21 Journalisten 2012 getötet - 41 Feinde der Pressefreiheit

3. Mai 2012, 13:07
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Press Freedom Award 2012 in Italien ausgeschrieben

Reporter ohne Grenzen (ROG) zieht am Tag der Pressefreiheit Bilanz: 21 Journalisten wurden seit Jahresbeginn getötet, ebenso wie sechs Blogger. Die meisten von ihnen starben in Kriegszonen wie Somalia und Syrien. Auch die Liste der Feinde der Pressefreiheit ist um sechs Namen erweitert worden, insgesamt umfasst sie nun 41 Personen. Ganz oben stehen der syrische Präsident Baschar al-Assad und die somalische islamistische Militia.

"'Keine Stimme neben der unseren' - und 'keine Zeugen für unsere Verbrechen' - das ist das Credo autoritärer Regimes, welche Presse- und Informationsfreiheit als ihre Feinde auserkoren haben", so Reporter ohne Grenzen.

Sechs neue Feinde der Pressefreiheit finden sich auf der Liste von Reporter ohne Grenzen: die nigerianisch-islamistische Terrorgruppe Boko Haram, der Oberste Militärrat in Ägypten, welcher dem gestürzten ägyptischen Diktator Hosni Mubarak in Repressionen um nichts nachsteht, weiters der somalische Informationsminister Abdulkadir Hussein Mohamed sowie Vasif Talibov, Oberhaupt der aserbaidschanischen Region Nachitschewan. Auch der pakistanische Geheimdienst und der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un stehen nun auf der Liste.

Press Freedom Award 2012 in Italien ausgeschrieben

Reporter ohne Grenzen verleiht in Österreich traditionell seit 2001 den Press Freedom Award an Reporter, Journalisten und Publizisten in Südosteuropa und in den Nachbarstaaten der Europäischen Union. 2012 ist der Award Italien gewidmet. "Wir wollen auch in diesem Jahr wieder ein Land innerhalb der EU thematisieren, um nicht nur Missstände außerhalb Europas zu kritisieren, sondern auch vor unserer eigenen Haustür Schmutz zu kehren", sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, die auf Einreichungen aus dem Italien der post-Berlusconi Ära gespannt ist.

Die Verleihung findet im Dezember 2012 statt, der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert. Verliehen wird der Preis für Beiträge in Print- und elektronischen Medien sowie für Serien, Bücher und Lebenswerke. Eingereicht werden können Beiträge von demokratie- oder menschenrechtspolitischer Relevanz, die zwischen dem 3. Mai 2011 und dem 3. Mai 2012 in einem italienischen Medium veröffentlicht wurden. Die Einreichfrist ist der 15. September 2012. (red, derStandard.at, 3.5.2012)

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