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New York/London/Wien - Die Ölpreise haben am Montag ihre rasante Talfahrt der vergangenen Handelstage im Zuge des Wahlausgangs in Frankreich und Griechenland ungebremst fortgesetzt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Juni kostete am späten Nachmittag 112,06 US-Dollar (85,98 Euro). Das waren 1,12 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel deutlicher um 1,92 Dollar auf 96,57 Dollar (74,10 Euro).
Der Preis für US-Öl rutschte zeitweise auf 95,34 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember 2011. Der Preis für Brent-Öl erreichte den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Die Anleger reagierten verunsichert auf die Wahlergebnisse vom Wochenende. In Frankreich wurde der Sozialist Francois Hollande zum Staatspräsident gewählt. In Griechenland büßen die großen Parteien ihre Mehrheit ein.
Seit Mitte vergangener Woche hat US-Rohöl mehr als zehn Prozent an Wert verloren. Auslöser für die stärkste Talfahrt der Ölpreise seit vergangenen Oktober waren unerwartet schwache US-Konjunkturdaten. Außerdem stiegen die Ölreserven in den Vereinigten Staaten zuletzt auf den höchsten Stand seit mehr als 21 Jahren, was auf eine geringe Nachfrage in der größten Volkswirtschaft der Welt schließen lässt.
Die Anleger seien durch die Abwärtsbewegung an den Ölmärkten "kalt erwischt" worden, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. Der Fokus der Marktteilnehmer richte sich nunmehr immer stärker auf das Überangebot an Rohöl an den Weltmärkten. Allerdings sei eine Gegenbewegung bei den Ölpreisen in dieser Woche nach dem kräftigen Preisrückgang der vergangenen Tage nicht auszuschließen.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) fiel zuletzt ebenfalls weiter zurück. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 112,23 Dollar. Das waren 3,08 Dollar weniger als am Vortag. Die OPEC berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells. (APA, 7.5.2012)
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