Bawag-Angeklagte frönen Luxusleben

3. Mai 2012, 18:02
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So mancher Ex-Vorstand soll weitaus vermögender sein, als er vor Gericht angegeben hat. Penthouse in der Kärntner Straße inklusive

So mancher Angeklagte im zweiten Bawag-Prozess soll weitaus vermögender sein, als er vor Gericht angegeben hat. Die "kleinen" Vorstände der einstigen Gewerkschaftsbank wie Josef Schwarzecker und Christian Büttner sollen noch immer einen gediegenen Lifestyle - Villa, Penthouse und Jagdsalon inklusive - führen, das berichtet das Magazin "Format".

Anlass für die Format-Recherche war die Aufnahme der Personalien zu Beginn des Prozesses. Dort hätten die früheren Top-Manager der Bank äußerst magere Einkommen und Vermögenswerte zu Protokoll gegeben. Das sei erstaunlich, immerhin hätten die Vorstände und der Aufsichtsratsboss "jahrelang Einkommen von bis zu 250.000 Euro pro Jahr bezogen". 

Unwahrscheinlich werde es spätestens dann, wenn man sich das Vermögen der Banker ansehe. So nenne etwa der frühere Multi-Funktionär und Ex-Bawag-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger ein stattliches Haus samt 1.000 Quadratmeter Grund in Wiener Neustädter Ruhelage sein Eigen. Dazu komme noch eine Stadtwohnung am Modenapark in Wiens noblem Diplomatenviertel im dritten Bezirk. Konträr dazu stehen laut dem Bericht Weningers Angaben: Mit "mageren 8.000 Euro am Sparbuch, Unterhaltspflichten für Ehefrau und Sohn und einer bescheidenen Pension von 2.300 Euro lassen sich zwei üppige Wohnsitze offenbar problemlos finanzieren."

Cottageviertel und Pötzleinsdorfer Straße

Fürstlich residieren soll auch Ex-Vorstand und Neo-Consulter Christian Büttner. Er habe zwar laut Eigenangaben hohe Schulden und ein Brutto-Monatseinkommen von 1.700 Euro, nenne aber ein halbes Haus mit vier Geschoßen im Wiener Cottageviertel sein Eigen, heißt es im "Format" weiter. Nicht weniger protzig gebe sich Ex-Bawag-Vorstand Hubert Kreuch. In einer Villa am Ende der Pötzleinsdorfer Straße in Wien-Währing soll dieser residieren: "Innen beeindruckt ein eigener Jagdsalon des passionierten Waidmannes."

Das Magazin nimmt schließlich auch die Schuldensorgen Josef Schwarzeckers nicht ab. Dieser fürchte, seiner Rechtsschutzversicherung einen sechsstelligen Betrag zurückzahlen zu müssen. Für "Format" ein Widerspruch, wohnt Schwarzecker doch in einem Penthouse in der Wiener Kärntner Straße. Dachterrasse inklusive, wie betont wird.

Last but not least soll bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung auch der Ex-Bawag-Vorstand Peter Nakowitz auffallen. 1.300 pro Monat und ein Bankguthaben von nur 2.000 Euro, seien es dem Bericht zufolge auf der Haben-Seite. Unweit des Nationalparks Donau-Auen wohne dieser jedoch "in einem repräsentativen Einfamilienhaus". Wie er seinen Anwalt und die Betriebskosten für sein Anwesen bezahlt, bleibe offen.

Wie es mit der Neuauflage des Prozesses weitergeht, lesen Sie hier. (red, derStandard.at, 3.5.2012)

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