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Inszenierung und Symbolik, das ist eine der großen Spezialitäten des Barack Obama: Seine Bewerbung um die demokratische Präsidentschaftskandidatur hat er wie Abraham Lincoln auf den Stufen des Kapitols von Springfield, Illinois, abgegeben. Mit schwarzen Bürgerrechtlern ist er nach Selma, Alabama, marschiert. Auf dem Hradschin in Prag hat er von einer atomwaffenfreien Welt geträumt. Und nun wird der US-Präsident im geheimnnisumwitterten "Situation Room" des Weißen Hauses auftreten, um dort in einem Fernsehinterview über die Details jener Operation plaudern, mit der die USA vor einem Jahr Osama Bin Laden zur Strecke gebracht haben.
Bereits wenige Tage nachdem Bin Laden in Abbottabad erschossen worden war, sollen die PR-Strategen des Präsidenten mit den Planungen begonnen haben, wie sie diesen Coup denn in der heißen Phase des Wahlkampfes ausnützen könnten. In einer neuen "Kommandoaktion" (so ätzt das US-Politportal politico.com) wird der Al-Kaida-Chef im amerikanischen Wahlkampf nun eben ein zweites Mal politisch seebestattet. Die Botschaft dabei: Der als Weichei verschriene Obama kann sich als jener Präsident präsentieren, der den größten Feind der USA ins Jenseits befördert hat. Gleichzeitig muss sich sein Gegner Mitt Romney rechtfertigen, warum er denn vor einigen Jahren dafür war, die teure Jagd auf Bin Laden abzublasen - Obamas Leute haben sicherheitshalber ein Video anfertigen lassen, damit das auch sicher nicht in Vergessenheit gerät.
"General Motors lebt, Bin Laden ist tot", so bilanzierte unlängst Vizepräsident Joe Biden die erste Amtszeit Obamas und beschrieb gleichzeitig die Wahlkampfstrategie für die kommenden Monate. Interessanterweise sind das akkurat jene zwei Themen, bei denen normalerweise den Republikanern erhöhte Kompetenz zugebilligt wird: die nationale Sicherheit und die Wirtschaft. Romney hat in beiden Fällen eine schlechte Figur gemacht. So wie er Bin Laden am Leben lassen wollte, sang er das Sterbelied für den größten US-Autokonzern. Beides macht keinen schlanken Fuß in der Öffentlichkeit, und der Republikaner wird sich einiges einfallen lassen müssen, um aus dieser Nummer unbeschadet herauszukommen. Die Umfragen sehen beide Kandidaten derzeit zwar noch immer eher gleichauf. Aber: Obama hat Aufwind, er kann derzeit auf die besten Popularitätswerte seit langem sehen - so beliebt wie heute war er nur nach Osama Bin Ladens Tod. (DER STANDARD, 2.5.2012)
Will Obama aus seiner zweiten Amtszeit einen Erfolg machen, muss er sich beeilen
Das Kabinett Obama II hat Europa als Partner wiederentdeckt
Ziehen die Filipinos ab und fällt das Waffenembargo, ist die UN-Mission am Ende
Die kritische Infrastruktur der USA ist unzureichend gesichert
Die strategischen Konflikte zwischen China und Indien werden auch nach der Rückverlegung von Truppen bestehen bleiben
Mit seiner Bin Laden-Werbung - ironischerweise erzählt von jenem Mann, der Bin Laden haben hätte können, wenn man ihn von den Sudanesen angenommen hätte - hat Obama den Bogen überspannt. Sowas kommt bei Unabhängigen und moderaten Demokraten nicht gut an - wenn Ariana Huffington in einer Sache auf Seiten Mitt Romneys steht, dann sollten die Alarmglocken klingeln. Und genau derartige Spots hat Obama 2008 bei Clinton kritisiert...
Mit solchen Aktionen kriegt Obama vielleicht ein paar dumme Wähler für ein paar Wochen rum, langfristig verliert er aber die Unterstützung der moderaten ihm bisher (aus mir unerfindlichen Gründen) freundlich gesinnten Kommentatoren, die jetzt erst realisieren, wer Obama wirklich ist.
In einer einzigartigen Kommandoaktion haben wir Standard Leser aufgedeckt, dass der Inhalt von Prantners Kommentar, genau der Inhalt von "meet the press" war. Meet the press anschauen und aus dem einen Kommentar basteln, ist auch etwas schwach. Für die, die Prantners Kommentar schon wenige Tage vorher ansehen wollen, "meet the press", CNBC, jeden Sonntag um 16.00h auch in Österreich zu sehen.
Osama Bin Laden betrifft die Bürger überhaupt nicht, GM als nationales Heiligtum ebenfalls nicht, GM als Arbeitgeber auch nur zum Teil.
Statt dessen sind Bildungssystem, soziale Sicherheit, Verteilungsgerechtigkeit, Verwendung von Steuergeldern, Infrastruktur, Erforschung der Ursachen der Wirtschaftskrise die entscheidenden Fragen, die das Leben der Bürger in eine gute oder schlechte Richtung lenken können.
Arme, kranke Welt, die einen Wahlkapf über Terrorismus und Statussymbole führt!
