8. Mai soll "kein Tag der Ewiggestrigen" werden

2. Mai 2012, 18:29
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Gegner rüsten sich für "Totengedenken" der Burschenschafter am Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutschlands

Wien - Die Gegner des sogenannten Totengedenkens der Burschenschafter am 8. Mai, dem Jahrestag der Kapitulation Nazi-Deutschlands, bringen sich schon in Stellung. Mit an Bord ist dieses Mal auch die Gemeinde Wien. Geplant ist eine Kundgebung am Heldenplatz (Beginn: 17 Uhr) - damit es, wie Willi Mernyi vom Mauthausen-Komitee sagte, "kein Tag der Ewiggestrigen wird, welche die Niederlage bedauern".

Gefordert wird von dem Veranstalternetzwerk, dem NGOs, die Hochschülerschaft, die SPÖ, die Grünen und die Israelitische Kultusgemeinde angehören, eine völlige "Umgestaltung des 8.-Mai-Gedenkens". "Wir wollen kein Wehrmachtsgedenken mehr", erklärte Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der Kultusgemeinde. Es gehe aber nicht darum, der "Kollektivschuld das Wort zu reden", das Gedenken an die toten Wehrmachtssoldaten solle jedoch eine private Angelegenheit sein.

Für Historikerin Heidemarie Uhl reicht die Gegenfeier alleine nicht. Es müsse prinzipiell "an diesem Ort etwas geschehen". So stamme die Skulptur des unbekannten Soldaten in der Krypta am Burgtor von Wilhelm Frass, der 1938 geprahlt hatte, eine Kapsel mit NS-Parolen darin versteckt zu haben. Ob das so ist, könne nicht gesagt werden, denn, erklärte Uhl: "Das wurde bisher nicht überprüft." (pm, DER STANDARD, 3.5.2012)

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