Regierung verhandelt mit Gewerkschaft über Arbeitszeit für Lehrer

30. April 2012, 13:31
  • Unterrichtsministerin Schmied beim Auftakt der Verhandlungen mit Fritz Neugebauer, Chef der Beamtengewerkschaft.
    foto: dapd/zak

    Unterrichtsministerin Schmied beim Auftakt der Verhandlungen mit Fritz Neugebauer, Chef der Beamtengewerkschaft.

  • Wo sich die Verhandlungspartner einig sind und bei welchen Themen es Konflikte gibt.
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    Wo sich die Verhandlungspartner einig sind und bei welchen Themen es Konflikte gibt.

  • Der Unterschied zwischen Bundes- und Landeslehrern.
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    Der Unterschied zwischen Bundes- und Landeslehrern.

Neues Aufgabenprofil und flachere Gehaltskurve sollen kommen

Wien - Am Donnerstag soll die erste Verhandlungsrunde zum Lehrerdienstrecht Tempo in die seit Monaten dahindümpelnden Gespräche bringen. Für die Regierung verhandeln dabei Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) mit der Lehrergewerkschaft. Schmied hofft, dass bis zum Sommer die Eckpunkte stehen. Die Gewerkschafter wollen zunächst die Vorschläge der Regierung entgegennehmen und bewerten; sie rechnen damit, dass es noch bis Anfang Juni dauern wird, bis die Verhandlungen wirklich ernst werden.

Der Bund wendet fast zehn Prozent seiner Gesamtausgaben für Lehrer auf. Für Bundeslehrer (AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen) hat der Bund 2011 laut dem am Montag vom Rechnungshof (RH) veröffentlichten Bundesrechnungsabschluss 2,78 Milliarden Euro ausgegeben, für die Landeslehrer (Volks-, Haupt-, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen) waren es 3,43 Milliarden Euro. Seit 2007 haben sich die Aufwendungen für Bundeslehrer um 14,4 Prozent erhöht, für Landeslehrer um 10,8 Prozent.

Im Folgenden die Eckpunkte der geplanten Reform, über die sich die Regierung mit den Lehrervertretern einigen will.

