Gute Angebote, schlecht kommuniziert

Tanja Paar
2. Mai 2012, 16:51
  • Man braucht ein bisschen Mut, um sich durch den Angebotsdschungel am Automaten zu kämpfen.
    vergrößern 500x382
    foto: apa

    Man braucht ein bisschen Mut, um sich durch den Angebotsdschungel am Automaten zu kämpfen.

Wegen des großen Interesses am Thema Bahn versus Pkw ein Nachschlag

Die Bahn ist besser als ihr Ruf - bloß warum gelingt es ihr nicht, das zu kommunizieren? Die Unübersichtlichkeit der Preisgestaltung ist zum Beispiel ein großes Ärgernis. Ein Ticket von Wien nach Sopron etwa kostet laut Onlineauskunft auf oebb.at hin und retour in der 2. Klasse 32,80 Euro. Dass es das Ticket am Bahnhof im Automaten als Euregioticket für exakt dieselbe Strecke bereits um 22 Euro gibt, erfährt man nur durch Zufall.

Menüpunkt eins am Touchscreen ist "Fahrkartenwahl Inland" - nur wer sich davon nicht abschrecken lässt, erfährt, dass es super Angebote in die östlichen Nachbarländer Slowakei, Tschechien und Ungarn gibt. Warum gibt es keine einheitliche Preisauskunft auf allen Kanälen? Warum werden tolle Angebote wie dieses nicht besser beworben?

Auch dass bis zu fünf Personen um sensationelle 19 Euro einen ganzen Tag lang unterwegs sein können, erfährt man erst auf einem Plakat - wenn man schon im Zug sitzt. (Tanja Paar, derStandard.at, 2.5.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 35
1 2

was fällt dieser pösen bahn eigentlich ein, von potenziellen und tatsächlichen kunden zu verlangen, sich selbst über aktionen zu informieren?

unfassbar.

Abzocke bei der Bahn

Seit 2 Monaten möchte ich die Bahn darauf hinweisen, dass alle Vorteilscardkunden bei den Automaten im VOR-Bereich viel zu viel bezahlen. Ein reger Mail-Verkehr mit Kundendienststellen wird entweder nicht oder unzureichend beantwortet. Doe wollen das Problem nicht wahrhaben.

der wöchentliche praktikantenartikel

so saudumm,

grod jetza tät ma a poor onzeign benötigna, um von die sondaoungebote ins inserirna.
oba jetz mias ma uns des spoan, wissns eh.

International happerts da heute wieder gewaltig, Fahrkarten nach Spanien kann man hierzulande nur mehr im Reisebüro erstehen, und auch die verschiedenen Tarifsysteme mit deren Angeboten sind in Summe zu vielfälltig.

manche tarife sind nicht transparent, völlig richtig. ein klein wenig mitdenken darf aber mmn schon gefordert werden. ich weiss wirklich nicht, was dermassen kompliziert ist, auf der website einen der bunten angebotsbanner zu klicken oder gar - achtung unter dem irreführenden titel "finden sie ihr passendes angebot" versteckt - seine speziellen wünsche einzugeben.

aber vielleicht ist es wie mit den billigfliegern, wo es auch jahre gedauert hat, bis die letzten begriffen haben, dass ev. steuern und gebühren verrechnet werden und sich mittlerweile nur noch serviceformate wie akte 2012 müde darüber echauffieren.

Solange es ein einfaches, einheitliches Tickt von jedem zu jedem anderen Ort (zumindest in Ö) gibt, wird das nix mit dem Öffentlichen verkehr. @Doris Bures: bitte einheitliches österreichweites System einführen, mit Carsharing im System.

die bahn ist doch gar nicht an einem höheren fahrgastaufkommen interessiert..

da wird im betrieb gegeneinander gearbeitet. marketing vs. umsetzung sozusagen.

"Warum werden tolle Angebote wie dieses nicht besser beworben?"

Liebe Frau Paar,
kapieren Sie wirklich nicht, worum es hier geht? Werbung zur Imageaufpolierung besonders bei Nicht-Bahn-Fahrern bzw. nach Außen und gleichzeitig hohe Preise für die BahnfahrerInnen zum Zwecke der Geldeinnahme und Abzocke. So einfach ist das.

Teil 3

Steht aber der Widder im Kreis des Steinbocks beziehungsweise im Haus des Schweins, ausgenommen im Jahr des Großen Bären, braucht der Kunde selbstverständlich - sagten wir Kunde?