Das Hauptproblem Romneys ist IMHO dass er für viele Republikaner nicht radikal genug ist. Die wollen einen Hirni der möglichst laut irgendeinen Unsinn von sich gibt - wie Bachman, Palin oder eben G.W. Bush. Romney ist zwar sicherlich der kleinste gemeinsame Nenner, aber die vielen Radikalen werden ihn sicher nicht wählen, und viele gemäßigte Republikaner werden von ihm mangels Charisma auch nicht begeistert genug sein um zur Wahl zu gehn. Bei der in den USA extrem niedrigen Wahlbeteiligung ist beides ein großes Problem.
Das sind mir Analysen. Der Obama hat nicht allzuviel national falsch gemacht. Daher wird er sicher wiedergewählt. Außer ... die Demokraten schiessen sich ein Rieseneigentor. Aber dass muss schon ein sehr grosses sein.
Sonst ist Obama der nächste US-Präsident. Was Medien immer für ein Theater machen um nur ja zwanghaft Spannung zu generieren wo keine ist. Gab Zeiten als die ihre Aufgabe primär in der Verbreitung von gut recherchierten Infos sahen. Und nicht im aufblasen virtueller Events.
Ein Präsident wird nicht deshalb wiedergewählt, weil er nicht allzuviel falsch gemacht hat, sondern wenn er konkrete Erfolge vorweisen kann und da steht bei Präsident Obama außer der Tötung Bin Ladens nichts signifikantes auf der Habenseite. Die Bürger haben Herrn Obama aber 2008 nicht zum Präsidenten gewählt, damit er Bin Laden tötet, sondern damit er die Folgen der Wirtschaftskrise in den Griff bekommt und das hat er nur unzureichend geschafft, wie man an der ausufernden Staatsverschuldung oder der weiterhin angespannten Lage am Arbeits- und Immobilienmarkt sieht.
Im übrigen müsste Obama ja auch nicht jahrelangen Dauerwahlkampf machen und hunderte Milliarden US $ ausgeben, wenn er wie Sie sagen seine Wiederwahl schon sicher hätte.
wenn er genug Geld hat für die "Wahlkampfmaschinerie"
und wenn er gut "emotionalisieren" kann,
Nach dem Öl- und Kriegspräsidenten Bush war der Kredit der Republikaner verbraucht (alles Lügen und viel Spesen)
Die Wirtschaftskrise wurde von den Republikaner mitorganisiert und kein Präsident hat sie im Sinne der Reichen wegzaubern können ....
Auch haben die US-Bankgen gerade an der krise und den Folgekrisen massiv profitiert, niemand von denen will dass die Krisen vorbei sind ......
Eine Wiederwahl ist die "geltende Regel" und eine Abwahl die Ausnahme, also ist die Chance auf eine 2. Amtsperiode größer als die fürs Gegenteil ....
Stimmt doch gar nicht.
Würde Präsident Obama wiedergewählt werden, würde es drei Präsidenten hintereinander geben, denen dies gelungen ist (Bill Clinton, George W. Bush, Barack Obama). So etwa gab es in der Geschichte der USA bislang nur ein einziges Mal, nämlich bei den drei ersten Präsidenten (George Washington, John Adams und Thomas Jefferson), aber das ist schon 200 Jahre her. Man sieht daran, dass die Wiederwahl eines US-Präsidenten alles andere als der Regelfall ist.
Den Rückzug aus dem Irak hat Obamas Vorgänger mit der irakischen Regierung vereinbart und ohne die "Surge", die Obama abgelehnt hat, wäre dieser gar nicht möglich gewesen. Einen Abrüstungs-/Rüstungskontrollvertrag hat in den letzten Jahrzehnten jeder US-Präsident zustande gebracht. Und "Obamacare" wird in wenigen Wochen nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA wohl Geschichte sein. Davon abgesehen lehnt die Mehrheit der US-Bürger diese Reform weiterhin ab.
Fazit Ihres Postings: Nichts dabei, was Herrn Obama für seinen Wahlkampf nützlich sein könnte.
Anfang des Jahres lag sein Approval-Rating bei "RCP" zwischen 47 und 48 %. Da liegt es nach wie vor. Und so gut wie nach der Tötung Bin Ladens sind Obamas Umfragewerte bei weitem nicht.
2. Die Hilfe für GM wird von der Mehrheit der US-Wähler weiterhin abgelehnt. Allenfalls in MI ist eine knappe Mehrheit dafür, unter den Republikanern werden aber selbst in MI die Hilfen an GM kritisch gesehen. Insofern ist dies kein "Winner"-Thema für Obama. Im übrigen liegt bei der Wirtschaftskompetenz Mitt Romney nach wie vor klar vor Obama, vor allen Dingen bei den wahlentscheidenden unabhängigen Wählern.
3. Die Tötung Bin Ladens hat bislang im Wahlkampf keine entscheidende Rolle gespielt und dies dürfte so bleiben, alles andere ist Wunschdenken Obamas.
aber in gegensatz zu ihnen hab ich ein leben und denk an wichtigeres. vor allem wenns den wahlsieg von obama zu feiern gilt. :-D
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