"Zeit der billigen Lebens­­mittel ist total vorbei"

Interview | Regina Bruckner, 7. Mai 2012, 10:15
  • Werner Lampert vor seinem Büro im ersten Wiener Gemeindebezirk.
    foto: lampert gmbh

    Werner Lampert vor seinem Büro im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Warum bio und nachhaltig nichts miteinander zu tun haben, Bio und Diskont zusammenpassen und Agrar-Förderungen besser den Konsumenten zukämen

Bio muss zur nachhaltigen Landwirtschaft werden, um eine Zukunft zu haben. Warum die Zeit der billigen Lebensmittel seiner Ansicht nach bald vorbei ist und Bio und Diskont eine sinnvolle Allianz ergeben, erzählt Bio-Pionier Werner Lampert im derStandard.at-Interview.

derStandard.at: Sie haben in einem Interview gesagt, echtes Bio geht heute nur noch beim Diskonter. Was ist echtes Bio?

Lampert: Das weiß ich nicht, ob ich das so gesagt habe. Aber wenn: Qualitätsarbeit kann man - was für mich sehr überraschend war - eigentlich nur noch mit dem Diskonter machen.

derStandard.at: Das müssen Sie mir jetzt erklären ...

Lampert: Der Diskonter hat seine Kostenstruktur total im Griff. Und die ist minimiert bis zum Geht-nicht-mehr. Nur wenn du die Infrastrukturkosten runterfahren kannst, kannst du auch mehr für die Produkte bezahlen und trotzdem relativ günstig anbieten. Hast du also Qualitätsanforderungen an die Bauern, an die Verarbeiter, brauchen die auch einen höheren Preis.

derStandard.at: Womit wir schon bei einem ganz wichtigen Thema sind - beim Preis. Schauen wir uns zum Beispiel ein Hendl an: Wenn ich eine Biohenne beim Hofer kaufe, kostet die zehn Euro, am Markt zahle ich rund 18 Euro. Das Sulmtaler Hendl kostet im Direktverkauf rund 40 Euro. Wie erklären sich die Unterschiede?

Lampert: Sie haben das konventionelle Hendl im Lebensmittelhandel vergessen. Dafür zahlen Sie wahrscheinlich fünf Euro. Das Sulmtaler lassen wir jetzt einmal weg. Die Geschichte ist ganz einfach: Ein normales Biohendl hat eine doppelt so lange Lebenszeit, braucht doppelt so viel Futter, das natürlich doppelt so teuer ist wie das konventionelle Futter. Sie haben ganz andere Haltungsanforderungen wie Auslauf, also nicht nur Scharrraum und Bewegungsraum, sondern wirklich Auslauf im Grünen. Das ist alles mit Kosten verbunden.

derStandard.at: Sie klingen jetzt so, als ob Sie den Preis zu verteidigen hätten. Meine Frage wäre aber eher: Ist das nicht zu knapp kalkuliert?

Lampert: Über diese Einschätzung würden sich jedenfalls die Hühnerbauern freuen. Die größten Aufwendungen gibt es bei den Hühnern, weil Biohühner mindestens doppelt so teuer sind wie die konventionellen. Die Konsumenten meinen eher: Doppelt so teuer, das ist ja verrückt. Ich habe nie verstanden, warum der Qualitätsbegriff bei Lebensmitteln so eine geringe Rolle spielt. Jeder, der einmal ein gutes Biohuhn im Rohr gehabt hat, weiß, dass es ein völlig anderer Genuss ist als ein konventionelles Huhn. Es ist so offensichtlich, dass sich der Preis von selbst darstellt.

derStandard.at: Kein Gift, keine Pestizide und kein Kunstdünger: Das sind im Prinzip Mindeststandards, die Bio heute kennzeichnen. Reicht das den Konsumenten?

