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France Telecom macht die neue Billig-Konkurrenz im heimischen Mobilfunkgeschäft schwer zu schaffen. Seit Beginn des harten Preiskampfes mit dem neuen Anbieter Iliad Mitte Jänner laufen dem Konzern die Mobilfunk-Kunden in Scharen davon. Ihre Zahl sank im ersten Quartal um 615.000, wie der größte französische Telekommunikationskonzern am Donnerstag mitteilte. Das sind zwei Prozent des heimischen Kundenstamms. Iliad und seine Free-Mobile-Angebote haben eine Zäsur gesetzt: Der französische Mobilfunkmarkt wandelt sich von einem der lukrativsten zu einem der am härtesten umkämpften Europas mit sinkenden Margen.
"Unsere Preissenkungen bei einigen Angeboten haben sich ausgezahlt."
Die Angebotsoffensive der Iliad-Tochter Free Mobile habe erhebliche Folgen, räumte Finanzchefchef Gervais Pellissier ein. Zuletzt habe sich der Wechselwunsch unter den Kunden aber wieder auf ein normales Maß eingependelt. "Unsere Preissenkungen bei einigen Angeboten haben sich ausgezahlt." Die Anleger honorierten dies: Die Aktie legte rund 2,5 Prozent zu.
Weniger Umsatz
Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal um rund zwei Prozent auf 10,9 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank sogar um sieben Prozent auf 3,43 Mrd. Euro, lag aber im Rahmen der Marktprognosen. Wie die beiden Lokalrivalen, die Vivendi-Tochter SFR und Bouygues Telecom, ließ sich auch France Telecom es einiges kosten, die Kunden bei der Stange zu halten. Dies nagte an der Marge, die um 1,7 Punkte auf 31,4 Prozent zurückging.
Der Branchenprimus senkte die Preise, trieb den Ausbau der Billig-Tochter Sosh voran und bot neue Vierfach-Flatrates für Mobilfunk, Festnetz, Fernsehen und Internet an. Zudem kam ihm zugute, dass Iliad wegen der noch im Ausbau befindlichen eigenen Infrastruktur für hohe Roaming-Gebühren das Netz von France Telecom nutzen muss.
"Es ist ein wenig so, als wenn sie sich ein neues Fundament gebaut hätten, und wir nun abwarten müssen, wie das neue Haus aussehen wird"
Allerdings lässt sich Wachstum im angestammten Telefon- und Internetgeschäft angesichts des harten Wettbewerbs mit Mobilfunk-Discountern und Kabelnetzbetreibern kaum noch erzielen - die Umsätze erodieren. Zudem schlagen auch die Subventionen für die teuren Smartphones zu Buche. Experten sehen daher in den Gegenmaßnahmen von France Telecom auch nur erste Schritte, um die Umwälzungen auf dem französischen Telekommunikationsmarkt zu bewältigen. "Es ist ein wenig so, als wenn sie sich ein neues Fundament gebaut hätten, und wir nun abwarten müssen, wie das neue Haus aussehen wird", sagte Telekom-Analyst Guy Peddy von Macquarie Securities. (APA, 03.05. 2012)
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