Schwerhörige haben schlechteren Tastsinn

2. Mai 2012, 11:35

Untersuchungen zeigten, dass Frauen besser hören und feinfühliger als Männer sind

Berlin - Menschen mit Hörproblemen haben laut einer Studie oft auch einen schlechteren Tastsinn. "Hör- und Tastsinn haben eine gemeinsame genetische Basis", sagte Forschungsgruppenleiter Gary Lewin vom Berliner Max-Delbrück Centrum für Molekulare Medizin. Der Professor und sein Forscherteam haben eine Genveränderung identifiziert, die beide Sinne beeinflusst. Er könne sich vorstellen, dass man künftig Hautcremes entwickeln kann, die den Tastsinn verbessern, sagte Lewin.

Suche nach Genen, die Tastsinn beeinflussen

In den vergangenen Jahren seien beim Menschen 70 Gene gefunden worden, die bei Mutationen Schwerhörigkeit auslösen können. "Seltsamerweise sind aber noch keine Gene gefunden worden, die den Tastsinn beeinflussen", sagte Lewin. Daher untersuchten die Wissenschafter zunächst an 100 Zwillingspaaren, ob die Tastfähigkeit genetisch bedingt ist. Dies war zu mehr als 50 Prozent der Fall. Außerdem wurde eine Verbindung zwischen Hör- und Tastsinn deutlich.

In einer weiteren Untersuchung an einer Berliner Schule für Hörbehinderte zeigte sich, dass bei auffällig vielen Jugendlichen der Tastsinn nur schwach ausgeprägt war. Um nicht alle 70 Gene zu untersuchen, die für die Hörbehinderung infrage kommenden, konzentrierten sich die Wissenschafter anschließend auf Patienten mit dem Usher-Syndrom. Bei dieser vererbten Form von Schwerhörigkeit sind neun Gene als Auslöser bekannt. Die Wissenschafter konnten zeigen, dass nur die Patienten mit einer Veränderung des Gens USH2A auch einen schlechteren Tastsinn haben.

Frauen hören besser

Insgesamt untersuchten sie 518 Menschen, darunter 295 Frauen. "Wenn Frauen beklagen, dass ihre Männer ihnen nicht richtig (zu)hören, dann ist da in der Tat etwas dran", sagte Lewin. "Die Untersuchungen haben tatsächlich gezeigt, dass Frauen besser hören und feinfühliger als Männer sind." Die Ergebnisse wurden im Online-Fachjournal "PLoS Biology" veröffentlicht.

Die Wissenschafter wollen nun nach weiteren Genen suchen, deren Mutationen Hör- und Tastsinn beeinflussen. "Wenn wir besser verstehen, wie der Tastsinn funktioniert, können wir ihn eventuell mit chemischen Substanzen, etwa in Hautcremes, verbessern", sagte Lewin. Die für den Tastsinn zuständigen Nervenenden säßen schließlich direkt unter der Hautoberfläche. Viel schwieriger seien die für das Hören zuständigen Haarzellen erreichbar, da diese im Innern des Ohres sitzen. (APA, 2.5.2012)

wieder eine Vermarktungschance ...

"Viel schwieriger seien die für das Hören zuständigen Haarzellen erreichbar, da diese im Innern des Ohres sitzen"

Ja, tatsächlich, da kommen weder Tropfen noch Cremes hin. Was liegt näher, da an andere Verbindungen anzuknüpfen, um doch noch Mittelchen anbringen zu können. Schließlich ist die Pharmamaschinerie immer tätig, um neue Anwendungsfelder zu erschließen. Der Tastsinn stand da tatsächlich noch aus.
Ich bin selbst schwerhörig - aber mein Tastsinn lässt nichts zu wünschen übrig ...

"Schwerhörige Menschen haben schlechteren Tastsinn"

wenn man Pech hat, hat man Glück auch keines ;-)

Ich habe ein kürzeres Bein, dafür ist das andere umso länger. ;-)

dazu fällt mir sofort der legendäre Kampf des schwarzen Ritters bei Monthy Phyton ein ;-)

bei Usher bekomme ich auch Hörprobleme...

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