Lampert: Bei uns ("Zurück zum Ursprung" beim Diskonter Hofer, Anm.) gibt es keine einzige Kuh, kein Rind und kein Kalb, das nicht mindestens 120 Tage Weidehaltung hat. Nicht Auslauf: Weidehaltung. Und die sind nicht 120 Tage auf der Weide, um ihre Füße zu vertreten, sondern die nehmen auch ihr Futter dort auf. Bei unserem Projekt ist in keinem Futter Soja drinnen. Das haben wir verboten, weil es der Qualität des Produktes und der Gesundheit der Rinder abträglich ist. Im Hühnerfutter ist Soja drinnen, aber österreichisches Soja. Da wird kein Regenwald eingeäschert, kein indigenes Volk vernichtet, kein Boden verseucht. Oder unser Gemüse: Da wird kein Kupfer gespritzt, da wird kein Stickstoff zugefügt. Das wäre alles erlaubt. Aber unsere Bauern arbeiten tatsächlich am Aufbau der Humusqualität. Und alles, was an Humusqualität da ist, ist dann als Produktqualität auf dem Tisch. Wir gehören zu denen, die in der Landwirtschaft die höchsten Anforderungen haben.

derStandard.at: Gleichzeitig erwarten sich offenbar viele Konsumenten mehr. Zum Beispiel keine Tiertransporte, keine Massentierhaltung oder keine großflächige, industrialisierte Landwirtschaft, auch wenn sie unter biologischen Voraussetzungen geschieht.

Lampert: Ich weiß nicht, von welchen Konsumenten Sie sprechen. Vielleicht gibt es 0,5 Prozent Konsumenten, die das Gefühl haben, wenn man Fleisch isst, muss das Tier vom Bauern auf dem Hof geschossen werden, während es auf der Wiese ist. Solche Träume hatten wir auch. Aber das ist keine Lebenswirklichkeit. Zumindest nicht für 99,5 Prozent der Menschen.

derStandard.at: Denken Sie, Biokonsumenten wollen Hybridhendln, die in Windeseile für den Verzehr gezüchtet werden, oder Puten, die nicht mehr laufen können, weil sie nur für den möglichst ergiebigen Fleischertrag gezüchtet werden?

Lampert: Diese Rassen sind gang und gäbe, weil kein Mensch 40 Euro für eineinhalb Kilo Huhn ausgeben will. Da bin ich total sicher. Nicht einmal bei den Bioläden funktioniert das.

derStandard.at: Die Landwirtschaft wird hoch subventioniert. Trotzdem kann ein Legehennen-Züchter mit 500 Hühnern auch in der Biobranche nicht überleben. Überleben können auch hier offenbar zum Großteil nur die Großen. Ist das der Weisheit letzter Schluss?

Lampert: Das stimmt doch überhaupt gar nicht. In Österreich gibt es rund 85 Prozent kleine Bauern. Wir haben in Murau Bauern mit zwei Kühen dabei, die bekommen einen guten Milchpreis bezahlt. Ich bin mit einem Bauern befreundet, der hat viele hundert Hektar. Er ist Demeter-Bauer und geht vorbildlich mit seinem Boden, dem Vieh, den Bäumen um. Auch wenn er - weil Großbauer - als Industriebauer diffamiert würde. Für mich ist das eine Biolandwirtschaft, die wirklich Zukunft hat. Ich sage immer: Bio und Nachhaltigkeit haben sehr wenig miteinander zu tun.

derStandard.at: Ein Vorwurf, der auch von vielen Biopionieren kommt ...

Lampert: Bio und Nachhaltigkeit sind zwei Geschwister, die sich selten im Leben treffen. Ich kenne kleine Biobauern, die mit den Tieren nicht ordentlich umgehen, die eigentlich keine Ahnung haben, wie man mit Grund und Boden, mit Humus umgeht. Das heißt: Groß ist industriell und schlecht und klein ist gut, diese Rechnung geht nicht auf. Die Haltung des Menschen, sein Charakter und wie er Bio betreibt, das ist das Entscheidende.

derStandard.at: Aber darf sich der Konsument nicht zu Recht erwarten, dass Bio und Nachhaltigkeit eben doch miteinander zu tun haben?

