Asfinag-Schulden wachsen langsamer

3. Mai 2012, 13:01
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Die staatliche Autobahnholding Asfinag konnte 2011 einen Jahresüberschuss von 440 Millionen Euro einfahren

Wien - Die staatliche Autobahnholding Asfinag konnte 2011 einen Jahresüberschuss von 440 Mio. Euro einfahren, rund 130 Mio. Euro wurden als Körperschaftssteuer an den Staat abgeführt. Dank des reduzierten Neubauprogramms kommt die Asfinag beim flacheren Schuldenaufbau voran. Heuer wird das Bauprogramm - Neubau und Erhaltung - nur bei 825 Mio. Euro liegen, bis 2015 steigt es dann auf 1,296 Mrd. Euro an und sinkt dann wieder leicht, bleibt aber deutlich über dem heurigen Niveau. Knapp die Hälfte der Bauausgaben dient der Steigerung der Verkehrssicherheit. Einen Vorstoß für eine Mauterhöhung werde es nicht geben, versichert das Unternehmen.

Bauprogramm wird hochgefahren

Für heuer erwarten die beiden Asfinag-Vorstände Klaus Schierhackl und Alois Schedl bei minimal steigenden Mauterlösen ein Periodenergebnis leicht unter dem Niveau von 2011. Das Bauprogramm wird um 220 Mio. Euro hochgefahren, wovon insbesondere der Neubau profitiert. Die Nettoverschuldung werde heuer stabil bei rund 11,8 Mrd. Euro bleiben und dann bis 2018 auf rund 14 Mrd. Euro ansteigen. Ohne Reduktion beim Bauprogramm wären es dann um fünf Milliarden Euro mehr. Von da an soll es mit den Außenständen bergab gehen. Im Vorjahr konnte die Asfinag auch dadurch Geld sparen, dass Projekt an Länder abgegeben wurden und diese nun Landstraßen statt teure Autobauen bauen. Die Baukosten für diese Landesstraßen zahlt die Asfinag über die Dividende die sie an den Staat abliefert.

Mehr Verkehr auf Tauernautobahn

Die Verkehrsentwicklung im Jahr 2011 war bundesweit sehr unterschiedlich. Im Korridor 2 (Brenner, A12, A13) stagnierte der Verkehr, während er im Korridor 3 auf der Tauernstrecke (A10, A11) um 6,2 Prozent zulegte. Allerdings gab es auf der Tauernautobahn kaum Zuwachs beim Lkw-Verkehr, aber bei den Pkw gab es aufgrund der zweiten Tauerntunnelröhre ein Plus von 6,8 Prozent. Den stärksten Zuwachs beim Schwerverkehr gab es im Korridor 7, dem Großraum Wien (plus 5,8 Prozent), gefolgt vom Korridor 5 (Donau, plus 5,1 Prozent), geht aus der Jahresbilanz der Asfinag hervor. Bundesweit legte der Lkw-Verkehr um 3,7 Prozent zu, beim Pkw gab es einen Zuwachs von 1,1 Prozent.

Schuldenrückbau kommt voran

Ende September 2012 laufen die 5-Jahres-Verträge der beiden Vorstände Schierhackl und Schedl aus, sich werden sich wieder bewerben - und wohl auch den Zuschlag erhalten. Sie haben die Asfinag in den vergangenen Jahren unaufgeregt sowie skandalfrei geführt. In ihrer Amtszeit hat sich der Frauenanteil in der männerdominierten Verkehrsbranche auf 19 Prozent erhöht. 11 Prozent des Führungspersonals ist weiblich.

Vor allem wird ihnen zugute gehalten, dass sie beim Schuldenrückbau voran gekommen sind. 2011 konnte ein Schuldenabbau von rund 100 Mio. Euro erreicht werden, deutlich rückläufig sind auch die Unfallzahlen auf den Autobahnen. Die Kundenzufriedenheit konnte in den vergangene Jahren laut Umfrage auf 74 Prozent gesteigert werden. "Wir sind wirtschaftlich stabil, brauchen keine Zuschüsse und erzielen einen operativen Gewinn", fasst Schierhackl das Jahr 2011 zusammen. Konstant blieb mit 2.643 Personen die Mitarbeiterzahl der Asfinag (inklusive Länder-Beschäftigte).

Schierhackl und Schedl haben 2011 jeweils 240.000 Euro an Fixbezügen und 55.200 Euro an variablen Einkommen sowie 7.000 Euro für Sachbezüge brutto verdient. Die Aufsichtsratsvorsitzende Claudia Kahr erhielt 8.000 Euro Vergütung plus 1.000 Euro Sitzungsgeld.

Mehr LKW auf den Straßen

Im Jahr 2011 blieb die Zahl der Autobahn-Streckenkilometer gleich, es wurde aber etwas mehr gefahren - insbesondere im Großraum Wien und hier wiederum von Lkw. Bundesweit stieg der Lkw-Verkehr um 3,7 Prozent. Heuer sei die Lastwagen-Fahrleistung aber leicht rückläufig, was auf eine weiter schwächelnde Wirtschaft hindeute.

Die Mauterlöse stiegen gegenüber 2010 um 3.3 Prozent auf 1,562 Mrd. Euro. Bewährt habe sich auch die automatische Vignettenüberprüfung mit fünf mobilen Kontrollstationen.

Konservative Verzinsung

Bei den Schulden setzt die Asfinag auf eine konservative Verzinsung. Der Anteil der Verbindlichkeiten mit flexibler Verzinsung sank von 26 Prozent im Jahr 2009 auf mittlerweile knapp 15 Prozent. Heuer werden 1 bis 1,5 Mrd. Euro an Anleihen begeben, auch dies soll fix verzinst erfolgen. Die Nominalverzinsung der Asfinag-Verbindlichkeiten liegt derzeit bei 3,84 Prozent. (APA, 3.5.2012)

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