Serbische Journalisten sehen sich in tiefster Krise seit 2000

3. Mai 2012, 14:47
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Laut Umfrage üben knapp 50 Prozent zeitweise Selbstzensur

Belgrad - Der Journalismus in Serbien steckt in seiner tiefsten Krise seit dem Jahr 2000, hat die UNS, einer der beiden Journalistenverbände im Land, festgestellt. Laut einer von UNS im März durchgeführten Umfrage würden knapp 50 Prozent der befragten Journalisten zeitweise zur Selbstzensur aus Angst vor Zensur greifen, weitere gut 27 Prozent entscheiden sich dazu im "hohem Ausmaß".

Die Journalistengewerkschaft verwies andererseits darauf hin, dass sich die Medien in Serbien unter direkter Kontrolle von Zentren der wirtschaftlichen und politischen Macht befänden. "Anstatt das öffentliche Interesse zu schützen, würden die Medien von vielen dazu genutzt, bessere Wahlergebnisse für die Politiker zu sichern", teilte die Gewerkschaft im Hinblick auf den in Serbien laufenden Wahlkampf mit. Die Parlaments-, Präsidentschafts- und Lokalwahlen finden am Sonntag statt.

Laut einer Analyse der Antikorruptionsbehörde aus dem Vorjahr sind die wahren Eigentümer von mehr als der Hälfte von 30 führenden Medien in Serbien unbekannt. (APA, 3.5.2012)

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