Potenzial zur Selbstregulation

4. Mai 2012, 08:19
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Tagung soll Blick auf Selbstheilungskräfte des Menschen lenken - Balance von Aktivität und Erholung als wichtiger Faktor für die Gesunderhaltung

Salzburg - Akupunktur, Homöopathie, biophysikalische Therapien, Laserbehandlungen, Nahrungsergänzung oder der Einsatz von regenerativen Zellen: Das sind nur einige Themen, mit denen sich die Internationalen Tage für Ganzheitsmedizin, die ab heute in Anif bei Salzburg stattfinden, beschäftigen. Rund 120 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum werden zu der Veranstaltung erwartet, kündigte Tagungspräsident Wolfgang Köstler bei einem Pressegespräch am Donnerstag an.

Die Ganzheitsmedizin sehe den Menschen als offenes System mit großem Potenzial zur Selbstregulation und Selbstheilung, sagte Köstler. Die Methoden wären eine wichtige Ergänzung zur konventionellen Medizin, stellte Helmut Schöller, Geschäftsführer der Österreichischen Gesellschaft für Komplementärmedizin, klar. Man wolle mit der Tagung einen Überblick über Methoden, deren Wirkung erwiesen sei, geben. "Wir sind alles ausgebildete Mediziner und wollen das Feld nicht Gurus oder selbst ernannten Heilern überlassen", erklärte Köstler.

Interdisziplinärer Diskurs

Ziel der Tagung, die ab nun einmal jährlich in Salzburg stattfinden soll, sei es, die Mediziner stärker zu vernetzen und sich auszutauschen. "Wir haben in der Medizin den Trend zur Spezialisierung", sagte Köstler und sprach sich für einen stärkeren interdisziplinären Diskurs aus. Man müsse Querschnittswissen stärker nützen. Als Beispiel dafür nannte er die Herangehensweise an die Tumortherapie. Während in vielen Bereichen an hochspezifischen Tumorzellen geforscht werde, habe er sich die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner der Krebszellen gestellt und daraus Ansätze für eine Unterstützung der Patienten herausgearbeitet. So leben alle Tumorzellen von Zucker, könnten aber Fette nicht verwerten. Eine Reduktion von Zucker und Kohlenhydraten hält Köstler daher ebenso für sinnvoll wie die Einnahme von hochwertigen Ölen und Fetten.

Man müsse den Blick auch auf die Belastungen mit oxidativem und nitrosativem Stress, auf Übersäuerung, Infektionen oder Ausscheidungsprobleme lenken, meinte Köstler. All diese Dinge sollten in die konventionelle Therapie miteinbezogen werden. Ernährung und Lebensstil seien wichtige Faktoren bei der Entstehung und bei der Behandlung von Erkrankungen.

Balance finden

Einer der wichtigsten Ansätze zur Gesunderhaltung des Menschen ist für den Ganzheitsmediziner eine Balance zwischen Aktivität und Erholung. "Es geht darum, die eigenen Kräfte nicht zu überfordern und mit seiner Energie zu haushalten", rät Köstler. Viele Belastungen und Dauerstressoren ließen sich heute in Labors messen. So könne man über eine genaue Analyse der Herzratenvariabilität sehr viel über den Gesundheitszustand eines Menschen sagen. Wenn jemand eine sehr geringe Variabilität habe, dann wäre das ein Alarmzeichen. "Mit dieser Analyse lässt sich auch nachweisen, ob jemand wirklich Burn-out hat oder nicht", meinte Köstler. (APA, 4.5.2012)

Die Internationalen Ganzheitsmedizinischen Tage finden vom 4. bis 6. Mai im Gemeindesaal Anif statt.

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