Lampert: Diese Frage stellt sich gar nicht. Es wird in zehn Jahren kein Bio mehr geben, wenn Bio nicht wirklich zum Vorreiter der nachhaltigen Landwirtschaft wird. Bio braucht eine totale Wende. Wir stehen doch vor der Frage, woher wir in 20 Jahren die Lebensmittel nehmen. Da muss man sich fragen, wie Landwirtschaft aussehen muss, dass wir uns dann auch noch ernähren können. Das kann nur eine Landwirtschaft sein, die zur nachhaltigen Landwirtschaft geworden ist. Bio und Nachhaltigkeit müssen zum Synonym werden.

derStandard.at: Das heißt in der Praxis?

Lampert: Wir haben Humusverfrachtungen und Erodierungen, die Nährstoffqualität unseres Bodens nimmt radikal ab. Wir müssen also die Bodenqualität aufbauen. Das macht man nicht mit zugekauftem Stickstoff und Industrieabfällen, sondern mit einer altmodischen Kompostwirtschaft. Die Bauern, die in die Landwirtschaftsschule gegangen sind, wissen heute ganz genau, was sie tun müssen, um den höchsten Ertrag aus dem Vieh herauszuholen. Sie haben aber keine Ahnung davon, was man als Bauer tun muss, um die Qualität der Milch zu steigern. Bio und Nachhaltigkeit machen nur dann Sinn, wenn am Ende ein besseres Lebensmittel herauskommt.

derStandard.at: Geht sich das mit unserem jetzigen Preisgefüge aus?

Lampert: Diese Lebensmittelpreisdiskussion ist vollkommen sinnlos. Die Zeit der billigen Lebensmittel ist vorbei. Total vorbei. In fünf Jahren wird es das nicht mehr geben.

derStandard.at: Wie kommen Sie darauf? Die Lebensmittelindustrie beschert uns Heidelbeerjoghurts, die nie eine Heidelbeere gesehen haben, mit künstlichen Aromen aus dem Chemielabor. Es wird heftig am künstlichen Fleisch geforscht. Und das alles, um billige Lebensmittel bereitzustellen.

Lampert: Ich komme aus einem ganz einfachen Grund darauf. Schon in fünf Jahren werden wir alle Hände voll zu tun haben, dass wir genügend Lebensmittel im Handel haben. Deswegen wird der Preis naturgemäß steigen. Und zur Nahrung aus den Chemielabors: Mein Gott! Ende der 1960er Jahre hat man gesagt, dass man in 20 Jahren nur noch Astronautenfutter essen wird. Kein Mensch isst so etwas. Menschen haben Empathie und sind sinnliche Wesen. Die wollen riechen und schmecken. Die Menschen werden immer höhere Anforderungen an qualitativ hochwertige Lebensmittel haben. Die werden von Bauern erzeugt werden und von handwerklich ausgebildeten, verantwortungsvollen Menschen verarbeitet.

derStandard.at: Wie muss die Förderlandschaft ausschauen, um bei diesem Wandel mitzuwirken?

Lampert: Mir hat einmal jemand gesagt, er findet, dass die Förderungen falsch laufen. Er dachte, die beste Förderung sei: Wenn jemand nachhaltige, verantwortungsvoll produzierte Produkte kauft, sollte er direkt an der Kassa einen Abschlag von zehn, 20 Prozent bekommen. Der Bauer könnte den wirklichen Preis verrechnen und der Konsument bekommt eine Belohnung. Das ist doch eine geniale Idee. (Regina Bruckner, derStandard.at, 7.5.2012)

Werner Lampert (63) gründete das Biolabel "Ja! Natürlich" und baute anschließend für den Diskonter Hofer die Marke "Zurück zum Ursprung" auf.

