Elsner kommt auch am Tag fünf nicht

3. Mai 2012, 08:59
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Das Herz des Ex-Bawag-Chefs macht weiter Probleme, auch sein Nachfolger an der Bankspitze, Johann Zwettler, ist im Krankenhaus

Wien - Auch fünfte Prozesstag bei der Neuauflage des Bawag-Prozesses findet ohne den Ex-Bankchef Helmut Elsner statt. Unwahrscheinlich ist laut Anwalt Jürgen Stephan Mertens auch, dass Elsner am Freitag kommen wird. Befürchtet werde, so Mertens im Gespräch mit derStandard.at, dass Elsner aufgrund der Aufregung im Gerichtssaal bleibende Herzschäden erleiden könnte.

Bereits am Mittwoch war Elsner erwartet worden. Sein Anwalt Tassilo Wallentin hatte kurz vor Beginn der Verhandlung gesagt, sein Mandat habe Herzrhythmusstörungen. Am Plan stand weiterhin die Befragung von Ex-Bawag-Vorstand Christian Büttner. Er wurde zu den Totalverlusten aus den Spekulationsgeschäften mit Investmentbanker Wolfgang Flöttl befragt.

Richter Christian Böhm informierte am Donnerstag zu Beginn, dass Elsner laut Wallentin weiterhin im Wilhelminenspital sei. Am Mittwoch sei der kardiologische Sachverständige Günter Leopold Steurer in seinem Auftrag im Wilhelminenspital gewesen und habe festgestellt, dass Elsner tatsächlich Herzrhythmusstörungen habe, erläuterte der Richter.

Weitere Untersuchungen

Am Donnerstag würden bei Elsner weitere Untersuchungen durchgeführt, mit Befunden sei frühestens Ende der Woche zu rechnen. Aufgrund der Befunde werde der Sachverständige nächste Woche ein Gutachten zur Verhandlungsfähigkeit erstellen, kündigte der Richter an. Die Causa Elsner wird weiterhin nicht in das Prozessgeschehen einbezogen. Steurer habe im Wilhelminenspital Elsner die gerichtliche Ladung für Donnerstag zugestellt, "wenngleich die Annahme von Elsner verweigert wurde", merkte der Richter an.

Elsner ist bereits rechtskräftig zur Höchststrafe von zehn Jahren Haft verurteilt, er kann also keine weitere Haftstrafe erhalten. Als einziger aller neun Bawag-Angeklagten hat Elsner bisher Zeit in Haft verbracht, er saß viereinhalb Jahre im Gefängnis, bis er aus gesundheitlichen Gründen für haftunfähig erklärt wurde. Bei der Neuauflage des Bawag-Prozesses ist er nur angeklagt, weil die privatbeteiligte Bawag eine Subsidiaranklage erhoben hat. Sie erhofft sich davon eine bessere Stellung für das Zivilverfahren, in dem sie sich von Elsner die Pensionsabfindung von rund sechs Mio. Euro zurückholen will. 

Auch Zwettler ist im Krankenhaus

Neben Elsner befindet sich mit Johann Zwettler auch sein Nachfolger an der Bawag-Spitze mit gesundheitlichen Problemen im Krankenhaus. Damit scheint eine weitere Abweichung vom Verhandlungsfahrplan fix: Zwettler, der im ersten Rechtsgang wegen Untreue rechtskräftig zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, hätte am Freitag als Zeuge vor dem Schöffensenat erscheinen sollen. Im Unterschied zu Elsner hat Zwettler bisher keinen einzigen Tag im Gefängnis verbracht. Er wurde aus medizinischen Gründen als vorübergehend vollzugsuntauglich eingestuft.

Das Gericht lässt die Frage der Vollzugstauglichkeit Zwettlers regelmäßig überprüfen. Derzeit liegen am Schreibtisch von Richter Böhm zwei Gutachten, wovon eines aus Sicht Zwettlers Anlass zur Sorge bieten könnte: Ein orthopädischer Sachverständiger soll dem ehemaligen Bawag-Chef dem Vernehmen nach zwar eine erhebliche Einschränkung des Bewegungsapparats zubilligen, beim mittlerweile 70-Jährigen aber von "Arbeitsfähigkeit" ausgehen. (APA/red, derStandard.at, 3.5.2012)

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    Bawag-Prozess neu - ohne Helmut Elsner.

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