Die Alternativen zum Marsch

1. Mai 2012, 18:05
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Kanzlerträume, grüne Jobs und "Schwarz"-Arbeit

Linz - "Bitte bilden Sie eine Rettungsgasse": Die Moderatorin ist sichtlich bemüht, via Mikrofon eine Schneise in die bierselige Menge zu schlagen. Der "Einsatzleiter" muss in Richtung Bühne, zur Erstversorgung steht dort eine Maß Bier bereit. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mag es am 1. Mai eben deftig. Grillhendln, Gerstensaft, Mitgröl-Garantie dank der John-Otti-Band und ein blauer Watschentanz für SPÖ und ÖVP. Die rund 5000 Besucher im "Europabierstadl" am Urfahraner Jahrmarkt zeigten sich am Dienstag hörbar zufrieden.

Strache schwor seine Anhänger auf die blaue Offensive "Direkte Demokratie sofort: Dem Volk sein Recht" ein. Und er stellte erneut den Führungsanspruch: "Ich will ein Kanzler der Herzen für alle Österreicher sein." 33,4 Prozent und damit eine Sperrminorität für Verfassungsgesetze seien das Ziel.

Nur unweit vom Bierzelt entfernt boten die Grünen bei ihrem " Arbeiter-Treffen" das Kontrastprogramm im Ars Electronica Center: Bioweckerl statt Grillgeflügel und im Glas fand sich Frischgepresstes. Im Zentrum stand die Schaffung von "Zukunftsjobs". Diskutiert wurde dafür mit Schülern und Studenten. Bundessprecherin Eva Glawischnig forderte einmal mehr eine Öko- und eine Bildungsmilliarde.

Schwarze Steuerzuckerl

Für die ÖVP ist der 1. Mai traditionell der Tag der Gegeninszenierung zum SPÖ-Aufmarsch am Wiener Rathausplatz. Nach einer zweistündigen " Arbeitssitzung" des schwarzen Regierungsteams in der Parteiakademie forderte ÖVP-Obmann Michael Spindelegger am Dienstag die steuerliche Förderung der Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmensgewinn. Konkrete Vorschläge sollen kommendes Jahr folgen.

Das BZÖ forderte eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Diese seien nicht mehr zeitgemäß, so Bündnisobmann Bucher. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 2.5.2012)

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