Elternteilzeit: Keine halbe Sache

Kommentar | Nina Weißensteiner
2. Mai 2012, 19:20

Den Working Mums droht nicht selten das Schicksal von Working Poor

Die rote Frauenministerin will das Recht auf Elternteilzeit von sieben auf vier Jahre zusammenstutzen - und handelt sich dafür schwarze Entrüstung wie grünen Verdruss über die angebliche Beschneidung von Arbeitnehmerrechten ein. Worum es Gabriele Heinisch-Hosek aber eigentlich geht: Arbeitnehmerinnen etwas früher aus ihren Halbtagsjobs, Drei-Tage-Wochen oder Ähnlichem in die Vollerwerbstätigkeit zurückzuholen.

Denn von den 66 Prozent der Frauen, die hierzulande einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, arbeiten 44 Prozent Teilzeit - Tendenz steigend. Nicht selten droht diesen Working Mums irgendwann das Schicksal von Working Poor, nämlich trotz Erwerbstätigkeit in die Armut abzudriften. Bei Scheidung etwa, wenn der weiter vollbeschäftigte Hauptversorger plötzlich auslässt. Oder im Rentenalter, weil es für den halben Lohn später auch wesentlich weniger Pension gibt.

Und wohlgemerkt: Trotz Vaterschaft nehmen nur sehr wenige Männer diese Risiken auf sich. Bis heute ist nicht einmal einer von zehn Teilzeitbeschäftigten männlich. Das angebliche Wohl der Kinder bleibt also immer noch Frauensache - und das Wohl der Mütter dabei mitunter auf der Strecke. Schon allein deshalb sollten Frauen in Teilzeit selbst so schnell wie möglich wieder nach Ganztagsjobs trachten - und am besten helfen würde dabei ein Gesetz, das ihnen die Rückkehr in die Vollzeit auch garantiert. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 3.5.2012)

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Worum es Gabriele Heinisch-Hosek aber eigentlich geht?

Um die Zerstörung der Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft.
Nur so kann sie sicherstellen, daß sich ihre Ideologie auch rasch umsetzen läßt.

Wieviele Kinder hat die HH eigentlich, da sie glaubt, anderen die Lebensweise - insbesondere jene im Familienverband inkl Kinder - vorschreiben zu müssen?

Und ist nicht eigentlich der Mitterlehner für Familien und Wirtschaft zuständig?

Die SPÖ ist ja inzwischen unwählbar. Völlig vergendert, fast schon auf Grün-Niveau und der Rest ist farb- und visionslos.

Diese Frage hab ich mir auch schon gestellt:

http://derstandard.at/plink/133... id25901412

Die Antworten dazu haben mich doch etwas betroffen gemacht.
Trotzdem - oder gerade deswegen - verstehe ich nicht, was in dieser Frau vor sich geht

Diese Frage hab ich mir auch schon gestellt:

wußte gar nicht, daß die h-h neuerdings auch wirtschaftsministerin. aber das ist ja perfekt für die familien in österreich. der familienminister ist gleichzeitig wirtschaftsminister und die frauenministerin sorgt sich neuerdings um die wirtschaft, wenn eltern ihre bedürfnisse verfolgen. damit ist gesichert, daß familien keinen stellenwert haben und wir noch lange das credo, der mensch ist für die wirtschaft da und nicht die wirtschaft soll den menschen dienen leben.

aus der gängigen lohnarbeitslogik heraus wäre diesem kommentar vielleicht zuzustimmen. aber ist es wirklich das ziel, daß die supermarkt-kassiererin so schnell wie möglich nach der geburt wieder die volle 40h-woche hat? es sollte das system als ganzes hinterfragt werden. zwei 40h arbeitende eltern von kleinkindern sind nicht das wahre. zwei 20h arbeitende eltern eher. das sollte gefördert werden und teilzeit mindestens bis schuleintritt möglich sein. deswegen lehne ich den vorstoß von heinisch-hosek klar ab.

ich fände 30 stunden für beide eltern nach der karenz ideal. das sollte gefördert und ausgebaut statt verhindert werden.

