Aleppo: Vier Studenten bei Anti-Assad-Demonstration erschossen

3. Mai 2012, 11:47
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200 Verhaftungen - Parlamentswahl soll am Montag stattfinden

Damaskus/Kairo - Bei einer Demonstration gegen das Regime von Staatschef Bashar al-Assad sind in Aleppo laut einem Bericht der BBC mindestens vier Studenten erschossen und 200 verhaftet worden. Rund 1.500 Demonstranten hatten am Campus der Universität von Aleppo gegen Assad demonstriert. Die BBC nannte die Aktivisten des Local Coordination Committee (LCC) als Quelle. 

Wahlen trotz Gewalt

Ungeachtet dessen, dass die Waffenruhe nur auf dem Papier besteht und weiter Gewalt das Land erschüttert, hält die syrische Führung an der Abhaltung der Parlamentswahl am kommenden Montag fest.

Ende Februar ist in Syrien eine neue Verfassung in Kraft getreten, in der die Vormachtstellung der regierenden Baath-Partei nicht mehr festgeschrieben ist. Trotzdem stellt die Wahl aller Wahrscheinlichkeit nach keine Bedrohung für das Assad-Regime dar, da eine korrekte und faire Abhaltung in weiten Teilen des Landes inmitten andauernder Kämpfe, Anschläge und eines Klimas der Angst nicht denkbar ist.

Söhne eines Regimekritikers verhaftet

Erst am Donnerstag wurden zwei Söhne des bekannten syrischen Regimekritikers Fais Sara in Damaskus verhaftet, wie ihr Vater bestätigte. Der Journalist gehört seit Jahren der demokratischen Reformbewegung in Syrien an und war wegen seiner politischen Aktivitäten bereits mehrfach inhaftiert worden.

Sara sagte, seine beiden erwachsenen Söhne Bassam und Wissam seien von bewaffneten Männern am frühen Morgen aus ihren Wohnungen geholt worden. Zu welchem der zahlreichen Geheimdienste die Einsatzkräfte gehörten und wohin seine Söhne gebracht wurden, wisse er nicht. "Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob diese Festnahmen eine Botschaft an mich sein sollten oder ob sie einfach Teil einer großen Welle von Festnahmen sind, die hier in Damaskus gerade läuft", so Sara.

Trotz dieses Klimas der Einschüchterung, der blutigen Auseinandersetzungen mit Regimegegnern und selbst eines Appells des Parlaments, die Wahl zu verschieben, trifft die Regierung seit Wochen Vorbereitungen für die Parlamentswahl. Nach Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur SANA haben sich 7.195 Kandidaten registrieren lassen, darunter 200 Frauen. Sie bewerben sich um 250 Mandate, von denen derzeit 169 - also eine Zwei-Drittel-Mehrheit - von Assads Baath-Partei gehalten werden. 14,8 Millionen Bürger sind laut SANA wahlberechtigt. (APA, 3.5.2012)

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