Facebook-Nutzer erzwingen Änderung der Nutzungsbedingungen

13.000 stimmten erneut gegen Überarbeitung - Abstimmung möglicherweise rechtswidrig

Aufgrund zahlreicher Proteste deutscher User muss Facebook wieder seine Nutzungsbedingungen ändern. Bereits vor einem Monat erreichten 36.000 Mitglieder eine Überarbeitung, die aber ebenfalls abgelehnt wurde. Bei insgesamt 13.000 Kommentaren klickten lediglich 200 Nutzer auf den "Like"-Button. Unterstützung bekommen sie von Datenschützern, die ebenfalls grobe Mängel in der Umsetzung sehen.

Nur ein Bruchteil der Mitglieder wird informiert

Anstehende Änderungen der Geschäftsbedingungen veröffentlicht das soziale Online-Netzwerk auf Facebook Site Governance. Da aber nur etwas mehr als zwei Millionen Mitglieder die Seite abonnieren, wird nur ein Teil der nach eigenen Angaben 900 Millionen Faceboook-Nutzer über geplante Änderungen informiert. Transparenz sehe anders aus, meinen die Kritiker.

Abstimmung möglicherweise nicht gültig

In einer Online-Abstimmung können User den Regeln entweder zustimmen oder eine Alternative vorgeschlagen. Im nächsten Anlauf könnte Facebook die Alternativen zur Wahl stellen. Allerdings war schon die vergangene Überarbeitung kompliziert formuliert. Marit Hansen, stellvertretende Landesdatenschützerin von Schleswig-Holstein, äußert Bedenken, dass Facebook Entwürfe vorstellen könnte, die rechtswidrig sind, schreibt Golem.

Sinkender Widerstand

Auch Verbraucher- und Datenschützer kritisieren die Vorgehensweise, nur einen geringen Anteil der Mitglieder über Änderungen der Nutzungsbedingungen zu informieren. Insbesondere das ewige "Hin und Her" könne dazu führen, dass die Nutzer frustriert seien. Hansen zufolge setzt Facebook möglicherweise sogar auf den Frustrationsfaktor und eine sinkende Auflehnungsbereitschaft der User.

Gesichtserkennung nicht erwähnt

Ein weiteres und brisantes Problem sehen die Datenschützer in der umstrittenen biometrischen Gesichtserkennung. In den Nutzungsbedingungen wird sie mit keinem Wort erwähnt. Auf die Forderung, eine Genehmigung der Betroffenen dafür einzuholen, sei Facebook bisher nicht eingegangen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat nun einen Verwaltungsakt angekündigt, der das Unternehmen verpflichten soll, seine Mitglieder über die Erfassung und Auswertung ihrer Bilder in Kenntnis zu setzen. Innerhalb von vier Wochen habe Facebook Zeit für einen Einspruch. (red, derStandard.at, 30.4.2012)

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