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Bei den meisten drogenbedingten Todesfällen liegt nachweisbar ein Mischkonsum vor.
Wien - In Österreich sollen Substitutionspatienten hinkünftig weniger Schlaf- und Beruhigungsmittel verschrieben bekommen. Eine Leitlinie für Ärzte, neue Regelungen in der "Psychotropenverordnung" zur Rezeptur und das "Auseinzeln" des Tagesbedarfs solcher Mittel in den Apotheken sind in Planung, erklärten Experten am Donnerstag bei einem Hintergrundgespräch im Gesundheitsministerium.
"Begonnen hat es schon vor einigen Jahren mit der Szene am Karlsplatz. (...) Uns ist auch aufgefallen, dass viele der Drogenkonsumenten dort sehr verelendet waren und auch Benzodiazepine konsumiert haben. Es war klar, dass es hier Handlungsbedarf gibt", sagte der Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel.
Der Hintergrund: Von 25.000 bis 37.000 Opiatabhängigen in Österreich befinden sich rund 15.000 in Substitutionsbehandlung mit durch den Arzt auf spezielle Suchtgiftrezepte verschriebene Opiate (Methadon, Buprenorphin, retardiertes Morphin). In Wien allein sind es bereits mehr als 7.000 Patienten, welche diese - oft wichtigste - Therapie für ihre Suchterkrankung erhalten. Doch 60 Prozent der Opiatabhängigen weisen auch - exklusive Persönlichkeitsstörungen - andere psychiatrische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen, Schizophrenie, etc. auf.
Gefährlicher Mischkonsum
Speziell hier kann es zum vermehrten Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln in extrem hohen Dosierungen kommen. Der Mischkonsum mit Opiaten und/oder Alkohol ist schädlich und oft lebensgefährlich. Johanna Schopper, Bundesdrogenkoordinatorin im Gesundheitsministerium: "Bei 92 Prozent der drogenbedingten Todesfälle lag in der Obduktion nachweisbar ein Mischkonsum vor, bei 77 Prozent waren Diazepine beteiligt." Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2010, es gibt pro Jahr in Österreich um die 170 Todesopfer durch Drogenkonsum.
Alexander David, Wiener Drogenbeauftragter: "Es ist seit Jahren bekannt gewesen, dass Arzneimittel wie Rohypnol und Somnubene missbräuchlich verwendet werden. Wir sprechen von einem Phänomen extremen Konsums." Oft erfolgten die Verschreibungen via Privatrezept, häufig kam es auch zur Fälschung solcher Rezepte. Neue Regelungen sollen hier eine Reduktion der Möglichkeiten des Missbrauchs - immer wieder fallen auch Ärzte auf, welche massiv zu dem Problem beitragen - zurückdrängen:
- Mit einer in Begutachtung befindlichen Neufassung der "Psychotropenverordnung" soll der Wirkstoff von Rohypnol und Somnubene (Flunitrazepam) einer verpflichtenden Verschreibung auf fälschungssichere Suchtgiftrezepte (mit Kontrollmöglichkeit) unterstellt werden.
- Im Körper langsamer anflutende Benzodiazepine werden - ebenfalls via Verordnung - nicht mehr auf ein Rezept wiederholt abgegeben werden können ("ne repetatur").
- Via Chefärzte der Krankenkassen werden derartige Verschreibungen nur noch für einen Monatsbedarf bewilligt werden.
- Der Ärzte sollen vermehrt auf den Rezepten die Abgabe von jeweils nur einer Tagesdosis in den Apotheken vermerken. Den Apothekern wird die "Auseinzelung" der Tabletten abgegolten.
- Leitlinien für die Ärzte sollen dazu führen, dass Benzodiazepine bei Drogenabhängigen nur noch im Rahmen eines längerfristigen Therapieplans verschrieben werden. Weiters soll vermehrt auf eine Betreuung durch Psychiater geachtet werden.
Qualität der Betreuung soll erhöht werden
In Österreich erfolgen 70 Prozent der Substitutionstherapien bei niedergelassenen Allgemeinmedizinern. Unbestritten gibt es ein offenbares Defizit in der psychiatrischen Betreuung von Drogenabhängigen. Die Maßnahmen sollen insgesamt die Qualität der Betreuung von Drogensubstitutionspatienten erhöhen. Der Wiener Drogenbeauftragte Alexander David: "Wir wollen erreichen, dass die betroffenen Personen nicht aus der Behandlungssituation herausfallen. Das ist auch ein Appell, sich verstärkt mit diesen Patienten auseinanderzusetzen."
Ilona Leitner von der Österreichischen Apothekerkammer: "Was wir brauchen, sind klare Regelungen und einen reglementierten Bezug dieser Medikamente." Auch Norbert Jachimowicz, Substitutionsreferent der Ärztekammer, begrüßte die Maßnahmen: "Die (geplante Verordnungsregelung, Anm.) geht dahin, den Ärzten ein klares Rüstzeug zu geben, wie hier vorzugehen ist." Es gebe aber auch in der Ärzteschaft manchmal "Schwarze Schafe". (APA, 4.5.2012)
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Ich werde immer sauer, wenn ich solchen Quatsch lese. Menschen, die leichte bis mittelschwere psychische Probleme haben, und da meine ich definitiv KEINE DROGENABHÄNGIGEN, bekommen oft hammermäßige Psychopharmaka. Allein von denen runter zu kommen ist ein Hammer. Aber wenn es um Benzos geht, die eigentlich eine Einschlafhilfe sein sollten (die natürlich nicht als Dauermedikation zu sehen sind), da geht man auf die Barrikaden. Und der nächste Blödsinn wäre, dass man die Phentanylpflaster gegen Aspirin ersetzt.