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Mario Sedlak
Mario Sedlak
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Finde an Hofer nichts zu kritisieren

Dass es Bio-Produkte sogar beim Diskonter gibt, ist ein schöner Erfolg für die Konsumenten und die Umwelt. Bio muss in die Masse gehen, sonst wird die Landwirtschaft nie nachhaltig.

Hofer und Bio, Schmäh ole!
Bio selber ist der nächste Schmäh, wer kennt die Auflagen. Wenn du als Biobauer mit dem Futter nicht umgehen kannst, und es dir früher ausgeht, darfst du konventionelles Futter nachkaufen.
Ich kenne zig Bauern die nicht in der Bioschiene sind, und viel besser auf Bio wirtschaften als die echten Biobauern.

Zum Herrn mit dem Hoferbioschmäh...
na wie war es am Anfang mit der Marke "Zurück zum Ursprung"? Die einstmaligen Milchlieferanten für Hofer wurden über die Nacht die Grundlage entzogen, nur weil der Herr mit dem neuen Klumpat daherkam. Davon redet keiner!

bio

mir kann keine erzählen bio ich stamme aus ungarn und ich kenne aus meine kindheit wie eine gemüse geschmeckt hat .die angebliche bio waren haben nur
reine wasser und chemikalien.mir kann keine erzählen das ein bio produkt immer der selber größe hat.
es schmeckt gar nicht nach obst nur nach wasser egal ob gemüse oder sonst was.gesunde ernährung ist ein schmäh

Nichts gegen Bio, aber das esoterische Geschwafel verdirbt mir den Appetit.

Die Grundlagen der bio-Landwirtschaft sind reine Esotherik. Auch heute noch werden etwa die Lieferanten der Demeter-Produkte, die alle nach dem Steiner-System arbeiten müssen, esotherische Praktiken angewendet. Das ist nicht viel anders als dieser merkwürdig Brauch bei den Katholiken, Traktoren, Ställe, Kühe, Felder, Futter und sogar Lebensmittel zu weihen.

Monsanto in den osteuropäischen Ländern

Monsanto verkauft bereits seine Hybrid-Samen tonnenweise in den osteuropäischen Ländern, wurde bereits vor Jahren in der Doku "Mahlzeit" über Verschwendung bei und Erzeugung von Lebensmitteln anschaulich gezeigt.
Persönlich esse ich nicht jeden Tag Fleisch, und wenn, dann oft Wildfleisch: relativ preisgünstig, wenn man sich um gute Quellen kümmert, Tiere sind "gesund" ernährt und stressfrei gestorben (kein Transport, keine "Schlachthof-Umgebung").

man muss den patenten die menschen umbringen einen riegel vorschieben - besonders fies wenn alte kulturpflanzen patentiert und so den bauern entzogen werden.
ich hoffe auch auf piratenparteien die sowas abstellen!

Hybrid-Samen gibt es schon seit Jahrzehnten. Auch in Österreich. Eine weltweit tätige Firma wird natürlich auch überall verkaufen wollen. Da stehen die europäischen Saatgutzüchter um nichts nach. Wenn wir anderswo verkaufen wollen, müssen wie diese Firmen auch bei uns herein lassen.

Monsanto verkauft fast immer beides in Kombination - Saatgut und darauf abgestimmte Herbizide. Gewürzt wird das Ganze noch mit Knebelverträgen zwischen Monsanto und dem Landwirt.

In den USA führt das mittlerweile zu extremen Auswüchsen und dem Bankrott der Landwirte, nachdem sich das Unkraut angepasst hat und nun wie das Saatgut resistent geworden ist.

Gibt bei uns auch schon extreme Auswüchse durch das "Gott spielen wollen". Habe einen in der Verwandtschaft, der isst extrem gerne Huhn (3-4x pro Woche), der musste nach einer Infektion für 4 Wochen ins Krankenhaus, weil alle herkömmlichen Antibiotika nicht mehr geholfen haben. Die Ärzte kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus!