o.k., wenn's nach mir ginge, wären 30 stunden überhaupt die regelarbeitszeit für vollzeitjobs. deswegen tät ich für eltern von kleinkindern eher 15-20 sagen.

naja, ich bin selbst mutter und mir wären 15-20 stunden viel zu wenig. ich liebe meinen job und ich könnte den mit 15 stunden nicht ausüben. 30-35 wäre mein traum, momentan bin ich noch bei 40, nachdem ich von 50 auf 40 abgebaut habe. mehr kann ich meinem arbeitgeber derzeit noch nicht zumuten, aber das bleibt das fernziel. ;-)

na ja, es gibt auch workaholics...
wenn wer so viel arbeiten WILL, soll er/sie das dürfen. so liberal bin ich schon :-)
aber es gibt auch leute, für die es auch anderes in ihrem leben gibt...

Jetzt spiel ich mal den advocatus diaboli und frage nach:

wie schauts denn bei Euren Modellen einer Arbeitszeitverkürzungen mit dem Lohnausgleich aus? Das ist nämlich der eigentliche Knackpunkt! Im Handel sind 30-Stunden-Jobs schon der Regelfall, aber erstrebenswert ist das bei diesen Löhnen für die Frauen mit Familienanhang sicher nicht!

zumindest bei niedrigeren einkommen muß es einen lohausgleich geben. dafür könnte man überlegen, ob man irgendwie die lohnnebenkosten senken könnte (ohne freilich damit irgendwelche sozialen standards abzusenken).

also bei normaler teilzeit gäbe es natürlich keinen lohnausgleich, wobei man das sicher mehr attraktivieren könnte, ansonsten würde ich es bei einer arbeitszeitverkürzung so machen: 50% des verlustes gleicht der arbeitgeber aus, um die arbeitnehmer am produktivitätsfortschritt teilhabne zu lassen. eventuell in etappen, auf 3 jahre mit nur halber lohnerhöhung. 25% wird durch eine senkung des belastung des faktors arbeit aufgefangen udn 25% muß der arbeitnehmer selbst tragen, dafür bekommt er ja mehr freizeit. nur bei den untersten einkommen sollten diese 25% auch ausgeglichen werden, weiß aber nicht von wem.

Sozialistische Steigbügelhalterinnen?

Jetzt werden sogar schon Sozialistinnen zu Steigbügelhalterinnen der Industriellenvereinigung und der Bundeswirtschaftskammer!

Was kommt als nächstes? Lohnverzicht sichert Arbeitsplätze und die Erde ist eine Scheibe?

OMG

die dame hat es wirklich kapiert :(

"und am besten helfen würde dabei ein Gesetz, das ihnen die Rückkehr in die Vollzeit auch garantiert.

genau dieses gesetz gibt es ja ! die elternteilzeit ist ein RECHT der mutter oder des vaters in teilzeit zu gehen, vom gesetz her zwingen kann der arbeitgeber dies hingegen nicht.
wer sich nicht auskennt, sollte keinen kommentar schreiben.
und zu den vätern: ja, wirklich schade, dass dieses recht so wenige in anspruch nehmen. die ursache ist wohl eine kombination aus der einkommensschere mann/frau und der bequemlichkeit meiner geschlechtsgenossen, "ungut" im betrieb aufzufallen.

trotzallem: dieses gesetz wieder einzuschränken, wäre eine schandtat aufkosten der lebensqualität vieler familen.

Statt Symptomen die Ursache bekämpfen!