  • Aufgabenprofil: Lehrerarbeit soll neu definiert und um jene Einsatzbereiche erweitert werden, die neben Unterricht, Vor- und Nachbereitung zu den Aufgaben gehören (dazu gehören Elternarbeit, Schulentwicklung, Team-Teaching, Mentoring etc.). Gleichzeitig sollen Lehrer durch Unterstützungspersonal wie Schulsozialarbeiter und Psychologen entlastet werden. Derzeit werden unter Lehrerarbeit vor allem Unterricht sowie Vor- und Nachbereitung verstanden. Dazu kommen Zusatzaufgaben außerhalb des Unterrichts wie Teamarbeit, Schüleraufsicht und administrative Aufgaben. Darüber hinausgehende Tätigkeiten werden über rund 70 verschiedene Zulagen abgegolten.
  • Arbeitszeit: Die Regierung will, dass die Lehrer künftig mehr Zeit mit den Schülern verbringen, im Raum steht die Forderung von Finanzministerin Fekter, dass neue Lehrer sechs Stunden länger arbeiten, aber nur vier davon bezahlt bekommen. Als "pädagogische FachexpertInnen" sollen sie "überwiegend in ihrem Kernbereich eingesetzt" werden. Außerdem soll für Bundeslehrer wie Pflichtschullehrer ein Jahresarbeitszeitmodell gelten. Aktuell gibt es zwei Arbeitszeitmodelle: Landeslehrer haben eine Normarbeitszeit von 1.776 Stunden pro Jahr. Bei Bundeslehrern ist nur die Wochenarbeitszeit definiert (je nach Fach 18 bis 22 Stunden). Dazu kommt die nicht in Stunden angegebene Vor- und Nachbereitung des Unterrichts.
  • Bezahlung: Die Einstiegsgehälter sollen deutlich angehoben werden, um den Beruf attraktiver zu machen, dafür die Gehaltskurve abgeflacht werden. Das Einkommen soll künftig außerdem an die Funktionen angepasst werden, die die Lehrer übernehmen. Derzeit verdienen Landeslehrer, die an den Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildet werden, rund 15 Prozent weniger als die Bundeslehrer mit Uni-Abschluss. Alle zwei Jahre rücken die Pädagogen um eine Gehaltsstufe nach oben. Bis zum Ende der Laufbahn ist das Einkommen mehr als doppelt so hoch als beim Berufseinstieg.
  • Arbeitsplatz: Lehrer sollen künftig - nicht zuletzt wegen des geplanten Ausbaus ganztägiger Schulformen - mehr Zeit an den Schulen verbringen. Die Regierung hat gleichzeitig die Schaffung adäquater Arbeitsräume versprochen.
  • Schulpersonal: An großen Schulstandorten mit mehr als 100 Lehrern soll künftig ein mittleres Management eingerichtet werden. Außerdem soll vor dem Hintergrund, dass Lehrer immer mehr mit sozialen Problemen der Schüler konfrontiert sind, verstärkt Unterstützungspersonal eingesetzt werden. Auch in der Administration soll es mehr Hilfspersonal geben.
  • Ein-, Um- und Ausstieg: Quereinsteigern soll der Lehrerberuf - auch angesichts des Personalmangels - schmackhafter gemacht werden. Außerdem soll es für Lehrer mehr Möglichkeiten zum Umstieg in andere Schultypen und in die Privatwirtschaft geben. Derzeit werden Interessenten aus der Privatwirtschaft beim Wechsel in den Lehrberuf maximal 1,5 Jahre Berufserfahrung angerechnet. Der Mangel an Um- und Ausstiegsmöglichkeiten für Pädagogen, die nicht mehr in der Schule unterrichten können oder wollen, gilt als Erklärung für die vielen Burn-out-Fälle im Schulbereich. Die neue Pädagogenausbildung soll einen unkomplizierten Wechsel in andere Schultypen ermöglichen. (APA, 30.4.2012)
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Weil so oft der Primärbereich als leichter eingeschätzt wird im Vergleich zu den fachlichen Erfordernissen der Oberstufe:

Das Fachniveau muss in der AHS klar höher sein, der Aufwand in einer Unterstufe oder VS ist insgesamt NICHT geringer.

Dass man fachlich nicht das Niveau einer Oberstufe unterrichtet, heißt nicht, dass man weniger können muß und das Wissen leichter rüberbringt- man muß ANDERE hohe Qualifikationen haben. Welche die kaum ein AHS/BHS Lehrer auch nur annähernd erbringt.
Man stelle sich doch mal rein in eine Klasse mit Integrationskindern, vielen Nicht-Deutschsprachigen, zum drüberstreuen ein paar sozial gestörte Fratzen, ein bis zwei ADHS-Kindern. Und bewältige mal diese Mischung auch nur EINEN Tag mit allem AHS Wissen.
Wenn man dann noch freizeitlich Sozialarbeiter für nicht viel weniger gestörte Eltern spielen darf, wird es hochinterressant.

Nein, dafür wurden wir Gymnasiallehrer nicht ausgebildet - und wenn es tatsächlich so kommt, wie angedroht, dann kehre ich dem Beruf, den ich liebe, gerne den Rücken.
Meine psychische Gesundheit ist mir wichtiger!

Hallo ride sorry zu schnell abgeschickt. Erlauben Sie mir die Einleitung zu wiederholen:

...Würde Sie denn nicht interessieren unter welchen Bedingungen die Grundschulung der Kinder funktioniert, die Sie dann zur Matura führen sollen?
Es muß doch auch in Ihrem Interesse sein dass die Kinder fundiert geschult zu Ihnen gelangen. Oder?
In meinem Job geh ich regelmäßig in irgendeine durchaus fachfremde Fortbildung um mehr über die Bedürfnisse der anderen Fächer zu erfahren.Nur so kann Zusammenarbeit funktionieren zwischen spezialisierten Untereinheiten.Ihr müßt auch lernen interdisziplinär zu denken.Ansonsten fahren Politiker immer wieder mit Euch Schlitten ohne dass Ihr die Sache auch nur halbwegs beeinflussen könnt.
Nix für ungut
MfG M.D.

