Ghanems Leichnam wurde Angehörigen übergeben

4. Mai 2012, 12:33
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Verstorbener wurde offenbar am Donnerstag nach Libyen überstellt - In Österreich nichts von internationalem Haftbefehl bekannt

Wien - Die österreichischen Behörden haben die Leiche des ehemaligen libyschen Ölministers Shukri Ghanem am Donnerstag seinen Angehörigen übergeben. Das bestätigte Thomas Vecsey, Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, am Freitag auf Anfrage der APA. Was danach mit dem Körper des Verstorbenen geschah und ob dieser nach Libyen ausgeflogen worden sei, könne er nicht sagen, das sei Sache der Angehörigen.

Bereits am Donnerstagabend hatte der Neffe des Verstorbenen, Loayi Ghanem, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, die Leiche seines Onkels sei nach Libyen ausgeflogen worden. Mitarbeiter von Reuters und der Nachrichtenagentur AFP bestätigten die Ankunft eines Sarges mit dem Namen Ghanems am Flughafen in Tripolis. Die drei Töchter Ghanems, die alle über die österreichische Staatsbürgerschaft verfügen, sollen sich bereits seit Dienstag in Libyen aufhalten.

Bekannte Ghanems äußerten am Freitag die Sorge, der Leichnam könnte in Libyen aufgrund der rund um den ehemaligen Ölminister kursierenden Gerüchte "geschändet" werden. Ghanem wurde in seiner Heimat von der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen gesucht. Über einen internationalen Haftbefehl gegen Ghanem sei in Österreich aber nichts bekannt gewesen, sagte Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Freitag.

Ghanem galt als Vertrauter des ehemaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, bevor er sich im Juni 2011 von dessen Regime distanzierte. Es gab Gerüchte, wonach er Informationen über den Verbleib von Gaddafis Vermögen habe und einen Teil davon in Österreich geparkt habe. (APA, 4.5.2012)

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    Der Sarg mit den sterblichen Überresten von Shukri Ghanem traf offenbar am Donnerstagabend in Tripolis ein.

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