ÖAAB gegen Heinisch-Hoseks Vorschlag

2. Mai 2012, 13:08
16 Postings

Grüne: "Ministerin am Holzweg" - Unterstützung von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer

Wien - Gar nicht begeistert ist der ÖVP-Arbeitnehmerbund ÖAAB von der Idee von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), den Rechtsanspruch auf Elternteilzeit zu verkürzen. "Der 1. Mai ist vorbei und schon will Heinisch-Hosek ein Arbeitnehmerrecht kürzen. Da sieht man, dass es die SPÖ nicht ehrlich meint mit Arbeitnehmerrechten, wenn ihre krause Ideologie dagegen steht", erboste sich ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl am Mittwoch in einer Aussendung.

Die Elternteilzeit sei ein hart erkämpftes Arbeitnehmerrecht im Interesse der Kinder, der arbeitenden Eltern und der gesamten Gesellschaft. "Heinisch-Hosek und ihr Genosse (Gesundheitsminister Alois) Stöger liefern seit geraumer Zeit unausgesetzt politische Kakophonie und Kompetenzüberschreitungen" - der Familienminister heiße Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ), so Mandl.

Grüne: "Mehr, nicht weniger Rechte"

"Die Frauenministerin ist am Holzweg", findet auch die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner. "Teilzeitbeschäftigte brauchen mehr, nicht weniger Rechte. Gefragt ist jetzt ein Recht auf ein garantiertes Mindestmaß an Stunden in Teilzeit, von dem Frauen und Männer leben können, und nicht eine Aufweichung des Kündigungsschutzes." Schwentner sieht Heinisch-Hoseks Aussagen als "Eingeständnis ihrer visionslosen Politik". 

Industriellenvereinigung für Vorschlag

Unterstützung für ihre Idee findet die Frauenministerin bei der Industriellenvereinigung (IV). "Der aktuelle Elternteilzeitanspruch bis zum siebenten Lebensjahr des Kindes führt in der betrieblichen Praxis vielfach zu Problemen", erklärte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer am Mittwoch in einer Aussendung. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) sieht sich durch Heinisch-Hoseks jüngste Aussagen zur Elternteilzeit in ihrer Kritik an diesem Modell bestätigt.

Wirtschaftskammer ist "offen" für Weiterentwicklung

Die WKÖ sei jederzeit zu Gesprächen über eine Änderung des bestehenden Modells bereit: "Wir stehen einer klugen und zukunftsorientierten Weiterentwicklung der Elternteilzeit offen gegenüber", meinte WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser. "Klar ist aber auch, dass dies nicht zum Anlass genommen werden darf, um den Unternehmen anderswo neue Bürden aufzulasten." (APA, 2.5.2012)

Share if you care.