Kärnten "legalisiert" Mountainbike-Strecken

2. Mai 2012, 11:46
  • Kärnten will sich verstärkt als "Outdoor-Erlebnisland" positionieren.
    foto: apa

    Kärnten will sich verstärkt als "Outdoor-Erlebnisland" positionieren.

In einem ersten Schritt sollen 2.000 bis 3.000 Kilometer offizielle Gelände-Radwege entstehen - Ein Mustervertrag soll Rechtssicherheit für Sportler und Grundbesitzer bringen

Klagenfurt - Das Land Kärnten und die Landwirtschaftskammer haben am 2. Mai einen Mustervertrag für die offizielle Errichtung von Mountainbike-Strecken vorgelegt.

Zwar gibt es in Kärnten derzeit rund 4.000 Kilometer Wege für Mountainbiker. Diese Strecken bestünden jedoch ohne rechtliche Basis und seien auch nicht einheitlich ausgeschildert, erklärte Torismus-Landesrat Archill Rumpold am Mittwoch vor Journalisten. In einem ersten Schritt sollen nun 2.000 bis 3.000 Kilometer offizielle Radwege im Gelände entstehen. 

Rechtssicherheit für alle Beteiligten

Die vertragliche Absicherung bringe sowohl für die Grundbesitzer als auch die Freizeitsportler Vorteile. Sie bedeute nämlich für beide Interessengruppen Rechtssicherheit, so Rumpold. Für alle offiziellen Strecken soll es nämlich eine landesweite Haftpflichtversicherung geben.

Die privaten Grundbesitzer, die sich auf den Vertrag einlassen, sollen zudem mit 220 Euro pro Kilometer entschädigt werden. Die Landwirtschaftkammer empfiehlt den Bauern, sich an dem nun vorgelegten Mustervertrag zu orientieren. Mößler verwies auf die Bundesländer Tirol und Salzburg, die bereits vergleichbare Regelungen eingeführt hätten.

Die Errichtung von offiziellen Mountainbike-Strecken sei zudem von starkem touristischen Nutzen, betonte Rumpold. "Es geht um ein professionelles Angebot, gleichzeitig wollen wir Wildwuchs verhindern", sagte der Politiker. Kärnten sei dabei, sich verstärkt als Outdoor-Erlebnisland zu positionieren. "Wir haben derzeit 400.000 Nächtigungen durch Radgäste - Tendenz steigend", so Rumpold. (red/APA, 2.5.2012)

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kärnten. pfui.

Archill Rumpold

Ich kaufe ein gestrichenes "r"

dieses herumeiern um die mountainbike strecken ist in österreich ja ohnehin einmalig. aber als rohstoffreiches land braucht österreich ja sowas wie tourismus im sommer nicht ....

mit dem sinkenden einfluß der övp, steigt die chance auf vernünftige regelungen. die sache mit der haftung ist ohnehin nur ein vorwand, denn das würde sich mit einem haftungsausschluss sehr einfach und rasch regeln (oder entregeln) lassen.

Ich nehme mal an, dass ...

... die freigegebenen Strecken durchwegs Forstautobahnen ohne jeden fahrtechnischen Anspruch sind. Dort, wo es lustig wird, aber der p.t. weekend warrior überfordert ist, wird man wohl weiterhin illegal unterwegs sein.

es können halt nicht alle so superchecker wie du sein...

Hat nix mit Superchecker zu tun, ich bin nur nicht die Zielgruppe. Ich will mich - auch - fahrtechnisch entwickeln. Die offiziellen Mountainbikestrecken in meiner Gegend sind technisch leider unspektakulär, und zum Kilometerfressen sitz ich lieber am Rennrad.

die wege werden mit steuermittel errichtet.

und sind auch für alle zu nutzen.

diese abstrusen haftungssachen gehören endlich ordentlich geregelt.

aber gut, die großbauern, die jäger und andere illustren jagdgesellschaften möchten halt gerne unter sich sein und alle anderen aussperren, aber sich zumindest die infrastruktur ordentlich von allen anderen zahlen lassen.

Aus Ihnen spricht...

... das blanke Unwissen.

Vernünftig.

