgendwelche hirnverbrannten Gesetzen aus einer längst vergangenen Zeit zu verstecken, dann lasst sie halt sterben. Niemand braucht solche auf Protektionismus angewiesene Privatunternehmen mehr, wenn sie nicht aus eigener Kraft ein interessantes Angebot generieren können.

Der ORF kann es sich ja aussuchen

1. Er verzichtet zumindest teilweise auf Werbung
2. Er verzichtet auf die Zwangs-Gebühren
3. Er verzichtet auf die Online-Angebote.

Aber zu sagen, wir verzichten - gegen mehr Werbemöglichkeiten - auf die Online-Angebote und dann Zeter und Mordio zu schreien, wenn der selbst eingegangene Verzicht schlagend wird, ist unredlich.

lg
Dimple

Eines möchte ich Mal sagen:

An dieser Situation sind zu großen Teilen die österreichischen Printmedien und da auch der Standard schuld.

Man sollte sich was schämen so ein Gesetz zu erlassen und zu wünschen. Wir sind ja nicht mehr im vorigen Jahrtausend(auch wenn das jetzt nicht so lange zurückliegt... aber in dieser Zeit hat sich viel getan)

Aber ja
Wir haben ja Fax wofür braucht der ORF das Internet...

Der ORF kann im Internet und auf FB machen, was er will. Nur darf er dann eben keine Werbung im Internet betreiben.
Sich auf Kosten der Gebührenzahler Reichweiten zu erobern und dadurch den Anderen die Butter vom Brot nehmen, das geht nicht, das ist unfair und - so sieht es auch die EU - unstatthaft.
BBC, ARD und ZDF machen auch keine Werbung in ihren Ländern im Internet!

Die reine Präsenz auf FB und Co wird nach dieser Gesetzesauslegung bereits als "Werbung" gesehen, obwohl der primäre Zweck im direkten Kontakt mit dem Kunden liegt.

Nächstes Mal bitte recherchieren. BBC?
Nur so als Beispiel:

https://www.facebook.com/bbcradio1

"This is the official Facebook home of BBC Radio 1. Come and join us! Please remember anything you share on this page is completely visible to thousands of Radio 1 fans.
Here we are: http://www.bbc.co.uk/radio1 "

Nein, die FB-Repräsentanz wird nicht als "Werbung" gesehen. Darum geht es beim Gesetz auch nicht. Der ORF wollte Werbeflächen im Internet verkaufen und hat sich im Zuge dessen bereit erklärt, auf viele eigenen Foren, Futurezone und eben FB zu verzichten. Das war der Kompromiss mit den anderen Medien und wurde so in das ORF-Gesetz geschrieben.
Die BBC darf auf den Inlandsseiten keine Werbung machen (Ausnahme seit kurzem BBC Worldwide).
Ich recherchiere immer gut ;)

Der öffentliche Auftrag

Der ORF ist doch laut ORF-Gesetz dazu verpflichtet ein "Programm für alle" anzubieten und für den Großteil der Bevölkerung (ich glaube über 90%) zumindest die Möglichkeit anbieten diese Informationen auch abzurufen.
Alle Jugendlichen (inklusive mir) sind heuzutage aber größtenteils im Internet und da vor allem auch auf Facebook unterwegs. Auch wenn Facebook kein Produkt des ORF ist, dann kann der ORF trotzdem die Seiten dazu nutzen um Programm und Informationan an die Jugendlichen weiterzugeben.

Ich sehe daher die Social-Media Auftritte als ein weiteres Angebot um den Programmauftrag zu erfüllen und nicht als eine "illegale" Tätigkeit

...wenn wie in Facebook...

...die Geschäftsbedingungen die EU weiten datenrechtlichen Vorgaben bewußt aus kommerziellen Gründen ignoriert werden (löschen von Beitragen und account, Weitergabe der daten an Dritte wegen Werbung usw), dann muss man verrückt sein, dort mitzumachen.
Und als Öffentlich rechtlicher Sender schon gar nicht Anstifter für seine Hörer sein...
Dass Personalchef die Zugangsdaten ihrer Bewerber haben wollen um zu sehen, was die vor x Jahren alles gepostet haben,
ist Ihnen bekannt ?
Und Kündigungen hat auch schon deswegen gegeben ..

Mag sein!

Aber ich verstehe nicht warum man Facebook braucht um mit FM4 oder Ö3 in Kontakt zu treten!

Weil es einer (!) der aktuell gängigen Kommunikationswege ist.

ganz ehrlich: Wenn interessiert die Schüler-Radio FM4 und deren berufsjugendliche Moderatoren und Schreiberlinge für die Internet-Schülerzeitung?

Für alle über 18 kann das kein Thema mehr sein.

Am Thema vorbei.

Wenn es keinen interessiert hätte, hätte man es ja wohl auch nicht verbieten müssen...

An den Bewertungen Ihres Postings und den Reaktionen darauf

lese ich ab, das es doch einige sein dürften.

Natürlich könnte es auch sein, dass es sich dabei auch nur um einen Poster handelt, einen mit ganz vielen Accounts.

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