Österreich refinanziert sich immer günstiger

3. Mai 2012, 15:09
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Mit 2,618 Prozent Zinsen für Zehn-Jahres-Anleihen auf tiefstem Stand seit September 2011. Spanien leicht erholt, aber unter Beobachtung

Brüssel - Österreichs Zinsen für Zehn-Jahres-Anleihen sind am Donnerstag mit 2,618 Prozent auf den tiefsten Stand seit 23. September des Vorjahres gesunken. Damals hatte es mit 2,58 Prozent bessere - sprich niedrigere - Renditen gegeben.

Positiv entwickelten sich die Zinsen auch für deutsche, belgische, spanische, italienische und niederländische Papiere. Finnische Renditen gingen sogar auf ein neues Rekordtief von 2,008 Prozent zurück. Leicht verschlechtert haben sich griechische und portugiesische Zinsen, die etwas nach oben kletterten. 

Spanien-Auktion trifft auf hohe Nachfrage

Die rege Nachfrage bei der Emission spanischer Staatsanleihen hat am Donnerstag für eine Entspannung am europäischen Rentenmarkt gesorgt. Allerdings sei das hoch verschuldete Land noch lange nicht über den Berg, betonten Börsianer.

Spanien platzierte am Vormittag Papiere im Gesamtvolumen von 2,5 Mrd. Euro. Die Emissionen waren jeweils mehrfach überzeichnet. Teilweise war die Nachfrage höher als bei den vorangegangenen Auktionen. Gleiches galt allerdings auch für die Renditen. Als Reaktion auf die Emission gingen die Renditen der bereits gehandelten zehnjährigen Titel auf 5,789 Prozent zurück. In den vergangenen Wochen hatten sie um die Marke von sechs Prozent gependelt.

Zweifel bleiben

"Insgesamt war die Auktion recht gut", sagte Lloyds-Zinsstratege Achilleas Georgolopoulos. "Die Zeichnungsquote war recht hoch." Offenbar könnten die spanischen Banken immer noch ausreichend für die Staatsanleihen ihres Landes mitbieten. Ein weiterer deutlicher Rendite-Rückgang sei derzeit aber nicht zu erwarten. "Das einzige, was die Situation verbessern würde, wären stärkere europäische Konjunkturdaten", fügte Georgolopoulos hinzu.

Auch sein Kollege Alessandro Giansanti von der ING bezweifelte, dass die spanischen Banken angesichts der unsicheren Haushaltslage bereit sind, auch in Zukunft in großem Stil Staatsanleihen zu kaufen. Schließlich sei derzeit nicht mit einer weiteren Billigkrediten der Europäischen Zentralbank (EZB) zu rechnen. "Der Effekt der dreijährigen Langfristkredite läuft langsam aus", betonte Giansanti. Die EZB hatte den europäischen Banken insgesamt rund eine Billion Euro zu einem Mini-Zins von einem Prozent zur Verfügung gestellt. (APA, 3.5.2012)

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