Kann man eigentlich gesetzlich festhalten, dass Mountainbiker auf Forststraßen völlig eigenverantwortlich unterwegs sind und bei Verletzungen und Schäden selbst haften? Bei Unfällen muss ohnehin Krankenkasse/AUVA einspringen. Aber es müsste doch möglich sein, dass Radfahrer niemanden anzeigen können, wenn die Straße beschädigt ist, oder ein Hindernis auf der Strecke liegt und sie sich verletzen!
Das müsste doch auch im Sinne der Radfahrer sein, immerhin können sie dann legal jede Forststraße befahren.

man kann ein fahrverbot wegen

forstarbeiten ausschildern,
das mach zb ich, weil ich schon einmal, zum glück erfolglos, geklagt wurde, weil dorchforstungsreste auf dem weg lagen, die einen biker zum sturz brachten.
und nein, ich krieg keine förderung für den wegebau.

ich bin auch dazu übergegangen, wege, die ich grad nicht brauche, mit steinen und weißdorm unpassierbar zu machen.
ich hab waldvandalen satt, bis zum scheitel und drüber.
und ja, ich habe auch ein MB

Ja klar, verbieten ist immer gut. Hier in NÖ haben sie auch vor Jahren Wege mit eingegrabenen Rechen usw. für MTBs unpassierbar machen wollen. Das erste Opfer war ein 3-jähriges Kind...

Und was hat der Begriff "Waldvandalen" mit Benutzern von existierenden Wegen zu tun? Ich nehme an, sie meinen die Schwammerlsucher mit dem 200-Euro-Bike vom bauMax.

Mir käme es allerdings NIE in den Sinn, einen Wegeerhalter zu klagen, warum auch immer. Private Unfallversicherung habe ich auch. Ich denke, "Betreten auf eigene Gefahr" würde völlig ausreichen, um allen Beteiligten Rechtssicherheit zu geben...

was hat ein 3-jähriges kind mit dem radl im wald verloren?

kommt da noch eine pointe ?

Man kann sich auch zu Fuss mit einem Rechen verletzen

Ein Bauer in Salzburg hat letztes Jahr Nagelbretter gegen MTBiker ausgelegt, hat auch einen Jogger erwischt.

sehr intelligent scheint der bauer nicht zu sein...

Jaja, die Erinnerung

war in OOe und war ein Spaziergaenger

8-)

Möglicherweise kommt aber deine Versicherung auf die Idee, den Wegeerhalter zu klagen ...

Gibt´s eigentlich einen dokumentierten Fall, wo der Wegeerhalter wirklich verurteilt worden wäre? Ich halte das sowieso für ein Scheinargument. Wie oft könnte man den Straßenerhalter klagen, wegen einem Platten durch Schrauben oder Scherben auf der Straße, Unfälle wegen unzureichender Schneeräumung, gefährdende Radwege oder z.B. Wasserpfützen, die Fußgänger nassspritzen?

Wie gesagt, Schilder mit "Betreten auf eigene Gefahr" gibt´s ja nicht umsonst. Und schon wäre alles erledigt. Aber in Ö müssen wir immer die kompliziertesten Lösungen suchen, möglichst mit Verboten Menschen in die Illegalität drängen und jammern.

Ich fahre seit 21 Jahren MTB, mit bisher 2 Diskussionen mit Jäger bzw. Forstaufseher, alles vernünftig abgelaufen...

betreten auf eigene gefahr

hilft nix, wenn Ihnen nachgewiesen werden kann, dass Sie eine gefahr, fahrlässig oder sbsichtlich herbeigeführt haben.

verurteilt

... mir hat es schon gereicht beim gerichtstermin antanzen zu müssen und meinen anwalt vorzufinanzieren.
da ich nicht dem "armenrecht" zugerechnet werde, ist auch ein bissi anwaltshonorar zu zahlen gewesen.
und, ich bin nicht zivilrechtlich, sondern strsfrechtlich angezeigt worden (körperverletzung, sachbeschädigung, gefährdung)
der anzeiger hat sich zivilrechtlich angeschlossen ...

die ursache waren 2 rindenhaufen.

Genau deshalb bin ich ja für eine Lösung...

... die den Wegerhalter von der Haftung befreit. Das müsste mMn möglich sein. Äste, etc. die auf der Forststraße liegen, dürfen einfach kein Klaggrund sein!
Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass geltende Regelungen nur den Rechtsanwälten nützt, weil heutzutage immer schneller geklagt wird.

Im Winter 2008 ist am Donauradweg ein Radfahrer bei Glatteis gestürzt, obwohl ausgeschildert ist, dass dort kein Winterdienst stattfindet. Radfahrer klagt den privaten Wegeerhalter. Beklager wird freigesprochen, trotzdem reagiert ein anderer Wegeerhalter und sperrt die Überfahrten der Kraftwerke Asten-Abwinden und Ottensheim vorsorglich von Anfang Oktober bis Ende April. Das deutet für mich darauf hin, dass das Risiko eines Schuldspruchs in ähnlich gelagerten Fällen nicht unerheblich ist.

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