Bastelanleitung für eine neue österreichische Partei

Marie-Theres Egyed, Rainer Schüller
4. Mai 2012, 15:30

Auf welche Themen müsste eine Partei im Moment setzen und welche Eigenschaften sollten SpitzenkandidatInnen haben? Eine Umfrage unter PolitologInnen und PolitikberaterInnen

Eine neue Partei hätte zurzeit beste Chancen auf den Einzug in das österreichische Parlament. Erste Erfolge der heimischen Piraten und die Investment-Bereitschaft von Frank Stronach sind Belege dafür, dass das aktuelle politische Vakuum durch Neueinsteiger gefüllt werden könnte. Doch auf welche Themen sollte eine neue Partei setzen, um tatsächlich gewählt zu werden? Und: Welche Eigenschaften müsste ein Spitzenkandidat oder eine Spitzenkandidatin haben, um das politikfrustrierte Volk zu den Urnen zu bewegen? derStandard.at hat bei Experten und Expertinnen nachgefragt.

Die Themen: Bildung und Nischen

"Natürlich wird jede Partei mit dem Slogan 'Für eine ehrlichere Politik'" antreten, meint der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, wesentlich seien aber inhaltliche Themen im engeren Sinn. Dazu zählt für fünf der sechs der Befragten der Bildungsbereich, der derzeit offenbar das größte von der heimischen Politik unbeackerte Terrain darstellt. "Transparenz", "Reform" und "mehr direkte Demokratie", aber auch "Anti-Establishment", "Pflege" und "Gesundheit" sowie "Frauen" kommen als wichtige unbesetzte Themen dazu. Wo noch Potenzial geortet wird: Bei der "Entlastung des Mittelstandes" und der "Reform der Steuern und Abgaben" sehen zumindest drei Experten noch Chancen auf die Wählergunst.

In Post-Volksparteien-Zeiten plädieren die meisten Interviewpartner für die Konzentration auf Nischenthemen. "Es gibt die idealtypische Partei nicht", ist Politikwissenschaftler Peter Hajek überzeugt. Politikberaterin Heidi Glück stößt ins selbe Horn: "Eine Partei muss ihre Zielgruppe einschränken und darf nicht alle ansprechen wollen. Sie muss dort hineinzielen, wo in der Bevölkerung Schwachstellen wahrgenommen werden."

Als Erfolgsbeispiel für ein Nischenthema wird "Datenfreiheit im Internet" genannt, womit die Piraten reüssieren konnten. Für Filzmaier derzeit interessanterweise von keiner Partei besetzt ist das Thema "Teuerung des Alltagslebens" - und das, obwohl es das Topthema im Nationalratswahlkampf 2008 war.

Das Thema "Pension", das oft Plakate ziert, nennt nur Politikberater und Ex-SPÖ-Kommunikationschef Josef Kalina. Auch das "Ausländerthema", das fast schon traditionell österreichische Wahlkämpfe begleitet, hat nur ein befragter Experte mit dem Stichwort "Integration" angesprochen.

Der oder die Spitzenkandidat/-in: Authentisch und fesch

Der ideale Spitzenkandidat oder die ideale Spitzenkandidatin muss authentisch sein, befinden die meisten Befragten, und er oder sie brauche jedenfalls Kommunikationstalent. Ansonsten gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen über den Idealtyp, der für die Partei um die Gunst der Wähler kämpft. Von "Idealist" und "Anti-Politiker" über "aus der Wirtschaft" bis zu "einfach anders" reicht die Palette der Antworten.

Die "politisch unkorrekte Antwort" stammt von der Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle: Sie räumt ein, dass die Wähler gerne einen populistischen Spitzenkandidaten mit autoritären Zügen hätten, der Feindbilder und rhetorische Luftblasen produziert und nebenbei gut aussieht.

Auf den folgenden Seiten finden Sie die Einschätzungen der ExpertInnen im Detail.