Ja, bei längerer Berufspause oder Teilzeitbeschäftigung sind Mütter mit Nachteilen konfrontiert. Ihnen aber Vollzeitberufstätigkeit kombiniert mit institutioneller Kinderbetreuung zu empfehlen, ist eine Problemvermeidungs- statt einer Problemlösungsstrategie.
Vor allem wünschen sich nur etwa 9% der Mütter eine Vollzeitstelle, solange ihre Kinder noch nicht in der Schule sind. Hier die genaueren Zahlen: http://www.leonore.at/2012/05/f... problemen/

In einer Demokratie muss der Wunsch der Mehrheit respektiert werden! Statt Mütter gegen ihren Willen in Vollzeitstellen zu drängen, sollten die Frauenpolitikerinnen Änderungen bei den Pensionsversicherungsbeiträgen und den Wiedereinstiegsbedingungen erkämpfen!

eine gute Demokratie könnte auch den Willen des Indivuduums für schützenswert erachten.

Es gibt zu wenig gute Teilzeitjobs für Mütter.

Ausserdem ist Stress ein Risikofaktor für Beziehungen.

Peinlich ist für dieses textchen noch milde ausgedrückt. Wir schaffen eine soziale Errungenschaft für junge Familien ab weil uns das Resultat - nämlich mehr Zeit für die Familie - politisch nicht in den Kram passt. Und der Standard findet das auch noch super! Manchmal bin ich wirklich fassungslos wie ideologisch verblendet man sein kann. Kann man diese Entscheidung bitte den Betroffenen überlassen?

die Verteidigung von He-Ho mag ehrenvoll sein, sinnvoll ist sie nicht. Die Dame leistet sich zuviel der Sprachverirung. Eventuell leidet sie auch an den Folgen von neoliberalen Nebelgranaten gepaart mit falsch verstandenen feministischen Denkansätzen. Neueste wissenschaftliche Forschungen scheinen jdenfalls spurlos an ihr vorüber zu gehen.

Dann wäre die richtige Massnahme wohl eher ein Recht auf den Wiedereintritt in Vollzeit...

und nicht die Verkürzung des Rechtes auf Teilzeit.

Das generelle Problem kann ich nachvollziehen. Sowohl das für Mütter als auch das der Wirtschaft mit Regelungen dieser Art.
Aber dass die vorgeschlagene Maßnahme das Gelbe vom Ei ist, wage ich zu bezweifeln.

Verwirrende % Zahlen:

"Denn von den 66 Prozent der Frauen, die hierzulande einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, arbeiten 44 Prozent Teilzeit"

Wieso nehme ich die %der Teilzeitbeschäftigten nicht von 100% der erwerbstätigen Frauen?
Gemeint war wahrscheinlich: 66% der Frauen im erwerbstätigen Alter sind erwerbstätig, und von denen gehen 44% einer Teilzeitbeschäftigung nach.

Denn ich glaube kaum, dass die Autorin mit diesem Zahlenspiel ausdrücken wollte, dass 44% von 66% also 29% der Erwerbstätigen Frauen Teilzeit arbeiten.

von den hunderttausenden frauen, die in teilzeit sind ja wohl nur wenige dabei, die 4-7jährige kinder haben. also durch das streichen dieser regelung erreicht man gar nix außer dass es jungen familien noch schwieriger gemacht wird arbeit und familie zu vereinbaren...

der antrag auf teilzeit wird von den eltern - also den dienstnehmern - gestellt. dienstgeber sind, wie ja auch heinisch-hosek anmerkt, über diese form der beschäftigung regelmäßig unzufrieden.
schön, dass Frau BM Heinisch-Hosek und Frau Weißensteiner genau wissen, was für die dienstnehmer besser ist. auch schön, dass die selbstbestimmung der dienstnehmer von der Frauenministerin so geachtet wird.

immerhin wollen in österreich nur rund 12 % der teilzeitbeschäftigten auch länger arbeiten; nach Adam Riese will somit die überwiegende mehrheit von 88 % eben nicht länger arbeiten:

http://derstandard.at/131918247... r-arbeiten

Und hier trifft sich rot-schwarz (wie beim Migrationsthema):

- Zerstörung traditioneller Strukturen (Familie im besten Sinn des Wortes)

- (billige) Arbeitskräfte und stärkere Kaufkraft >> mehr Konsum(enten), mehr Profit

Eine klassische win-win-Situation.

die schwarzen gegen den heinisch-hosek-vorschlag ...

lesen bildet ...

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