überstehen antibiotika wirklich alle brat und backvorgänge? denn nur dann kann man doch resistent werden und roh wird ja huhn nicht verzehrt.

Es macht ja auch Sinn, ein komplettes System zu verkaufen, also Saatgut und dazu passende Dünger und Pflanzenschutzmittel. Da jeder Bauer selber entscheiden kann, ob er sich davon Vorteile verspricht und das Angebot annimmt, sehe ich da kein Problem.

Aber darum geht es Ihnen nicht, stimmts? Wer von "Gott spielen" spricht ist meistens ein ängstlicher gläubiger Mensch und manchmal sogar ein religiöser Fanatiker, das sind jene Leute, die unsere Welt eher nicht weiterbringen.
Unsere Lebensmittel sind so hochwertig wie nie zuvor und noch nie konnte die Landwirtschaft so viele Menschen gut ernähren. Das ist auch eine Leistung von neuen Technologien die uns vor allem durch die neuen Methoden der Gentechnik noch viel weiter birngen werden.

"ob er sich davon Vorteile verspricht und das Angebot annimmt, sehe ich da kein Problem."
Das Vertragswerk in den USA ist so kompliziert, da steigt kein durchschnittlicher Landwirt durch. Das sind Knebelverträge die einen für 5-10 Jahre binden. Wenn die Schädlinge resistent werden, muss man trotzdem das teure Saatgut + Herbizide kaufen.

Den Fortschritt bei den Lebensmitteln sehe ich nicht so optimistisch:
.) Fettleibigkeit nimmt durch zu billige Lebensmittel zu
.) Die Menschen in der Produktion arbeiten und katastrophalen Bedingungen (Bezahlung, Akkord-Leistung etc.), deswegen machen das fast nur noch Ausländer (Polen, Ungarn etc.)
.) Die Natur wird massiv ausgebeutet und auf Dauer geschädigt.
.) Der Fortschritt bringt viel Abnormales (BSE

Sie halten die Bauern in den USA wohl für blöd. Ich denke nicht, dass die sich nicht helfen können. Und wenn man selber nicht viel von etwas versteht, kann man sich Spezialisten bezahlen.

Wäre es Ihnen lieber, wenn sich genug Lebensmittel nur Besserverdienende leisten können? Ich bin froh, dass heute ein alter Traum der Menschheit, genug Lebensmittel für alle, in Erfüllung gegangen ist. Aber scheinbar passt das nicht allen.

Landwirtschaft war einer der ersten Bereiche in der EU für die gemeinsame Rahmenbedingungen geschaffen wurden. Da sind andere Bereiche jetzt noch weit weg.
Ich wusste gar nicht, dass Polen und Ungarn in der EU Ausländer sind.

Professionelle Betriebe beuten die Natur nicht aus, die wollen nämlich länger profitieren.

Uii, uii uii ... da will einer nur die Rosinen rauspicken. Die Landwirte sollen Monsanto verklagen ... informier dich bitte mal über die Macht von Monsanto!

Monsanto - mit Gift und Genen
http://www.youtube.com/watch?v=ZAzpVbgLxeo

http://www.greenpeace.de/themen/ge... aufkaeufe/

Klar bringen moderne Techniken auch Vorteile, aber man kann es auch übertreiben.
.) Lebensmittel, insbesondere Fleisch sollte um den Faktor 4-10 teurer werden!
.) Genug Lebensmittel für Alle gibt es, aber die Verteilung passt nicht. Wir schmeissen große Teile weg und anderen verhungern ... so schauts aus!
.) Informier dich mal was Polen, Ungarn in der Fleischbranche verdienen :)
.) Die Natur wird ausgebe

Habe ich was von Klagen geschrieben? Natürlich müssen Verträge eingehalten werden. Solche Sachen sollte man sich halt vorher überlegen.

