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Nikosia/Wien - Zypern, das drittkleinste Mitglied der Eurozone, rückt wieder in den Fokus der Analysten. Die Banken des Landes wurden vom griechischen Schuldenschnitt am falschen Fuß erwischt, jetzt dürfte der Staat einspringen. Laut Medienberichten aus Zypern macht die Popular Bank den Anfang, die 2,5 Milliarden Euro Staatsgeld erhalten soll.
Die Zahl entspricht dem Verlust des Vorjahres, der vor allem Griechenland geschuldet ist. Die Rekapitalisierung der zweitgrößten Bank des Landes in der genannten Höhe würde zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts entsprechen. Eine Kettenreaktion im Finanzsektor Zyperns wäre fatal, meinen Analysten, machen die Aktiva der Banken doch mehr als das Achtfache der Wirtschaftsleistung des Inselstaates aus.
Überhoben
Allein die griechischen Aktivitäten der Geldinstitute belaufen sich auf 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Offenbar laufen derzeit Gespräche zwischen Athen, Nikosia und Brüssel, einen Teil der Bankenhilfen aus den Griechenland zugesagten Mitteln abzuzweigen. Athen soll damit vermeiden, dass die hohen griechischen Spareinlagen auf zyprischen Banken angetastet werden, heißt es in zyprischen Zeitungsberichten.
Das Land kommt nicht zum ersten Mal in Schwierigkeiten. Im Vorjahr war ein großes Kraftwerk bei einem verheerenden Unglück an Marinestützpunkt Evangelos Florakis explodiert, zwischenzeitlich ging somit die Hälfte der Stromversorgung verloren. Darauf half Russland Zypern mit einem Kredit über 2,5 Mrd. Euro aus. Zypern gilt als Offshore-Paradies für wohlhabende Russen. Laut Beobachtern ist Nikosia mit den Ressourcen aus Moskau für heuer finanziell ausreichend versorgt. Allerdings könnten die Bankenhilfen dem einen Strich durch die Rechnung machen. Die Staatsverschuldung des Landes liegt zwar mit knapp 72 Prozent nicht übermäßig hoch, allerdings gilt neben dem aufgeblähten Finanzsektor die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit als Risiko.
Notenbankchef polarisiert
Frischen Wind soll nun eine spektakuläre Personalentscheidung bringen. Der Finanzwissenschaftler Panicos Demetriades ist am Samstag zum neuen Zentralbankchef Zyperns ernannt worden. Der an der britischen Universität Leicester lehrende Professor wird Nachfolger von Athanasios Orphanides und vertritt sein Land künftig im Rat der Europäischen Zentralbank. Demetriades hält eine strenge Sparpolitik nicht für ausreichend, um für einen Umschwung in der Wirtschaft eines Landes zu sorgen.
2011 hatte Demetriades mit der Anregung Aufmerksamkeit erregt, Deutschland solle den Euro verlassen, um finanzschwachen Euromitgliedern zu helfen. Die durch die Koppelung an die deutsche Wirtschaft entstandene Stärke des Euro bremse das Wachstum in anderen Regionen des Währungsraumes. (Reuters/as, DER STANDARD, 30.4./1.5.2012)
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Na Gott sei dank,dass es die Russen und die EU gibt..
Möchte mir garnicht vorstellen,was sonst passiert wäre im sooo entwickelten Griechischen-Teil..
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