Warum man kleine Fische nicht zu fassen bekommt

2. Mai 2012, 17:51
108 Postings

Simulation am Supercomputer zeigt: Der "C-Start" ermöglicht den Tieren eine hohe Beschleunigung

Zürich - Zur schnellen Flucht setzen kleine Fische bzw. Fischlarven auf den sogenannten "C-Start": Dazu krümmen sie sich mit der ganzen Muskulatur c-förmig und schleudern sich aus der Gefahrenzone - in einem Sekundenbruchteil können sie damit auf das Zehnfache der Erdbeschleunigung kommen. Nun hat ein Team um Petros Koumoutsakos von der ETH Zürich diese Methode mit dem Supercomputer "Monte Rosa" am Swiss Center for Scientific Computing in Lugano durchgerechnet.

Mit Hilfe von Computermodellen, die auf den Grundlagen der Evolutionsbiologie basieren, reproduzierten die Forscher das Fluchtverhalten von simulierten Zebrafisch-Larven. Es zeigte sich, dass der C-Start tatsächlich die größte Distanz zwischen Beute und Jäger bringt. Es ist zwar energetisch ineffizient - doch muss die Methode ja nicht auf längeren Strecken eingesetzt werden.

Auch die hydrodynamischen Aspekte sind interessant: Die Fische setzen nicht nur die Flossen, sondern ihre gesamte Muskulatur für den C-Start ein. So verdrängen sie viel größere Massen an Wasser, wie die Forscher im Fachblatt "Journal of Fluid Mechanics" berichteten. Das Interesse an dieser Arbeit sei mehr als akademisch, betonten die Forscher. So könnten aktuelle Fragen, etwa bezüglich der Form- und Bewegungsoptimierung von Wind- und Wasserkraftwerken, durch Inspirationen aus der Natur gelöst werden. (APA/red, derStandard.at, 5.5.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.