Eine spendenkeilende sogenannte Umweltorganisation ist für mich keine gute Quelle. Solche Vereine wollen Panik und Betroffenheit schüren, weil da das Geschäftsmodell besser funktioniert. Das schlimmste für die ist, wenn alle zufrieden sind.

Dass Fleisch so billig ist, ist eine große Leistung der Landwirtschaft. Niemand will, dass es teurer wird.
Am meisten Lebensmittel werden dort weggeworfen, wo die Menschen hungern. Weil die Konservierungsmöglichkeiten fehlen. Das Wegwerfen bei uns bestätigt unseren Wohlstand.

Sie sind so weltfremd, mir fehlen die Worte.

Nachhhaltigkeit als Schlag der konventionellen LW gegen Bio

Was kann denn der kleine Biobauer, denn so schrecklich falsch machen, wenn er sich an die Regeln für den biologischen Landbau hält, und das muss er ja, um nicht rausgeworfen zu werden.
Die konventionelle LW versucht, Bio als überholt darzustellen, und sich ein selbstgestricktes Label gemäß dem schwammigen Kriterium Nachhaltigkeit umzuhängen. Nur große Betriebe wären effizient, weil der Traktor weniger Diesel für An- und Abfahrten verbraucht. Im Gegenteil wir müssen uns arbeitsintensive aber energieextensie LW leisten, um Arbeit und gute Lebensmittel zu schaffen.

Und wer soll die dann bezahlen?

dann gibts halt ned immer schnitzel am tisch^^

Ich kaufe Bioprodukte ...

... nur wenn sie billiger sind.

schon mal die preise vom bauernmarkt mit denen im supermarkt verglichen? die bio lebensmittel vom markt sind um welten billiger als die konventionellen aus dem supermarkt.

Scheinbar dreht sich beim Menschen wircklich ALLES nur mehr ums Geld, wie Arm sind Wir geworden ....

Beim Diskonter wird knapp kalkuliert?

Solange viele Lebensmittel, Kosmetika und Tierfutterprodukte zB im Deutschen Einzelhandel noch um 20 bis 25% billiger als bei uns sind (wohlgemerkt: exakt gleiche Markenprodukte), kann ich auf solche Ansagen verzichten.

BIO

in sachen fleisch konsumiere ich mittlerweile zu 80% hochwertiges biofleisch. ich nutze hier in kärnten einen lieferdienst von ausgesuchten kärntner biobauern. egal ob schwein, hendl, rind -alleine schon die ordentliche haltung der tiere ist es wert mehr zu bezahlen.
BIO ist abgesehen von der lebenseinstellung her etwas was schon viele unserer grosseltern betrieben haben. der ordentliche umgang mit dem vieh (welches zum teil die eigene nahrung sicherstellte!) war schon früher eine selbstverständlichkeit.

leider haben viele menschen den umgang mit der natur und tieren verlernt. sie hausen in betonblöcken und haben keinen bezug mehr zu nichts. man sollte in den schulen den kindern wieder intensiver die natur näherbringen.

tiere wurden noch nie um ihrer selbstwillen von selbstlosen bauern gehalten. jede tierhaltung wurde immer schon unter dem wirtschaftlichen aspekt betrieben.
ich weiß nicht, woher diese vorstellung kommt, dass bauern früher einmal selbstlose tierhaltung betrieben haben.
ich komme aus dem lw-umfeld, meine verwandten betreiben selbst einen bauernhof. aber glauben Sie mir, selbstlos und um der tiere willen wurden und werden die höfe die ich kenne nie betrieben.
egal ob bio-hof oder konventionell, jeder hof muss sich irgendwann rechnen und JEDER bauer sieht sich einem markt gegenüber auf dem er bestehen muss. auch der biobauer muss gegen konkurrenten in seinem (bio-)markt bestehen. auch er wird daher auf die kosten achten müssen.

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