Betriebsrat kämpft um Jobs bei Neckermann

  • Der Online-Handel macht den etablierten Versandhändlern seit Jahren zu schaffen.
    foto: neckermann

    Der Online-Handel macht den etablierten Versandhändlern seit Jahren zu schaffen.

Von den rund 2.500 Jobs in Deutschland sollen 1.380 wegfallen, die Arbeitnehmer-Vertretung will dieses Schritt nicht kampflos hinnehmen

Frankfurt/Main - Die Neckermann-Beschäftigten wollen den geplanten Stellenkahlschlag nicht kampflos hinnehmen. "Das kann nicht das letzte Wort sein", sagte Neckermann-Betriebsrat Thomas Schmidt. Der Betriebsrat werde der Unternehmensleitung bei ersten Gesprächen an diesem Mittwoch die Grundzüge eines Alternativkonzepts vorstellen. Ziel sei es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Der Versandhändler Neckermann.de verabschiedet sich aus dem schrumpfenden Kataloggeschäft und will mehr als jede zweite Stelle in Deutschland streichen.

Von insgesamt rund 2.500 Jobs in Deutschland sollen 1.380 entfallen, der größte Teil am Stammsitz in Frankfurt. Das Logistikzentrum in der Mainmetropole, das vor allem Textilien ausliefert, wird dichtgemacht. Das Eigentextilsortiment und die Kataloge werden eingestellt.

Der Online-Handel macht den etablierten Versandhändlern seit Jahren zu schaffen. Allein im ersten Quartal 2012 brach der Umsatz im Katalog-Geschäft bei Neckermann um rund 50 Prozent ein. Im E-Commerce wächst das Unternehmen dagegen seit 2010 zweistellig. Neckermann will daher die Online-Sortimente Technik und Möbel sowie Haus- und Heimtextilien kräftig ausbauen. (APA, 30.4.2012)

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Weil ja immer von der fehlenden Verantwortung von Managern gesprochen wird - wo bleibt die Verantwortung der Mitarbeiter, wenn es dem Unternehmen schlechter geht?

Manager bekommen auch nur mehr das Fixum, wenn Ziele nicht erreicht werden. Bei Umsatzrückgängen von 50% sind sicherlich alle betrieblichen Ziele um Längen verfehlt worden.

Also ist es doch mehr oder weniger logisch, dass viele Menschen gehen müssen, damit am Ende ein ähnliches Ergebnis rauskommt, oder?

Aber soweit ist es gekommen - man kann nicht mal mehr bei schlechter Geschäftslage seine Arbeitnehmer kündigen.

Variable Vergütung für Arbeitnehmer! In guten Zeiten gibts ordenltiche Gehälter, in schlechten Zeiten eben wenig bis nichts - das entspricht einer fairen Enlohnung!

Das kann dann ganz schnell gehen

mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft.

Deutschland "stemmt" die Wirtschaftslast von Europa mit ihren Premium-Autoherstellern, den Maschinen- und Anlagenbaueren für den Hauptexportmarkt China. (Wer sollte in Europa noch groß importieren, wenn "gespart" werden muss, und das Investitionsklima schlecht ist.)

Auch in Deutschland beginnt es zu bröckeln: Schlecker, Neckermann, Opel - und viele, viele werden folgen.

Die Merkelsche Hausfrauenpolitik setzt noch auf "sparen". Unser südeuropäischen Kollegen haben bald ausgespart.

"Umverteilen" gilt noch immer als "kommunistisch". Aber daran wir kein Weg vorbei führen, wenn wir weiter friedlich zusammenleben wollen.

Oder glaubt wer ernsthaft, dass 50% der Jungen ohne Job auf Dauer ruhig bleiben?

jobs bei neckermann

hat der denen etwa ipads verkauft?

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