AUA und Lufthansa fliegen tief in rote Zahlen

3. Mai 2012, 12:12
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Die Lufthansa streicht Stellen und meldet für die Österreich-Tochter einen Rekordverlust, auch Tochter Swiss fliegt Verlust ein

Frankfurt/Wien - Die Lufthansa meldet für ihre österreichische Tochter AUA (Austrian Airlines) für das erste Quartal 2012 einen Rekordverlust. Die AUA fliegt demnach einen operativen Verlust von 67 Millionen Euro ein. Sogar die Schweizer Swiss machte im ersten Quartal heuer Verlust, allerdings nur sechs Millionen Euro. Bei der AUA lag das Defizit im ersten Vierteljahr höher als im gesamten vergangenen Jahr (rund 60 Millionen).

Steigende Treibstoffkosten

Auch die Mutter Lufthansa ist im ersten Quartal 2012 tief in die roten Zahlen gerutscht. Operativ verbuchte die größte deutsche Fluggesellschaft einen Verlust von 381 Millionen Euro, deutlich mehr als die 169 Mio. Euro Verlust im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sei um sechs Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Das auf die Aktionäre entfallende Konzernergebnis, der Nettoverlust, betrug 397 Mio. Euro nach einem Minus von 507 Mio. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Zu schaffen machten der Lufthansa steigende Treibstoffkosten, das Verbot nächtlicher Flüge an ihrer Heimatbasis am Frankfurter Flughafen sowie die AUA-Verluste.

Einschneidender Stellenabbau

Der AUA-Mutterkonzern will nun mit einem einschneidenden Stellenabbau in der Verwaltung die Kosten senken. In den kommenden Jahren werden in den administrativen Bereichen 3.500 Vollzeitstellen weltweit wegfallen, teilte der Konzern mit.

Doppelfunktionen sollen zusammengelegt und Arbeiten, die keinen Mehrwert für den Kunden schaffen, gestrichen werden. Ziel sei es, bei dem Stellenabbau vorrangig sozialverträglich vorzugehen. Die Streichungen seien nötig, um die Zukunft der Lufthansa zu sichern. "Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren und auch einen Stellenabbau in Kauf nehmen, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen", sagte Konzernchef Christoph Franz. Die AUA ist nach Angaben ihres Vorstandes Peter Malanik von den Stellenstreichungen nicht betroffen.

Gewinn für das Gesamtjahr erwartet

Im Gesamtjahr strebt die Lufthansa einen operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionenbereich an. Etwaige Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem Konzern-Sanierungsprogramm "Score" seien in dieser Ergebnisprognose nicht enthalten und könnten sich belastend auf das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres auswirken, hieß es. Die Lufthansa-Aktie rutschte am Mittwochabend nachbörslich um 1,1 Prozent ins Minus auf 9,73 Euro. (APA, 3.5.2012)

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