Hallo ride... Würde Sie denn nicht interessieren, wie die Grundschulung der Kinder die sie letztennd

Genau das will ich ja sagen! Sie und Ihre Kollegen können ja aus genau dem Grund der Ausbildung nichts dafür. Ich meine eben aber auch,diese "chronisch kalkulierte" Unterschätzung des Primärbereiches ist nicht gerechtfertigt. Ihr seid nicht "besser" nur die Anforderungen sind andere. Grundschulbereich ist ein hochqualifizierter eigener Bereich der besondere Anforderungen ans Personal stellt.s.o. Weit über die verbreitete Einschätzung zwischen Spielstunde und Kindergarten - übrigens auch durch viele Ihrer Kollegen - hinaus. Btw Ihre Reaktion ist für mich der schlagende Beweis dass eine Aufwertung dieses Bereichs -infrastrukturell personell und finanziell dringend nötig wäre. Leider gehts in andere Richtungen.

das mit den

1776 jahresarbeitsstunden der pflichtschullehrer finde ich jedes mal wieder spannend. vieviele schulwochen gibt es im jahr?

es kommt nicht auf die arbeitswochen an, sondern auf die arbeitsstunden! dieselbe anzahl an stunden (wenn nicht sogar mehr) haben in etwa andere arbeitnehmer unter berücksichtigung ihres urlaubes und ohne überstunden...was das heißt: lehrerarbeitszeit verteilt sich ungleichmäßig. die hohe anzahl an freien tagen steht im krassen gegensatz zu 60-stunden-wochen oder mehr...damit auch sie das begreifen! denn das argument der ferien ist überholt und einfallslos, was einem standard-leser meiner ansicht nach unwürdig ist, da ich mir von einem solchen bessere gegenargumente erwarten kann...aber vielleicht täusche ich mich!

gut, sie behaupten

also, volksschullehrer arbeiten durchschnittlich (!) fast 50 wochenstunden unter'm schuljahr? LOL.

damit sind natürlich nicht alle lehrer und damit ist auch nicht jedes fach und damit ist auch nicht jeder typ mensch gemeint, sondern nur jene, die ihren job ordentlich erfüllen. um in ihrem metier der stereotype zu bleiben: im büro spielen ja auch alle nur solitär und sind jetzt auf facebook unterwegs in der arbeitszeit, d.h. nettoarbeitszeit pro woche 20h...solche kenne ich auch...das soll jetzt aber kein schlagabtausch mit vorurteilen und vorgefestigten betonierten meinungen werden!

nocheinmal:

50 wochenstunden durchschnittlich(!) zu arbeiten bringt sie am rande des burn outs. tun sie es nicht, erfüllen sie ihren job nicht. eine unglaublich unangenehme situation für die betroffenen.

Ich kenne welche, die tun das nicht, ich kenne welch die tun das sehr wohl!

die, die es tun

also ihren job so machen, wie es eigentlich vorgeschrieben wäre, sind dann die mit dem burn out. vielleicht sollte sich mal jemand hinsetzen und sich diese absolut untragbare situation genauer ansehen. aber ich weiss, das ist dann ja sofort wieder "lehrer-bashing" ...

Sie können's sich vielleicht selbst einmal richtig anschauen, vielleicht ändert das dann etwas an ihrer schon chronischen Aversion einem ganzen Berufsstand gegenüber, den Sie jedesmal in den Dreck ziehen (um nicht immer nur "bashen" zu verwenden).

bitte nehmen

sie nicht ihren berufsstand in geiselhaft. ja, ich habe eine chronische aversion gegen SIE, da ich sie leider für einen trottel halte. und warum?
http://derstandard.at/plink/133... id25681770
http://derstandard.at/plink/133... id25271995
um nur 2 beispiele anzuführen.

