Mobiles Haus der Zukunft

1. Mai 2012, 17:11
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Erstmals österreichische Teilnahme am Solar Decathlon

"Wir planen flexible Bauwerke, die sowohl leicht auf- als auch abzubauen sind und weitertransportiert werden können", verrät Karin Stieldorf von der Arbeitsgruppe für Nachhaltiges Bauen des Instituts für Architektur und Entwerfen an der TU Wien. Vielleicht ist ja gerade das die richtige Strategie, um einen Wettbewerb gewinnen zu können, der in der Heimat der Mobile Homes ausgetragen wird.

Es wird dennoch vordergründig um andere Qualitäten gehen beim "Solar Decathlon 2013", der kommendes Jahr von 3. bis 13. Oktober in Kalifornien stattfindet. Alle zwei Jahre treffen sich studentische Teams aus der ganzen Welt, um an ihren Ideen für umweltbewusstes Bauen gemessen zu werden. Bei diesem vom US Department of Energy initiierten Wettbewerb sind Konzepte für Häuser gefragt, die mit Sonnenenergie versorgt werden, aber zugleich kostengünstig herstellbar und dann auch noch attraktiv sein sollen.

Teilnehmen können nach einer Vorausscheidung nur zwanzig Universitäten. Insofern ist es beachtlich, dass es erstmals auch eine heimische bis in die Endrunde geschafft hat. Neben der TU Wien gelang das nur drei weiteren ausländischen - zwei aus Kanada und einer aus Tschechien. Die Vorarbeit dafür hat unter anderem das Office of Science and Technology an der Österreichischen Botschaft in Washington D.C. geleistet. Auf dessen Initiative und mit der Unterstützung des Infrastrukturministeriums konnten Studierende der TU Wien in einem Semester unter der Leitung von Karin Stieldorf erste Entwürfe fertigen, die den Regeln der Ausschreibung entsprechen. Im Rahmen des Forschungsprogramms "Haus der Zukunft Plus" arbeitet das Team nun am Gebäude.

Gesamtnutzen im Fokus

Über die konkrete Umsetzung wird noch nicht zu viel verraten - es handelt sich ja um einen Wettbewerb. Der Solar Decathlon bewertet dabei aber nicht nur die energetische Qualität des Gebäudes, sondern insgesamt zehn Kriterien; darunter auch Wirtschaftlichkeit, Ästhetik und die hohe Lebensqualität für die Bewohner.

Der kollaterale Nutzen dieses Bewerbs ist unabhängig von seinem Ausgang vorhanden: Studierende bekommen die Möglichkeit, sich international über nachhaltiges Bauen auszutauschen. Und freilich bietet so ein Event Gelegenheiten, um Technologien vorzustellen, die bereits im Rahmen nationaler - also auch österreichischer - Forschungsprojekte entwickelt wurden. (saum, DER STANDARD, 02.05.2012)

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