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Wien - Der börsenotierte Feuerfesthersteller Rath hat 2011 mehr verdient und einen höheren Umsatz erzielt. Profitieren konnte Rath primär von der boomenden keramischen Industrie. Der Nettogewinn legte von 0,19 auf 2,29 Mio. Euro zu, das operative Ergebnis (EBIT) wuchs von 2,72 auf 4,03 Mio. Euro, und das Vorsteuerergebnis (EBT) verdoppelte sich auf 2,99 (1,46) Mio. Euro. Der Umsatz stieg auf 81,68 (74,87) Mio. Euro, gab das Unternehmen bekannt. Von den 0,7 Mio. Euro Bilanzgewinn werden 0,45 Mio. Euro als Dividende gezahlt. Im Jahresschnitt wurden 575 (549) Mitarbeiter beschäftigt.
Für das heurige Jahr 2012 ist Rath "trotz aller Unsicherheit noch optimistisch". Die im Haus befindlichen Projekte und Aufträge ließen auf ein zufriedenstellendes Jahr hoffen, erklärte der Vorstands. Neue Potenziale und Chancen eröffne auch die Erweiterung in die Region von Lateinamerika, die mit Vertriebsgesellschaften gestartet wurde. Dort gebe es Bedarf an hochwertigen Materialien, "erste Aufträge zeigen uns, dass dieser Schritt richtig war, weshalb weitere folgen werden".
Die Produktionsauslastung bei Rath war im Vorjahr wieder gut, so der Vorstand, "dennoch können wir uns nicht auf den Erfolgen ausruhen, denn der konjunkturelle Ausblick ist unsicher". Daher werde man weiter an der Verbesserung der Material- und Energieeffizienz seiner Werke arbeiten, dazu seien einige Projekte am laufen.
Dickes Plus in Deutschland
Regional am stärksten wuchsen die Rath-Gesellschaften in Deutschland mit +30 Prozent auf 30,1 Mio. Euro und Amerika mit +23 Prozent auf 12,0 Mio. Euro Umsatz, während die Gesamterlöse um 9,1 Prozent zulegten. Beide Regionen profitierten vom Boom in der keramischen Industrie. Der Umsatz mit deutschen Auftraggebern stieg um 10,5 Prozent, die Produkte wurden oft aber nicht mehr dort eingebaut, sondern gingen in andere Länder. Der effektive in Deutschland verbliebene Anteil sank um 3,5 Prozent, womit das Land nur noch 32,4 (36,6) Prozent der Rath-Erlöse bestritt. In Polen und der Ukraine wurden die (niedrigen) Umsätze teils mehr als verdoppelt.
Durch die Belieferung verschiedenster Branchen wie Stahl, Keramik und Aluminium kann Rath auftretende Abschwächungen einzelner Kundengruppen kompensieren, so das Unternehmen. Die Stahlindustrie habe sich leicht erholt, da verstärkt in Erweiterungen investiert wurde. "Wirklich herausragend" habe sich die keramische Industrie und die Alu-Industrie entwickelt: Im Keramik-Bereich seien wieder verstärkt Generalsanierungen bestehender Anlagen nachgefragt.
Im Projektgeschäft erzielte Rath 2011 nach einem schwachen Start letztlich ein Umsatzplus von 13,4 Prozent auf 24,5 Mio. Euro. Auch hier ist es wieder die keramische Industrie - speziell die Hersteller technischer Keramik und die Porzellan-Produzenten - die "boomt", nämlich bei Neubau-Projekten außerhalb Europas. In Europa dagegen liege diese Industrie darnieder, "da die Produktion in die Türkei, nach Asien oder Lateinamerika verlagert wurde oder noch immer wird". In diesen Regionen aber erschwerten einheimische Feuerfestproduzenten durch besonders niedrige Preise einen kostendeckenden Vertrieb.
Hauptkostentreiber für Rath waren im Vorjahr die Materialkosten, die um fast 60 Prozent von 18,6 auf 29,7 Mio. Euro kletterten. Dieser Anstieg resultiert laut dem Unternehmen aus mehreren Komponenten: der um 26 Prozent höheren Betriebsleistung, den verfahrenstechnischen Herausforderungen durch stärker nachgefragte hochwertigere Feuerfestmaterialien und höheren Rohstoffkosten - etwa bei Zirkonoxid um bis zu 73 Prozent. Teils sei die Entwicklung so sprunghaft, dass keine Jahresverträge mehr abgeschlossen werden könnten. Damit sei eine Kostenplanung schwieriger geworden. Die Personalkosten wuchsen um 10 Prozent von 21,3 auf 23,4 Mio. nach 3 Prozent Rückgang 2010. (APA, 30.4.2012)
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