Is scho Recht...Sie haben sich oft genug geoutet (bei nahezu jedem Posting kriechen Sie einem Kollgen hinterher), und mit Feinheit sind Sie auch nicht gesegnet, wie ich sehen kann.

soso.

jetzt reden sie sich schon wieder auf "kollegen" aus? ich krieche niemandem hinterher. und zum thema "feinheit" halten sie am besten die klappe, oder soll ich noch ein paar zitate zusammensuchen? herr lehrer, mit ihrer plumpen art schüchtern sie maximal 9 jährige ein!

Arme Frau....

Ist ja halbwegs amüsant, allerdings hätt mich Eure fachliche Meinung mehr interessiert als Euer Privatkrieg.
Nix für ungut :-)
M.D.

fachliche bzw. sinnvolle meinungen existieren bei der bergmarie nicht...

anfangs versucht man es noch mit sinnvollen argumenten, irgendwann verliert man dann die nerven wenn man immer wieder denselben schwachsinn lesen muss!!

meine meinung zu ihrem posting

finden sie hier:
http://derstandard.at/plink/133... id25929634

Quereinsteigerin

Schmied will QuereinsteigerInnen fördern. Super: Sie selbst in der Schule und unterrichtet Finanzwesen (Schwerpunkt: Wie fahr ich eine Bank an die Wand und werde dann Unterrichtsinisterin), dazu ihr Gegenüber Neugebauer in eine Berufsschule für Maurer (Fach: Betonieren) und beide ab und an im Teamteaching: die rotschwarze Mengenleere und Personalentwicklung (Postenschacher)!

auf lehrer schimpfen ist

zeichen von großer dummheit...
die ferien dienen jedem dolm zum draufhauen...
hätte jeder selbst lehrer werden können...
wer es nicht hat weniger urlaub...basta...

ich lebe mit einer lehrerin zusammen...die arbeit die sie immer nach hause mitbringt kenne ich nicht...
ich gehe aus der arbeit und das wars...
bei ihr sieht das ganz anders aus...
nacharbeit heißt schularbeiten zusammenstellen bzw. zu korrigieren...
oder soll sie immer die selbe schularbeit verwenden...
es mag solche lehrer geben...
aber es gibt auch viele andere...

die meisten politiker sind selbst für alles unfähig...aber geben zu allem eine null-meinung ab...
siehe dem leilei-dörfler oder die dicke gabi...sehr verzichtbar...
lehrer ist ein knochenjob...ich beneide keinen...

rene Zustimmung.

Hallo Leidensgenosse, ich kenn das auch.Volksschule plus SPZ.
Streckenweise Anforderungen die ein ziemlich großer Teil der Normalbevölkerung nicht erbringen würde. Trau ich mich wetten.

schön, ...

... dass sich hier nicht nur lehrer-basher tummeln, sondern auch fundierte sachliche kommentare (Gandalfino) zu lesen sind. bin der mann einer vs-lehrerin (wien 16). was mich extrem stört, ist das übereinenkammscheren aller lehrer. der geographie und leibesübungen professor aus dem gym kann nicht mit einer vs-lehrerin verglichen werden, die von 07:45 bis 13h am stück in der klasse steht, danach und abends korrigiert, vorbereitet und admin-kram erledigt. ich schwör euch: um nichts in der welt würd ich meinen 50h 'stress'job mit einem lehrer tauschen - ich würd innnerhalb kürzester zeit durchdrehen ...

Haskar und füz schlapfn!

Mir geht es ähnlich und mein Job ist auch net vom Honiglecken.

Uns fragt ja kaum jemand wie wir das alles sehen.

MfG

Hallo "für schlapfn"

Meine Lebensgefährtin ist Englisch-Lehrerin an einem Gymnasium.

Auch ich will nicht mit ihr tauschen.

Sie arbeitet Mo - Fr von 08:00 bis (mindestens) 14:00 in der Klasse und Nachmittags von 15:00 bis teilweise 20:00 zuhause.

Samstag und Sonntag arbeitet sie teilweise auch 4 bis 6 Stunden pro Tag um Stunden vorzubereiten und/oder Schularbeiten zu korrigieren.

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