Fiorentina-Coach Rossi attackiert Spieler

3. Mai 2012, 10:37
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Trainer entlassen - Juve-Keeper Buffon patzte bei 1:1 gegen Lecce schrecklich - Italienische Meister­schaft bleibt spannend

Rom - Zwei Spieltage vor Ende der Serie A ist Meister AC Milan bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Juventus Turin herangerückt. Italiens Fußball-Meisterschaft bleibt damit spannend. Am 36. Spieltag sorgten ein schrecklicher Patzer von Juve-Tormann Gianluigi Buffon sowie eine Prügel-Attacke von Fiorentina-Trainer Delio Rossi mit sofortiger Entlassung des Coaches für Aufregung.

Titelverteidiger Milan liegt dank eines Fehlers von Juve-Torwart Buffon plötzlich nur noch einen Punkt hinter den Turinern. Während Milan (77 Punkte) am Mittwochabend durch die Treffer von Sulley Muntari (9.) und Robinho (92.) 2:0 gegen Atalanta Bergamo gewann, kam Juve (78) gegen Nachzügler US Lecce nicht über ein 1:1 hinaus. Ausgerechnet Buffon, der Juve mit seinen Glanzparaden schon so oft gerettet hatte, verschenkte dabei den Sieg.

Missglücktes Dribbling

Sein missglücktes Dribbling führte zum 1:1 durch Luis Muriel fünf Minuten vor Ende der Partie, die Juve nach der frühen Führung durch Claudio Marchisio (5.) und dem Platzverweis für Juan Cuadrado (54.) problemlos kontrolliert hatte. "Wir haben einen Bonus verspielt, aber den Titel immer noch greifbar nah", meinte Juve-Coach Antonio Conte. Milan-Coach Massimiliano Allegri sagte: "Fünf Minuten vor dem Ende schien die Meisterschaft entschieden zu sein. Dann kam das Tor und der Rest war wie das Warten in einem Theater auf das Ende der Oper. Juve hat den Titelgewinn zwar weiter selbst in der Hand, aber wir geben nicht auf."

Noch kann der weiterhin ungeschlagene Spitzenreiter den Titel aus eigener Kraft gewinnen. Juve trifft in der vorletzten Runde in Triest auf den Mittelständler Cagliari. Milan muss hingegen am kommenden Sonntag im Mailänder Derby gegen das noch um einen Champions-League-Platz kämpfende Inter bestehen. Gut möglich also, dass die Serie A schon eine Runde vor Schluss entschieden ist.

Delio Rossi verlor Nerven

Für den Florentiner Trainer Delio Rossi ist dagegen jetzt schon alles vorbei: Der Coach attackierte beim 2:2 gegen Novara seinen eigenen Spieler Adem Ljajic und wurde daraufhin entlassen. Der Serbe hatte sich zuvor lautstark und mit Gesten über seine Auswechslung in der 32. Minute beschwert. Daraufhin stürzte Rossi zur Bank, hielt den 20-Jährigen mit der einen Hand fest und schlug mit der anderen auf ihn ein.

Obwohl sich der Coach entschuldigte, kündigte Club-Präsident Andrea Della Valle ihm noch am Abend. "In meinen zehn Jahren im Fußball war dies meine schwerste Entscheidung. Rossi ist provoziert worden und die Nerven sind mit ihm durchgegangen. Aber wir mussten so entscheiden", erklärte der Clubchef.

Rossi erwartet zudem eine Sperre durch den italienischen Fußballverband. Wie die "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag berichtete, kündigte Ljajics Spielerberater außerdem einen Anzeige gegen Rossi wegen Körperverletzung an. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls lag Florenz gegen Absteiger Novara 0:2 zurück. Am Ende retteten die Toskaner durch zwei Tore von Riccardo Montolivo zum 2:2 zumindest einen Punkt.

Guerini übernimmt interimistisch

Teammanager Vincenzo Guerini wird Fiorentina in den ausstehenden beiden Saisonspielen betreuen. Der frühere Mittelfeldspieler ist seit 2011 beim Club aus Florenz als Teammanager tätig und hatte in der Vergangenheit etwa schon den SSC Napoli oder Catania gecoacht. Fiorentina vermeldete zudem, dass man ein Disziplinarverfahren gegen Adem Ljajic einleiten werde. (APA/Reuters, 3. Mai 2012)

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    Adem Ljajic schaut nach der Attacke verdutzt aus der Wäsche.

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