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neue parteien? wozu? einfach verstärkt die KPÖ wählen

das würde den alt-parteien feuer unter dem hintern machen...diese angst würde sie beflügeln..und sie würden sich eines besseren besinnen und zur tagesordnung sprich regieren zurückfinden im sinne des volkes

Bastelanleitung ist 70er!

Politik ist keine Sparefroh-Heft oder Sumsi-Post.

Heute geht es im Internet mit einem Car Konfigurator wesentlich eleganter: Farbe, Leistung, Bezüge sind individuell wählbar. Ausserdem kann auch gleich der Bargeldbedarf ermittelt und ein Finanzierungsangebot erstellt werden.

Im übrigen bin ich der Meinung, die Wolfgang-Schüssel-Schutzallianz zwischen Rot und Schwarz muss zerstört werden.

diese allianz zu zerstören geht nur mit der abwahl dieser beiden parteien einher

was anderes ist nicht möglich

ich bastel gerne mi! wo wird gebastelt?

Gute Chance hätte

eine Partei der ASVG'ler (Aktive & Pensionisten), da die SPÖ diese schon lange nicht mehr vertritt !!!

Was uns fehlt sind keine neuen Parteien sondern:

1. Mehr Transparenz
2. Mehr direkte Demokratie
3. Mehr Verantwortung der Politiker

Menschlich, gerecht und ehrlich ...

... und um dies überprüfbar zu machen, müsste sie sehr gläsern sein.

noch wichtiger als neue parteien

wäre zuerst einmal die auflösung bestehender, zuerst die fpö, dann gleich darauf die övp, dann noch das bzö. der rest geht noch zur unterhaltung. wenigstens wäre dann platz für piraten und kpö im parlament.

so ähnlich sehe ich das auch...alles andere ist "da capo"

Parteien? Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler

http://www.welt.de/politik/d... ehler.html

danke für die mitarbeit (ehrlichkeit oder blödheit?)
bei uns ist es genauso.

weder ehrlich noch blöd.

etwas missglückte Ironie.

Und genau deswegen, weil sich die "Welt" und Sie als Blogger auf so etwas sofort wie die Geier stürzen, verkommt die Sprache unserer Politiker immer mehr zu eingecoachten Leerformeln.

Neid, Angst, Gier!

Mehr braucht's wohl nicht, um die verunsichterten, verärgerten "WohlstandsverliererInnen"/"WutbürgerInnen" anzusprechen.

Und das Ergebnis ist dann so etwas wie die "Piratenpartei"...

Seid Ihr noch normal?

Eine Partei muss gestärkt werden nicht 17 damit man etwas weiter bringen kann.
Wenn der eine JA sagt, sagen fünf NEIN, weil sie von den Sponsoren aus müssen und 3 Vielleicht, was soll dass werden?
Wir wissen welcher einzigen Partei wir unser schönes Wien, Österreich und unsere Lebensqualität zu verdanken haben!
Kein anderes Nachbarland hat dass!
Alle kommen sie dadurch zu uns, früher war es in Deutschland noch besser, aber da regieren ja noch die Neoliberalen, die nichts zusammen bringen.
NOCH!

wo lebst du?

in den öffis komm ich mir wie im ausland vor.
bei den ämtern bin ich zum bittsteller degradiert, obwohl ich jahrelang steuern und abgaben bezahlt habe.
den grill auf der donauinsel kann ich nur unter polizeischutz benutzen
täglich erhöht sich die zahl derjenigen, die mich anbetteln (da sprech´ ich aber nicht von den augustinern).
wien wirbt mit meinem geld (wienstrom, wiengas, fernwärme, MA48) um stimmen für die SPÖ.
die gemeindebediensteten haben allen luxus und wir vom mittelstand nicht einmal die hälfte (geschützte bäder, reisen, versicherung, etc.)

die ganze stadt wien scheint ein einziger selbstbedienungsladen der SPÖ zu sein.

