ÖVP-Killer Stronach

Einserkastl3. Mai 2012, 19:37
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Nun versucht es Frank Stronach mit der Berlusconi-
Masche

Als vor 20 Jahren in Italien die Democrazia Cristiana wegen Korruption und Ideenlosigkeit zusammenbrach, gab es drei Erben: die ausländerfeindliche Regionalpartei Lega Nord und die Alleanza Nationale, zuerst faschistisch, jetzt rechtskonservativ. Vor allem aber den Cavaliere Silvio Berlusconi, einen Milliardär, der sich die Wähler kaufte.

Unser Berlusconi heißt Frank Stronach. Er will mit seinem Geld die Parteienlandschaft und die Verfassungsstruktur Österreichs verändern. Er wird bei den Wählern nicht so erfolgreich sein wie Berlusconi, bei weitem nicht; aber dafür, die österreichischen Christdemokraten ebenso zu schädigen wie die italienischen, dürfte es reichen.

Todesstoß mit Wirtschaftsthema

Frank Stronach könnte der ÖVP den Todesstoß geben. Seine Ideen und Reformvorschläge - dieser Tage in einem Prospekt den Massenzeitungen beigelegt - können nicht funktionieren. Die Einzelmaßnahmen sind teilweise absurd (per Zufallsgenerator gewählte Bürger sollen im Parlament Vorschläge einbringen können). Aber er droht der ÖVP ein Thema wegzunehmen, das diese ohnehin sträflich vernachlässigt hat: ein deutlicher marktwirtschaftlicher Kurs.

Stronach ist gegen aufgeblähte Verwaltung, für Wettbewerb, gegen Gewerkschaftsherrschaft, für individuelle Leistung, gegen Steuererhöhungen etc. Die ÖVP ist da nicht mehr klar und entschieden genug. Stronach könnte ihr den frustrierten Mittelstand endgültig wegnehmen. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 4.5.2012)

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    Könnte der ÖVP den Todesstoß geben: Stronach

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