Größere Autos sind wieder in

3. Mai 2012, 13:06
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In der Kfz-Versicherung ist die jahrelange Prämien-Erosion gestoppt, leistungsstärkere und damit teurere Fahrzeuge sind wieder gefragt

Wien - In der heimischen Kfz-Versicherung ist die jahrelange Prämien-Erosion gestoppt, nach dem Ende der Wirtschaftskrise sind wieder leistungsstärkere und damit teurere Fahrzeuge gefragt, sagt der mit 19 Prozent Marktanteil führende heimische Auto-Versicherer Generali. Mit einer gewissen Verzögerung könnten damit freilich wegen der höheren Risiken auch die Schäden steigen, räumte am Donnerstag Generali-Sach-Vorstand Walter Kupec vor Journalisten ein: Die Spanne, um nicht in einen Verlust zu laufen, sei "äußerst knapp". Deshalb treffe man eine genaue Auswahl bei der Akquirierung von Kunden. Der Wettbewerb im Kfz-Geschäft habe sich in Österreich nicht entspannt, sagte Kupec, "von einem Preiskrieg sind wir aber weit entfernt".

Die Schadenhäufigkeit sei 2011 stabil bis leicht sinkend gewesen, im ersten Quartal 2012 rückläufig in der Auto-Haftpflicht, aber ansteigend in der Kfz-Kasko. Die gesunkene Schadensfrequenz in der Haftpflicht führt Kupec darauf zurück, dass die fahrbaren Untersätze weniger unterwegs sind. Der Schadensanstieg in der Kasko sei gering, aber im Westen wegen der langen Frostperiode ausgeprägter. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet Kupec mit einer "Glättung", also stabilen bis nur leicht steigenden Kasko-Schäden.

Wettbewerbsintensität bremst

Nach unten gedrückt wurden die Durchschnittsprämien in den vergangenen Jahren nicht nur durch die Bevorzugung kleinerer und damit billigerer Pkw als Folge der Wirtschaftskrise, sondern auch durch die "Wettbewerbsintensität" in der Sparte sowie die Umstufungen unfallfreier Fahrer in bessere Bonus-Stufen in der Auto-Haftpflicht. Allein die Generali habe 2011 durch Umstufungen bei guten Schäden des Jahres 2010 insgesamt 6,6 Mio. Euro "Prämienabrieb" hinnehmen müssen.

Absolut billiger werde die Autoversicherung für die Verbraucher nicht - aber relativ: Denn wenn Prämien trotz Teuerung nicht angehoben werden, sei das eine relative Verbilligung, so Kupec. Generelle Preisrückgänge seien aber nicht möglich. Heute seien die Durchschnittsprämien auf dem Niveau von vor 20 Jahren, ermöglicht hätten dies nur massive Verwaltungskostensenkungen. Dass Anbieter die Haftpflicht-Erhöhungsmöglichkeit im Rahmen des Verbraucherpreisindex (VPI) ausschöpfen, verteidigt der Generali-Vorstand mit Hinweis auf diverse noch stärker steigende Kostenpositionen.

Reparaturkosten-Versicherung

Mit der vor eineinhalb Jahren erstmals vorgestellten Reparaturkosten-Versicherung hat Generali die ursprünglichen Ziele noch nicht erreicht. Von der Polizze seien bisher "mehrere tausend Stück" verkauft worden, "ich bin nicht unzufrieden damit", sagte Kupec bei einem Pressegespräch zur neuen "Autostudie" der Versicherung. An dem Produkt werde man festhalten, da es im Rahmen der Kasko in die "Tip & Tat" als Zusatzmodul eingebaut ist und damit für Generali kostengünstig sei. Das seinerzeit genannte Ziel werde man "in drei Jahren" erreicht haben, zeigte sich der Vorstandsdirektor überzeugt. Ursprünglich war man von 50.000 Verträgen ausgegangen, 30.000 davon schon im ersten Jahr. Im übrigen bereite ein großer Mitbewerber gerade ein ebensolches Produkt vor. (APA, 3.5.2012)

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