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vergrößern 560x800Eifersucht und Verzweiflung in guten Händen: Waltraud Meier in " Cavalleria Rusticana".
Wien - Wenn am 8. Mai für dieses Operndoppel zum letzten Mal - in dieser Serie - der Vorhang hochgeht, dann wird dies die 100. Aufführung von Pietro Mascagnis Cavalleria Rusticana und die 102. Vorstellung von Leoncavallos Pagliacci gewesen sein. Vor allem Jean-Pierre Ponnelles Cavalleria-Inszenierung kann - bezüglich Ästhetik - ihr vorgerücktes Alter nicht ganz verbergen - siehe die schlappen Gruppenszenen.
Es gehört zum - unter den Notwendigkeiten und Limitationen der täglichen Aufführungslast ächzenden - Repertoiretheater allerdings auch die Hoffnung auf Akteure, die aus sich heraus Figuren szenisch erfrischen - und da landete Cavalleria bei Waltraud Meier in guten Händen. Die erprobte Wagner-Sängerin ist eine Schauspielerin von hoher Intensität und Genauigkeit.
Und sie verleiht Santuzza all jene Subtilität, die theatrale Glaubwürdigkeit nach sich zieht. Zusammen mit dem (indes mitunter etwas ziellos) entfesselten Peter Seiffert (als Turiddu) sorgt sie auch vokal für hohe Unmittelbarkeit, garantierte also für jene Impulsivität, die auch bei Absenz vokaler Extrafeinheit Abende gelingen lässt. Nimmt man das Staatsopernorchester und Dirigent Asher Fisch hinzu, die auch ein bisschen fetzig agierten, aber auf schöne Kontraste nicht verzichtete, war diese Cavalleria wie eine etwas zu feste Umarmung, an der man sich dennoch erfreuen konnte.
Etwas subtiler dann das Orchester bei Pagliacci, der mit Lucio Gallo einen sehr soliden Tonio hatte (wie zuvor auch einen guten Alfio). Eine prägnante Tamar Iveri (als Nedda) schließlich erlag den Messerstichen von Gustavo Porta (als Canio), der über Kraft und Schönklang verfügt, zum Schluss hin dann aber doch ein wenig zu unsicherer Linienführung neigte. Auch hier aber: Bewundernswerter Einsatz, der letztlich für manchen Stolperer entschädigte. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 4.5.2012)
4. und 8. Mai, 19.00
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