Platters angeblicher Jagdfreund erfolglos vor Gericht

3. Mai 2012, 20:42
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Blogger Markus Wilhelm hatte von Hubschraubertransfer zu Jagd berichtet - Unternehmer wollte Gegendarstellung erwirken

Innsbruck  - Die heftig kritisierten Jagdeinladungen von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) haben jetzt dessen Oberländer "Gönner", einen Unternehmer aus Zams, vor das Innsbrucker Landesgericht geführt - ohne Erfolg. Er wollte von Tiwag-Kritiker und Blogger Markus Wilhelm nach der Onlinestellung des Berichts "Ließ sich Landeshauptmann Platter von Großunternehmer auf Gamsjagd per Hubschrauber einladen?" gerichtlich eine Gegendarstellung auf dessen Portal erwirken.

Die Verhandlung fand bereits vergangenen Freitag statt. Laut Wilhelm habe diese mit einem "für ihn sehr günstigen Vergleich" geendet. Der "Gönner" und Platter seien "mit ihrem Antrag auf eine Gegendarstellung abgeblitzt". Der Artikel auf der Homepage www.dietiwag.at "bleibt für alle Zeiten unverändert im Netz", schrieb der Blogger. Wilhelm selbst war für eine Stellungnahme für die APA am Donnerstag nicht erreichbar.

Per Hubschrauber zur Gams

In dem seit Anfang März auf der Homepage befindlichen Bericht glaubt Wilhelm aus "vertraulichen Informationen aus Platters Heimatgemeinde" zu wissen, dass sich der Landeshauptmann "mit dem Hubschrauber zur Gams bringen habe lassen." "Dem Jäger Platter geht's nicht um das Vergnügen des Herumstreifens in der freien Natur, nicht um die Pirsch und nicht um das Fleisch, ja nicht einmal um die Trophäe des geschossenen Wildes, sondern nur um den Image-Transfer der Jagd auf ihn als Politiker", fügte der Blogger hinzu.

Schließlich versuchte der Unternehmer mittels Rechtsvertreter eine Gegendarstellung zu erwirken. "Diese Behauptungen sind unwahr!", hieß es in einem Brief einer Anwaltskanzlei an Wilhelm. "Wahr ist vielmehr, dass weder Herr B. Herrn Landeshauptmann Günther Platter zu einer Gamsjagd per Hubschrauber einlud noch Herr Landeshauptmann Günther Platter sich per Hubschrauber zur Gams bringen ließ." Um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden, solle Wilhelm die Gegendarstellung auf der Startseite seiner Homepage "unverzüglich (...) veröffentlichen (...)." Das Verfahren sei laut Wilhelm eingestellt worden. (APA, 3.5.2012)

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