und uns geht´s gut? das kann nur eineR schreiben, der/die selbst zu den unverschämt dreisten Bagage angehört

und lösungsansätze wären auch witzig

zb. in den öffis komm ich mir wie im ausland vor.

wie wollen sie dieses "Problem" angehen

sich einfach damit abzufinden wär ja fad,.. was wollen sie also? Öffis nur für Staatsbürger,... ändert auch nicht viel die meisten sind staatsbürger.
Noch besser Öffis nur für Menschen ohne Migrationshintergrund,... also für die 3 in Wien die Sie dann halt finden,..

Mein Urgroßvater kommt aus den Niederlanden,...

oder gibts Guten und Schlechten MiHi??

Die Anzahl der Menschen mit MiHi in den Öffis

und überhaupt läßt sich sehr einfach reduzieren (wenn auch nicht sehr schnell):

Wieder mehr Kinder selber machen!

Immer die Ausländer!

Sagt der Pospyschil zum Navraschitz, dass der Wogowitsch diese miesen Immogranten einfach nicht ausstehen kann. Der Slawik versteht das nicht, weil er den Vastic wirklich gut findet.
Was meinen Sie??

Erstens bewundere ich

die Geschwindigkeit Ihrer Reaktion.

Und zweitens die Treffsicherheit, mit der Sie Ironie erkennen.

Dazu brauchen wir aber eine Regierung die das Fördert.

Das bedeutet natürlich mehr Vorteile für Familien mit Kindern und es müssen viele der Nachteile weg (einige kann man nicht wegnehmen).

Den Mihi's reicht die Förderung.

Und HC sagt sogar, die Förderung der Mihis ist zu viel.

Also, wie kommen wir zu mehr Einheimischen?

(Hoffentlich sagt noch lange niemand "indigene Bevölkerung" zu uns. Das klingt so nach Indianer oder Buschmänner und -frauen.

Das ist ja das Problem!

Wenn du heute als Österreicher/in mit guter Ausbildung und einem entsprechend guten Arbeitsplatz Kinder hast/bekommst hast du mehr Nachteile als sonst was. Da gehört die Denkweise der Bevölkerung geändert. Eigene Kinder sind Heute sozial in den Augen der meisten Menschen nichts mehr wert. Ein guter Job, teures Auto, große Wohnung, alles wichtiger. Das kann aber nur der Staat dadurch regeln das Familien mit Kindern (Achtung! Mehrzahl) klare Vorteile haben. Sonst wird das nichts. Die Verwendung dieser Unterstützungen gehört allerdings kontrolliert oder anderwertig gesteuert (zB in Gutscheinform).

Kinder sind sehr viel wert. Aber das Problem ist, dass man sich nicht mal mehr KLEINE Wohnungen leisten kann. Natürlich geben dann die Leute ihren Arbeitsplatz nich auf. Wenn man nicht mal selber durch kommt, wie dann mit Kindern?

und,... ihre "Lösung"

macht nicht weniger leute mit Mihi,... sondern bloß anteilsmäßig Weniger

wenns vorher Hausnummer XY sind werdens das nachher auch noch sein,.. und aufgrund der Geburtenrate eher mehr - aber dagegen hab ich auch nichts einzuwenden

Wenn mehr Ös mehr Kinder bekommen verringert sich nur der Prozentuelle Anteil den MiHi-Hintergrund-Familien zum Bevölkerungswachstum beisteuern,...

Mein Beitrag war ja auch nicht todernst gemeint.

Aber wenn die Österreicher mehr Kinder selber machen, dann brauchen weniger einwandern. Also, langfristig echt weniger MiHi - nicht nur prozentuell...

ich tu was ich kann,...

aber wie gesagt ich hab niederländischen mihi,... nicht das in meiner familie irgendwer diese sprache sprechen könnte,.. aber nochmals die frage

gibts guten und schlechten mihi

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