Was bringt das genau? So wird halt auf andere Benzos umgestiegen.. Populistischer Blödsinn mMn.. Interessanterweise sind bei uns (Deutschland, Österreich) viele scharf auf Hypnotika (Flunitrazepam, Nitrazepam, Triazolam), während in vielen anderen Ländern (ich weiss es von den USA, Spanien, Italien, GB usw) Benzodiazepine wie Xanax (Alprazolam), Lorazepam usw. beliebter sind ...
Dafür aber Halcion, Mogadon ua Hypnotika. Ob in allen Bundesstaaten Flunitrazepam verboten ist weiß ich nicht (bzw. ob es mit einem Suchtmittel, bTM äquivalenten Rezept nicht teilweise doch erhältlich ist)
Ich hab doch eh empfohlen zum Arzt zu gehen. Nur ist meine Warnung vor ua apruptem Absetzen wohl berechtigt. Bei sowas (Medikamentenabdosierung-entzug usw.) kann ich grundsätzlich nur empfehlen sich möglichst vielseitig zu informieren.
Ich hab doch eh
"Ob in allen Bundesstaaten Flunitrazepam verboten ist weiß ich nicht (bzw. ob es mit einem Suchtmittel, bTM äquivalenten Rezept nicht teilweise doch erhältlich ist) "
geschrieben. WEnn ich Zeit hab werd ich recherchieren, obs Bundesstaaten gibt, in denen es möglich ist Flunitrazepam (mit "besonderem" Rezept) zu ewerben.
Nope. Ist deshalb so beliebt weil es stark sediert und schnell wirkt und auch in hohen Dosierungen verhältnißmäßig verträglich ist (nicht so schnell Erinnerungslücken auch in Kombination mit Alkohol usw.) wie bei hochdosiertem Xanor usw. Das mit dem Date Rape ist mMn Blödsinn bzw. trifft auf alle Benzos zu. Bei Benzos wie Flunitrazepam werden halt die meisten in Kombination mit Alkohol eher sediert und reden nicht einfach nur Sch.. an das man sich nicht erinnern kann und will, wie bei anderen. (Ja Atemdepression usw. ist möglich, aber selten. Eher in Kombination mit bspw. Opiaten..)
Date Rape??? in diesem Zusammenhang??? eher geht es hier um echte fall outs bis zu Atemdepression und Tod...
Flunitrazepam (Somnubene, Rohypnol) ist in Ö in der Szene halt sehr bekannt, relativ leicht erhältlich (siehe Privatdauerrezepte) ist ungefähr 7xstärker sedierend als Diazepam (der klassische Vertreter) wirkt lang und schnell (10-20 min)
Sie vergessen dass das Leben eines Abhängigen kein Zuckerschlecken ist und nach jedem Kick kommt auch eine dunkle Zeit die man am Besten durch Alk oder Benzodiazepine sediert... am Effektivsten natürlich wenn man beides zusammen nimmt und vom Kick in einen Black out fällt...
besonders leicht erhältlich und günstig war mal. 8-10 Euro pro Streifen (10 Stück x1 mg Tabletten) spielts kaum noch. Auch Dauerprivatrezepte gibts bei den meisten Ärzten nicht mehr. .
Naja Leben eines Abhängigen ist kein Zuckerschlecken, klar. Aber besonders die, für Opioide, leichte und reine Verfügbarkeit (Substidol) macht das ganze schon leichter. Benzos/Somnubene werden weites nciht nur von schwerabhängigen konsummiert. In den Staaten ist es halt als Date-Rape Droge bekannt, mMn eher zu unrecht (bzw. trifft auf alle Benzos zu).
durch die NEU-Begutachtung der Psychotropenverordnung soll es zur erschwerten Verschreibung und Abgabe kommen.... wie oben im Artikel steht, es soll auch keine Private-Dauerrezepte mehr geben.... war bis jetzt eben nicht so!!!!
durch die Erschwerte Abgabe von Flunitrazepam in Deutschland seit Dezember letzten Jahres liegt es schon an der Hand es bei uns auch nicht mehr so leicht abzugeben, und das so schnell wie möglich
- sie schreiben von USA und Spanien... der Schwarzmarkt in Österreich wird viel mehr durch Deutschland und die Schweiz beeinflusst als durch die USA und GB oder Spanien
JA in Deutschland (zumindest Frankfurt) wurde mWn bereits vermehrt wieder auf Diazepam umgestiegen. Flunitrazepam ist dort kaum noch zu normalen Preisen erhältlich und in Deutschland wars schon vor der neuen Verodnung viel teurer als bei uns.
Bezüglich Somnubene (Somnubene+Alkohl+(Substi)) = Wiener Mischung. Ich kenn kein Land wo Hypnotika so beliebt sind/waren und so günstig am Schwarmarkt erhältlich sind. War in Deutschland immer schon teurer. Der Benzo-Schwarzmarkt in Ö wird kaum von Deutschland beeinflußt da es bei uns eh fast nur Somnubene gibt (die gibts in De nicht, vor allem nciht so billig). Auch kommen die nicht aus dem böhsen Ausland wie teilweise propagiert. Dies würde sich auch gar nicht lohnen.
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