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London/Wien - Es war im August 2011, als Yoshihiro Kawaoka (Universität von Wisconsin in Madison) seine aufregenden neuen Forschungsergebnisse beim Wissenschaftsmagazin "Nature" zur Publikation einreichte. Neun Monate später und nach einem ziemlich einzigartigen forschungspolitischen Hin und Her hat die Studie nun das Licht der Öffentlichkeit erblickt.
Warum die Veröffentlichung so eine schwere Geburt war, ist schnell erklärt - und doch etwas kompliziert: Kawaoka und sein Team hatten - so wie Kollegen in den Niederlanden - unter Hochsicherheitsbedingungen gefährliche Vogelgrippeviren genetisch so verändert, dass sie leichter von Säugetier zu Säugetier (und damit auch auf den Menschen) übertragbar wurden. Die Forscher fanden heraus, dass es dafür nur weniger Veränderungen bedarf - und wollten damit einen Beitrag leisten, um auf entsprechende natürliche Mutationen des H5N1-Virus besser vorbereitet zu sein.
Doch dann trat im November das US-Sicherheitsgremium National Science Advisory Board for Biosecurity (NSABB) auf den Plan. Das sah in der Veröffentlichung die Gefahr, dass die Erkenntnisse womöglich den Nachbau der Viren zum Zweck des Bioterrorismus erleichtern könnte und untersagte die Publikation der Artikel von Kawaoka und der Niederländer. Heftige Debatten und zwei Symposien (des NSABB und der WHO) folgten.
Im März änderte das NSABB dann ihre Meinung und stimmte der Publikation zu - mit der Auflage von Änderungen im Text. Zudem hatte Nature aber auch andere Experten zur Risikoabschätzung herangezogen. Die gaben grünes Licht, und Nature publizierte Kawaokas Artikel nun quasi wissenschaftlich unverändert.
Damit hat sich letztlich das Argument durchgesetzt, das der aus Linz gebürtige US-Virologe Peter Palese verwendete, um seine Rekonstruktion des Virus' der Spanischen Grippe 2005 zu verteidigen: "Je gefährlicher ein Keim ist, desto wichtiger ist es, ihn zu untersuchen", so Palese. " Den wissenschaftlichen Prozess zu verlangsamen wird die Öffentlichkeit nicht beschützen. Es wird sie nur verwundbarer machen." (tasch/DER STANDARD, 3.5. 2012)
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Äh... einen Künstlich veränderten Virus eins zu eins nachzubasteln ist relativ schwer.
Einen Virus mutieren zu lassen, um sein Gefahrenpotenzial zu steigern, ist schon leichter möglich.
Aber für 'Bioangriffe' denkbar dämlich. Ein Virus unterscheidet nicht zwischen Gut und Böse. Zwischen Freund und Feind. Man müsste Impfstoffe für seine 'Freunde' erzeugen, und der könnte, vom 'Gegner', ziemlich schnell entschlüsselt werden .
Es wäre ein großer zeitlicher und finanzieller Aufwand, bei geringen Erfolgsaussichten.
Derartige Forschung ist wichtig um auf spontane Mutationen in der Natur reagieren zu können.
Siehe hier: Bildung mit Akkusativ (auf der Seite ganz unten):
http://www.duden.de/rechtschr... eherrschen
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