Gagfah erwägt Verkauf von Dresdner Wohnungen

3. Mai 2012, 11:53
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Laut Medienberichten braucht der deutsche Immobilienkonzern dringend Geld - Sprecherin: "Verkauf ist immer und überall eine Option"

Mühlheim/Dresden - Die deutsche Immobilienfirma Gagfah erwägt den Verkauf aller ihrer Wohnungen in Dresden. Entsprechende Medienberichte bestätigte das Unternehmen am Donnerstag auf Anfrage. "Wir bewirtschaften, kaufen und verkaufen Wohnungen, das ist ein ganz normales Business. Verkauf ist immer und überall eine Option", sagte Gagfah-Sprecherin Bettina Benner.

Nach übereinstimmenden Berichten hat der Gagfah-Konzern, der dem US-Finanzinvestor Fortress gehört, die Investmentbank Leonardo mit der Suche nach einem Käufer der rund 38.000 Wohnungen beauftragt. Die Einheiten gehören der Gagfah-Tochter Woba Dresden und würden mit knapp 1,8 Mrd. Euro in den Büchern stehen, hieß es. 

Verhandlungen mit Banken

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge benötigt der Immobilienkonzern dringend Geld, weil er seinen Hausbanken allein im nächsten Jahr 3,2 Milliarden Euro zurückzahlen muss. Die Verhandlungen mit den Kreditinstituten laufen demnach schon seit Monaten, bisher habe die Immobiliengesellschaft aber noch keine konkreten Fortschritte vermelden könne.

In Dresden ging man am Donnerstag davon aus, dass auch der Stadtrat dem Verkauf zustimmen muss. Denn das Unternehmen hatte sich 2006 beim Kauf der städtischen Wohnungen verpflichtet, mindestens 35.000 Einheiten zehn Jahre lang nicht weiterzuverkaufen. Die Gagfah hatte die Woba Dresden mit ihrem Bestand damals für 1,75 Mrd. Euro erworben. Damit war die Elbestadt auf einen Schlag alle Schulden los.

2011 klagte die Stadt Dresden gegen die Gagfah wegen der Missachtung von Mieter-Interessen. Im März 2012 erzielten beide Parteien einen Vergleich (wir berichteten). (APA/red, 3.5.2012)

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