Nur KPÖ marschierte

1. Mai 2012, 18:12
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SPÖ sagt Marsch ab und feiert "Öffnung" am Schlossberg

Graz - In Graz gab es heuer nur einen Maiaufmarsch - jenen der Kommunisten. Die SPÖ hatte den traditionellen Marsch zum Ärger vieler in der Parteibasis abgesagt.

Die neue Parteivorsitzende, Martina Schröck, die nach internen Querelen und einer Reihe von Kurzzeitvorsitzenden die SPÖ in die Grazer Gemeinderatswahl Anfang 2013 führen soll, lud auf den Schlossberg zur Maifeier. Das Motto für den Event, den man in den Kasematten, der einstigen Gefängnisanlage der Festung abhielt und dem laut SPÖ 1000 Menschen beiwohnten: "Veränderungen eröffnen neue Chancen." Schröck fischte in ihrer Rede im Wählerteich der in Graz mit den Grünen regierenden ÖVP und machte sich für Kleinunternehmer stark.

SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves lobte Schröcks "Weg der Öffnung". Sozialdemokratie müsse Menschen mehr über Themen und Plattformen einladen, ein Stück des Weges mitzugehen, so Voves in seinem Statement. Ein Stück des Weges gingen indes im "Tal" laut KPÖ rund 800 Menschen vom Südtiroler Platz zum Eisernen Tor mit der KPÖ. Die Grazer Kurden, die in früheren Jahren zum Großteil mit der SPÖ mitmarschiert waren, schlossen sich der KPÖ-Stadträtin Elke Kahr und den Landtagsabgeordneten Werner Murgg und Claudia Klimt-Weithaler ebenso an, wie Sprecher der überparteilichen Plattform 25, einer Initiative aus rund 600 Gruppen, die gegen die Budgetkürzungen im Land kämpft. Auch eine Abordnung der Jungen Grünen marschierte mit. Sie trug ein Transparent mit der Aufschrift "I love Commonism" (sic!).

Der KPÖ-Marsch stand unter dem Motto: "Das tägliche Leben muss leistbar sein". Er endete am Eisernen Tor mit der Internationalen und Musik vom Band von Billy Bragg, der Ende Mai im Grazer Volkshaus ein Konzert spielt. Danach wurde im Volkshaus mit Ethnomusik und internationaler Küche weitergefeiert. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 2.5.2012)

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