JUICE erforscht, ob es auf den Eismonden Leben geben könnte

3. Mai 2012, 12:58
  • Europa, Ganymed und Kallisto mit ausgewählten Oberflächenstrukturen. Die Eismonde des Jupiter sind ab 2022 Ziel der ESA-Mission JUICE.
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    Europa, Ganymed und Kallisto mit ausgewählten Oberflächenstrukturen. Die Eismonde des Jupiter sind ab 2022 Ziel der ESA-Mission JUICE.

Europäische Weltraumorganisation schickt 2022 Raumsonde zu drei der vier Galileischen Monde im Jupitersystem

Graz - Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat sich mit ihrem nächsten großen Projekt ein fernes Ziel gesetzt: Die Wissenschaftsmission JUICE wird sich der Erforschung der Eismonde des Planeten Jupiter widmen. Eine mit zahlreichen Messinstrumenten ausgestattete Raumsonde soll 2022 zum Jupitersystem aufbrechen, würde dieses acht Jahre später erreichen und inspizieren. Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) will sich an drei Instrumenten beteiligen.

JUICE erhielt den Vorzug gegenüber zwei anderen Missionen, dem neuen Observatorium für Gravitationswellen ("New Gravitational wave Observatory", NGO) und dem fortschrittlichen Teleskop für Hochenergie-Astrophysik ("Advanced Telescope for High-Energy Astrophysics" ATHENA).

Der "Jupiter icy moon Explorer" (JUICE) ist als erste Großmission des "Cosmic Vision 2015-2025"-Programms der ESA geplant. Die Sonde soll 2022 mit einer Ariane 5 von Europas Raumflughafen in Kourou (Französisch-Guayana) gestartet werden. Sie soll den rund 780 Millionen Kilometer von der Sonne entfernten Gasriesen im Jahr 2030 erreichen und mindestens drei Jahre lang detaillierte Beobachtungen der Monde Europa, Kallisto und Ganymed durchführen.

Lebensfreundliche Bedingungen auf den Eismonden?

Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses steht die Frage nach möglicherweise für die Entstehung von Leben geeigneten Bedingungen auf den Monden: Forscher halten es für wahrscheinlich, dass Europa, Kallisto und vielleicht auch Ganymed unter ihrer Oberfläche Ozeane beherbergen.  Ganymed ist der einzige Mond des Sonnensystems, von dem bekannt ist, dass er sein eigenes Magnetfeld erzeugt, weswegen die Mission außerdem eine gründliche Beobachtung der einzigartigen magnetischen und Plasmainteraktionen mit der Magnetosphäre des Jupiter durchführen wird.

"Jupiter ist der Archetyp der Riesenplaneten des Sonnensystems und zahlreicher andere Sterne umkreisender Riesenplaneten", so Alvaro Gimenez Canete, Direktor der ESA für den Bereich Wissenschaft und robotische Exploration. JUICE werde "einen besseren Einblick in die Entstehung von Gasriesen und ihrer Trabanten sowie in ihr Potenzial für die Beherbergung von Lebensformen geben."

"Wir freuen uns riesig, dass JUICE das Rennen gemacht hat und wir nun Teil einer der größten rein europäischen Missionen sind", so der Grazer IWF-Direktor Wolfgang Baumjohann, der bei der aktuellen Entscheidung in Paris mitgewirkt hat. Die endgültige Instrumentenauswahl für die Sonde wird im Herbst getroffen. Das IWF in Graz bewirbt sich um eines der Plasmainstrumente, wird an der Antennenkalibrierung beteiligt sein und will in Kooperation mit der Technischen Universität (TU) Graz ein weltweit völlig neuartiges Laser-Magnetometer entwickeln und bauen.

Ablauf

Die Sonde wird zunächst Kallisto, dem kraterreichsten Objekt des Systems, einen Besuch abstatten und zweimal am Mond Europa vorbeifliegen. Dabei wird die Sonde die ersten Messungen der Dicke der Eiskruste dieses Mondes vornehmen und mögliche Standorte für künftige Untersuchungen an Ort und Stelle bestimmen. 2032 schließlich soll das Raumfahrzeug in eine Umlaufbahn um Ganymed einschwenken und die Eisoberfläche und interne Struktur dieses Mondes erforschen. (APA/red, derstandard.at, 3.5.2012)

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http://voyager.jpl.nasa.gov/mission/w... /index.htm
und die senden immer noch:
Voyager Present Status. As of March 2012,
Voyager 1 was at a distance of 17.9 billion kilometers (119.9 AU) from the Sun.
Voyager 2 was at a distance of 14.7 billion kilometers (98.3 AU)

Meinen Sie

Voyager 1: 1,9 Lichtjahre, 0,58 Parsec. bzw. 149 Giga Fußballfelder
Voyager 2: 1,5 Lichtjahre, 0,47 Parsec. bzw. 122 Giga Fußballfeder

Das heißt die beiden Voyagers sind bereits kräftig innerhalb der Heliosheath jenseits des Termination Schocks aber noch innerhalb der Heliopause.

http://de.wikipedia.org/wiki/Heli... r-Programm

die voyagers sind ca. 16.6 bzw 13.6 lichtSTUNDEN weit weg, das sind ca. 0.00058209 bzw 0.00047705 parsec. die gigafussballfelder dürften aber stimmen.

Danke :-)

Die Billionen vom Vorposter haben mich verwirrt und irgendwie war ich auch mit der Heliosphäre in der Dimension der Oortschen Wolke verfangen.

Aus Stunden werden Jahre, nennt sich wohl Rip van Winkle-Syndrom.

würden wir die hälfte des weltweiten militärbudgets für solche wissenschaftlichen großprojekte ausgeben, dann gäbe es vermutlich heute gratis-werbefahrten auf dem mond, bei denen Ihnen fusionsbetriebene heizdecken aufgeschwatzt würden.

und ich armes schwein werd 2030 noch arbeiten müssen (dürfen)

aber so sachen wie die ersten voyager bilder oder die ersten bilder von der mars oberfläche - das waren noch pionierzeiten...
das tolle ist ja, dass man hier technik plant, die jahrzehntelang im einsatz unter unwirtlichen bedingungen sein wird. wenn ich bedenke, dass wir von den voyager sonden noch ein paar jahre signale empfangen werden...
faszinierend, wie mr. spock sagt (und ja, damals gab's nur die enterprise, keine next generation o.ä...)

ein menschenleben ist zu kurz für bürokratische profitorientierte systeme. es ist ja nicht so, dass wir nicht schon in den 60ern am mond waren und in den 70ern sonden wie eben die voyager-serie bauen konnten. leider waren dazwischen die prioritäten falsch gelagert.

Ohne den kalten Krieg hätte es Prestigeprojekte wie die Mondlandung nicht, oder zumindest nicht so früh, gegeben. Das heutige Feindbild des Westens taugt aber nicht unbedingt als Motor für Wissenschaft und Forschung.

das ist richtig. aber es ist traurig zu sehen wie wenig möglich ist obwohl man in zeiten wie eben dem kalten krieg oder anderen militärischen auseinandersetzungen sieht, was prinzipiell machbar wäre. schade, dass diese enormen leistungen zivil offenbar nicht möglich sind. vielleicht ist so gesehen die private raumfahrt garkeine schlechte sache ...

Ich wünsch ihnen auf jeden Fall, dass Sie die ersten Fußstapfen auf dem Mars noch erleben :)

(PS: Bin sehr optimistisch, dass sich das ausgeht.)

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