Frankreich investiert in die Cloud und setzt auf Open Source

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    foto: apa

Orange, Thales und der französische Staat wollen die Cloud europäisieren

Mit der "Cloud" wird IT-Infrastruktur als flexible Dienstleistung angeboten, neudeutsch Infrastructure as a Service genannt. Der stark wachsende Markt wird von US-amerikanischen Unternehmen dominiert. Frankreich setzt dem nun das Projekt "Andromède" entgegen. Es soll von Frankreich aus vor allem europäische Unternehmen und Behörden als Kunden gewinnen, nicht zuletzt im Bereich der Militärs und Dienste.

Die Grande Nation backt aber keine kleinen Brötchen, nicht weniger als 225 Millionen Startkapital sind gesichert. Sie kommen zu 44,4 Prozent von der teilstaatlichen France Telecom, zu 33,3 Prozent von der staatlichen Caisse Des Dépôts und zu 22,2 Prozent von der teilstaatlichen Thales. Der Thales-Konzern ist vor allem im Rüstungs- und Verkehrsgeschäft tätig.

Weitere Investoren sind ausdrücklich willkommen. Die Genehmigung der europäischen Wettbewerbsaufsicht steht aber noch aus. Andromède soll tausend Arbeitsplätze in Frankreich schaffen.

Open Source

Die neue Firma soll Rechenkraft, Datenspeicher und Bandbreite flexibel je nach Bedarf zur Verfügung stellen. Die Software zum Betrieb der Wolken wird als Open Source entwickelt. So sollen offene Standards gefördert und ein Ökosystem mit innovativen Entwicklern und Integratoren geschaffen werden. Davon würde die gesamte Wirtschaft Frankreichs und Europas profitieren, heißt es in einer Aussendung von Orange (France Telecom).

Orange will seine Erfahrung als globaler Telecom-Betreiber und Integrator von IT-Infrastruktur beisteuern, von Thales soll die Expertise für Datensicherheit kommen. "Cloud Computing spielt eine zunehmend zentrale Rolle in den kritischen Informationssystemen unserer zivilen und militärischen Kunden", sagte Pascale Sourisse, Senior Vice President bei Thales. " Andromède verschafft uns eine vertrauenswürdige, sichere Infrastruktur um diese Kunden zu versorgen."

Beaucoup de Sous

Als Teil eines 35 Milliarden Euro schweren Projekts der "Investitionen in die Zukunft" hat der französische Staat 4,25 Milliarden Euro für einen "Fonds für die digitale Gesellschaft" bereitgestellt. Dieser Fonds wird von der staatlichen Bank "Caisse Des Dépôts" verwaltet und soll zehn Jahre lang einschlägige Projekte mit Risikokapital unterstützen.

Aus diesen Mitteln wird auch Andromède unterstützt. Andere subventionierte Projekte befassen sich beispielsweise mit Glasfaseranschlüssen für Haushalte (Fibre to the Home, FTTH) und einem neuen experimentellen System zur Ausstrahlung von Multimedia-Inhalten für mobile Endgeräte. (dajs, derStandard.at, 01.05.2011)

 

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