Benedikt Erenz Teil 2

Beziehungsweise zwischen Städten mit ungeraden Postleitzahlen oder auch Postleitzahlen, die durch vier teilbar sind, sofern sie nicht auf -burg oder -heim enden, beziehungsweise an allen Tagen zwischen dem 3. Mai und dem 26. September, aber nicht vor 9 und nach 24 Uhr und auch nicht beim CityPlusZwei- und CityNice&Easy-Ticket, die ohnehin an die BahnCard und an die CityLightLine gebunden sind. Kommt der Zug allerdings aus der Gegenrichtung oder fährt in dieselbe, ist - diese Regelung versteht sich von selbst! - nur die halbe Gebühr zu zahlen, übrigens auch in der ersten Klasse, vorausgesetzt, es herrscht Vollmond.

Dazu passt der Artikel aus "Die Zeit" von Benedikt Erenz

Bahn frei
Zehn Mark Nachlösegebühr soll jetzt löhnen, wer die Fahrkarte erst im Zug kauft! Ja, da schreien die Medien auf. Wir nicht. Wir vertrauen dem transparenten, weltweit führenden Tarifsystem der Deutschen Bahn AG (für das sich übrigens auch die Volksrepublik China interessiert) und dürfen gelassen sagen: So schlimm wird's nicht. Denn, da sind wir uns sicher, die neue Bestimmung gilt gewiss nur, wenn die Beförderungsdauer über zweieinhalb Stunden liegt. ...

und wo ist da jetzt genau die die pointe?

Ich wünsche mir *klare* und einfache Promotions!

Was habe ich von einer Promotion, bei der ich 5 Minuten brauche, bis ich sie verstehe? Ich finde promotions wichtig, aber sie müssen einfach sein: Ich will sie sofort verstehen können, und sie müssen für breite Kundenschichten nutzbar sein. Das 9€-Ticket ist super - das Mini-?was?-Ticket nicht.

das Mini-was? Ticket ist Super:
Minimax-Ticket Minimax-VORTEILScard-Ticket
1. Person 10 % 50 %
2. Person 20 % 60 %
3. Person 30 % 65 %
4. Person 40 % 70 %
5. Person 50 % 75 %
Sie brauchen nämlich überhaupt nichts tun. Sie müssen nur wissen, dass wenn Sie zu mehrt unterwegs sind das Ticket gemeinsam kaufen müssen. Dann wird egal ob am Automaten, am Schalter oder übers Internet der Nachlass automatisch abgezogen.
Das 9€ Ticket der Westbahn gibt es nichtmehr. Kostet jetzt 14€ und hat einiges an Kleingedrucktem zugelegt..

MiniMax gibt's aber NICHT bei Ticketkauf am Handy

und das ist wieder ein Ärgernis

also ich hab' Ticketkauf am Handy nur einmal probiert und 10min gebraucht um die richtigen Stationsnamen(-abkürzungen) zu finden. Die von der Homepage oder vom Fahrplanheft waren's jedenfalls nicht. Mein Mobilfunkbetreiber verlangt glaube ich noch zusätzlich für die SMS..
In Zukunft zahl' ich lieber die 3€ beim Zugbegleiter bzw. sind die eh meist sehr entgegenkommend..

Bei A1 gibt's eine Browser-Eingabemaske, da geht das ausgesprochen simpel und man muss weder Abkürzungen kennen noch SMS-Gebühren bezahlen.
Ich mach das meistens wenn ich knapp dran bin und keine Zeit mehr bleibt, mich in die Schlange beim Automaten zu stellen, dann ist das schon recht praktisch.

danke für den hinweis. ich hab' die ganzen a1 apps noch nie ausprobiert und mich eigentlich nur geärgert, dass ich die zwangsinstalliert hab. sollte wohl mal meine vorurteile überdenken..

Um welches Ticket handelt es sich im letzten Absatz?

Ich kenn nur das Einfach-Raus-Ticket für bis zu 5 Leute, aber das kostet 28€ und nicht 19€?!?!?

Das wird aber automatisch berechnet, je nach Anzahl der Mitreisenden.

Ich hab' die Plakate mit den 19€ auch im Zug gesehen, kann mich aber nicht mehr an den Tarif erinnern. Nur mehr an den Werbespruch: "Nein, gleich fünf von deiner Sorte."

Dabei gibt die Online-Auskunft auch noch konsequent FALSCHE Preisinformationen!

Weil sie für den VERKEHRVERBUND VOR (Sopron gehört auch zum VOR!) immer nur die - für nicht ermäßigte Fahrkarten - nicht geltenden ÖBB-Tarife anzeigt.
Eine ganz gewöhnliche VOR-Fahrkarte nach Sopron und zurück kostet übrigens 25,20

Ist ja dasselbe beim sog. "minimax"-Ticket: nur wenige wissen davon. Vielleicht liegt es aber auch an der Namensgebung... :)

Posting 1 bis 25 von 35
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.