Hypo Tirol mit tiefrotem Ergebnis

30. April 2012, 18:54

Innsbruck - Der vor zwei Wochen offiziell bestätigte Wertberichtigungsbedarf der landeseigenen Hypo Tirol Bank im Italien-Geschäft in der Höhe von 125 Mio. Euro hat für das Institut ein EGT-Minus in Millionenhöhe zufolge. Demnach lag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im vergangenen Jahr bei minus 107 Mio. Euro (2010: plus 2,1 Mio.). In einer am Montagabend versendeten Pressemitteilung der Bank wurde auch die Genehmigung der Bilanz 2011 durch den Aufsichtsrat bekanntgegeben.

"Der zusätzliche Wertberichtigungsbedarf der Hypo Tirol Bank Tochter in Italien belastet das letztjährige Geschäftsergebnis der Hypo Tirol Bank maßgeblich", hieß es darin in einer Stellungnahme zu dem negativen Ergebnis vor Steuern. 114 Mio. Euro waren an Wertberichtigungsbedarf zu den für das Geschäftsjahr 2011 schon eingeplanten 11 Mio. Euro hinzugekommen, hatte Vorstandsvorsitzender Markus Jochum Mitte April bei einer Pressekonferenz in Innsbruck berichtet.

"Eine zu hohe Risikobereitschaft sowie die unzureichende Kontrolle der im Wesentlichen in den Jahren zwischen 2003 und 2008 eingegangenen Kreditgeschäfte sind die Gründe für diese Entwicklung", erklärte der Hypo-Aufsichtsratvorsitzende, Wilfried Stauder, im Vorwort des Geschäftsberichts 2011. Die vom Land Tirol zur Verfügung gestellten 230 Mio. Euro seien demnach kein Geschenk. "Sie sind eine große Verpflichtung für die Zukunft", fügte er hinzu.

Anfang Dezember des vergangenen Jahres war bekanntgeworden, dass die Hypo Tirol in ihrem Italien-Geschäft Kreditausfälle bis zu 120 Mio. Euro hinnehmen muss. Die Bank sieht sich bei Teilen der Ausfälle als Betrugsopfer und erstattete Anzeige bei der Finanzmarktaufsicht (FMA). Durch die hohen Wertberichtigungen musste das Land Tirol der Bank abermals unter die Arme zu greifen. Im Dezember wurde im Landtag eine Kapitalspritze über 230 Mio. Euro beschlossen. Mittlerweile nahm auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft Ermittlungen auf. (APA, 30.4.2012)

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